470. Eichenlaubträger Otto Deßloch
Generaloberst, Flugabwehrtruppe

Otto Deßloch wurde am 11.06.1889 in Bamberg als Sohn eines Oberforstmeisters geboren. Nach seinem Abitur trat er am 20.07.1910 in das 5. Chevauleger-Regiment Erzherzog Friedrich von Österreich als Fahnenjunker ein.
Am 20.10.1912 wurde er in Saargemünd zum Leutnant befördert und zog 1914 mit seinem Regiment in den Krieg. Bereits in den ersten Kriegstagen wurde Deßloch auf einem Patrouillenritt in der Gegend von Chateau-Salins schwer verwundet und ins Lazarett Viviers gebracht, worauf er sich nach seiner Genesung, am 01.12.1914  zur Fliegertruppe meldet und zum Flugzeugführer ausgebildet wurde.
Am 28.01.1915 zur Feldflieger-Abteilung 8 (b) versetzt, wird er ab dem 03.12.1915 zum Flugzeugführer in der Flieger-Abteilung I versetzt, wo er bei einem Absturz am 13.02.1916 die vier vorderen Zähne verliert.
Am 20.04.1916 erfolgt die Versetzung zum Armeeflugpark Gaede und am 10.05.1916 die Versetzung zurück zur Flieger-Abteilung 8b.
Als Oberleutnant wird er danach am 03.06.1916 zur Flieger-Abteilung I kommandiert, um dort auf Eindecker umgeschult zu werden. 26 Tage später kommt er zur Flieger-Abteilung 9 und wird am 30.06.1916 Führer des Kampfeinsitzer-Kommandos.
Am 13.10.1916 landet er aufgrund Nebels in der neutralen Schweiz und wird nach seiner Rückkehr am 17.01.1917 zur Fliegerschule I nach Schleißheim versetzt. Am 20.01.1917 wird er zur Jagdstaffel 16 versetzt und am 15.04.1917 erfolgte die Kommandierung zur Jagdstaffel 35 die er ab dem 21.04.1917 anführte.
Ende September erfolgte die Versetzung zurück zur Flieger-Abteilung 1 und Anfang Oktober die Versetzung zur Flieger-Abteilung 2 und dann zur Fliegerschule 3.
Am 09.12.1917 wird er Führer der Fliegerschule 1 und ab dem 05.02.1918 Führer der Fliegerschule 5, bevor er am 09.11.1918 bis zum 20.04.1919 Kommandeur des Fliegerhorstes Gersthofen wird.
Am 23.04.1919 wurde er Führer der Freiwilligen Fliegerstaffel "Deßloch" beim Freikorps Epp, die man später in die Truppenfliegerstaffel Nr. 21 umbenannte.
Am 02.09.1919 wird er zur Abwicklungsstelle 2 der bayerischen Fliegertruppen kommandiert, deren Kommandeur er am 03.10.1919 wird.
Am 16.12.1919 erfolgte die Versetzung zur Nachrichten-Abteilung 23, wo er in die Horchabteilung 323 eingeteilt wird. Mit Wirkung vom 01.10.1920 wird er als Nachrichtenoffizier, zum Infanterie-Regiment 46 und später 21 kommandiert. Am 11.04.1921 wird er Infanterie-Führer VII und gehört von 1921 bis 1932 dem Reiter-Regiment 17 als Rittmeister und Chef der 3. Eskadron in Ansbach an und wurde dann nach 5 Jahren Kommandierung zur  7. Division in München ab 1932, als Major, im Stab des Reiter-Regiments 18. Zwischenzeitlich nahm er vom 26.04.1926 bis zum 30.09.1926 an einem Lehrgang an der Fliegerschule Lipezk teil.
Am 01.12.1933 tritt Dessloch zur Luftwaffe über und wird Kommandeur der Fliegerschule Cottbus und 1935 Kommandeur aller Flugzeugführerschulen.
Am 01.04.1936 wird er zum Oberst befördert und wurde bereits am 01.10.1935 Kommodore des Kampfgeschwaders 155 in Ansbach. Danach übernimmt er am 01.10.1936 als Kommodore das Kampfgeschwader 158.
Am 01.02.1939 wird er Kommandeur der Flieger-Division 32 (später 6. Flieger-Division) und am 03.10.1939 Befehlshaber des II. Flak-Korps mit dem er im Krieg das Ritterkreuz am 24.06.1940 als Generalmajor erhielt. Im Abschlussbereicht des OKW über den Frankreichfeldzug wurde er besonders gewürdigt. Aufgrund der Anwendung neuer Kampfformen errang Dessloch großer Erfolge, so gingen 200 Panzerabschüsse allein auf das II.Flak-Korps unter Otto Dessloch zurück.
Am 01.04.1942 wird er Nahkampfführer Nord und am 12.04.1942 Kommandierender General des I. Flak-Korps. Gleichzeitig übernimmt er am 25.11.1942 den Befehl über das Luftwaffenkommando Kaukasus.
Vom 07.02.1943 bis März 1943 wird er zugleich Befehlshaber des Luftwaffenkommandos Kuban, so wird er am 04.08.1943 im Wehrmachtsbericht erwähnt.
Am 04.09.1943 wird er Befehlshaber der Luftflotte 4 und gleichzeitig erneut im Wehrmachtsbericht erwähnt, mit dem er das Eichenlaub des Ritterkreuzes verliehen bekam, und dann der Luftflotte 3. Das Kriegsende erlebte er als Generaloberst und Kommandeur der Luftflotte 6. Weiterhin erhielt er als Anerkennung für seine Leistung das Goldene Flugzeugführerabzeichen mit Brillianten. Weiterhin wird er noch 2 weitere Male (30.10.1944 und 29.11.1944) im Wehrmachtsbericht erwähnt.
Sein Hobby war die Reiterei, schon als junger Offizier  beteiligte er sich an Pferderennen und reitsportlichen Wettbewerben, so siegte er 1924 beim Berliner Sportpalast-Turnier im Reichswehr-Patrouillenritt.
Bei der Luftwaffe nahm er als Kommandeur der Fliegerschulen an einer Hubertus-Jagd des Reiter-Regiments 14 in Ludwigslust teil.
Nach dem Krieg war Otto Deßloch maßgeblich am Wiederaufbau des Turniersports beteiligt, so war er unter anderem Präsident des Reit- und Fahrvereins München. Außerdem war er Träger des Goldenen Reiterabzeichens.
Otto Deßloch starb am 13. mai 1977 in München.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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