





Georg Christl wurde am 03.10.1913 in
Pfaffenberg/Niederbayern geboren und nahm als Angehöriger der III. Gruppe
des Zerstörer-Geschwaders 26 an der Luftschlacht über England teil. Am
31.08.1940 eskortierte er Do 17-Bomber nach Duxford, als diese von
RAF-Jagdfliegern angegriffen wurden. Christl wurde dabei schwer getroffen
und musste bei Arques eine Notlandung durchführen.
Im Dezember 1940 ist er Kapitän der 7. Staffel des Geschwaders aus Sizilien.
Er übernahm dabei u.a. die Kontrolle der wichtigen Versorgungsrouten von
Italien nach Nord Afrika. Weiterhin fliegt er Einsätze gegen gegnerische
Schiffe, aber auch Aufklärungsflüge, freie Jagd-Einsätze und
Unterstützungsangriffe für die Landstreitkräfte in Nord Afrika. Er nahm am
Einsatz über Jugoslawien und Malta teil.
Am 09.04.1941 wird Christl mit seiner Staffel zum Schutz einer
He-111-Bomber-Gruppe zum Angriff auf Tobruk eingesetzt. Als RAF-Jäger
angriffen, gelingt es Christl einen der Angreifer abzuschießen. Sein Gegner
dabei war das RAF-Ass Flying Officer George Goodman, der 73. Squadron, der
bei Tobruk unverletzt notlandete.
Im Dezember 1941 verlegte die Staffel nach Derna in Nord Afrika für Einsätze
gegen den gegnerische Gegenangriff "Operation Crusader".
Am 25.12.1941 übernimmt Christl das Kommando über die III. Gruppe des
Geschwaders. Als Kommandeur dieser Gruppe und im Range eines Hauptmanns
erhielt er für seine bisherigen Erfolge am 18.03.1942 das Ritterkreuz.
Bis dahin hatte er 3 Luftsiege errungen und 7 Panzer zerstört, entscheidend
für die Verleihung waren die erfolge der Gruppe bei der Bekämpfung der
britischen Winteroffensive in Nord Afrika 1941/42. Er behält die Gruppe auch
nach der Verlegung nach Italien und gibt sie erst mit der Verlegung nach
Deutschland, am 12.07.1943 ab. Seine Nachfolge trat Major Fritz
Schulze-Dickow an.
Christl übernimmt dann zunächst einen Stabsposten beim General der
Jagdflieger und wird im Juli 1944 in Parchim/Rechlin mit der Führung der
Jagdgruppe 10 beauftragt. Diese Gruppe war eine Versuchs-Einheit für
Bombenabwurferprobung gegen Bomberverbände. U.a. ist er verantwortlich für
die Entwicklung der bekannten R4M-Raketen, mit denen hauptsächlich auch die
Me 262-Verbände ausgerüstet wurden. In diesen Zusammenhang fällt auch das "Erprobungskommando
25" aus welchem die Jagdgruppe 10 u.a. gebildet wurde. Im März 1945 wird
die Gruppe allerdings aufgelöst. Das weitere Kriegsschicksal Christls ist
unbekannt. Bis Kriegsende schoss er insgesamt sieben Flugzeuge ab. Weitere
Quellen nennen bis zu 19 Abschusserfolge. Ebenfalls in verschiedenen Quellen
soll Christl bis Kriegsende den Dienstrang eines Oberleutnants, bzw. den
eines Obersten bekleidet haben. Eindeutige Nachweise fehlen allerdings.
Georg Christl verstarb am 31.03.1991 in Vielbach bei Koblenz.