Torsten Christ wurde am 03.02.1906 in München geboren.
Bisher ist über seinen militärischen Werdegang genaueres nicht eindeutig
bekannt. Bekannt ist, dass er im Spanischen Bürgerkrieg im Rahmen der Legion
Condor als Ia eingesetzt wurde. Vom 01.12.1936 bis zum 31.12.1937 hatte er
am 2. Generalstabslehrgang der Luftkriegsakademie teilgenommen.
Zumindest übernahm er mit dem 26.08.1939 das Kommando über die Kampfgruppe
zbV. 9. Diese Kampfgruppe erhielt ihre Flugzeuge von verschiedenen
Fliegerschulen und sollte zunächst Transportaufgaben übernehmen. Im
Polen-Feldzug wurde sie überwiegend auch dazu eingesetzt. Lediglich am
13.09.1939 erfolgte ein Feindeinsatz zum Absetzen von Luftlandetruppen bei
Lodz in Polen. Mit Ende des Feldzuges, wurden die Flugzeuge wieder an die
Schulen zurückgegeben. Zwar bestand das Kommando der Kampfgruppe auch
weiterhin, doch erhielt er keine Einsatzaufgaben und wurde lediglich nach
Bedarf aktiviert.
Im März 1940 gab Christ das Kommando der Kampfgruppe ab. Seine Nachfolge
übernahm Oberstleutnant Johannes Janzen. Christ selbst wird
höchstwahrscheinlich bereits jetzt zum Chef des Generalstabes des VIII.
Fliegerkorps ernannt, nachdem er zuvor mglw. die Stellung des Ia bekleidete.
Für März 1942 wird er als Fliegerführer I genannt, mglw. wohl zeitgleich zu
seiner Dienststellung als Ia des Fliegerkorps. Für den 16.04.1942 ist eine
Nennung als Chef des Stabes des Fliegerkorps belegt und wird auch durch die
Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold im Mai 1942 in dieser
Dienststellung bestätigt. Für die Erfolge des Fliegerkorps und für mehrere
persönliche Erkundungsflüge wird ihm am 21.10.1942 als Oberstleutnant i.G
und Chef des Stabes des VIII. Fliegerkorps das Ritterkreuz verliehen.
Anschließend übernimmt er mglw. wieder den Posten des Fliegerführers I,
zumindest bis zum 31.12.1942. Mit Meldung vom 11.06.1943 ist er
Oberquartiermeister der Luftflotte 4 und mit Meldung vom 12.06.1943 Chef des
Generalstabes bei der Luftflotte 2. Außerdem finden sich ebenfalls Hinweise
auf einen Fliegerführer Graz unter dem Kommando eines Oberstleutnants
Christ. Christ nahm u.a. an den Kämpfen über der Krim und über Stalingrad
teil.
Ab dem 01.10.1943 kehrt er als Chef des Generalstabes zum VIII. Fliegerkorps
zurück und übernimmt später das Kommando über den Koflug 4/VI. Mit Meldung
vom 19.04.1945 ist er Chef des Nachschubwesens im Generalstab der Luftwaffe.
Weiterhin finden sich auch Hinweise auf eine Übernahme des Kommandos über
das Schlachtgeschwader 151.
Torsten Christ verstarb am 13.04.1967 bei einem Unfall in München.