839. Eichenlaubträger Martin Drewes
Major, Nachtjäger

Martin Drewes wurde am 20.10.1918 in Lobmachtersen bei Braunschweig / Niedersachsen geboren.
Am 02.11.1937 trat er in das Panzer-Regiment 6 (3. Panzerdivision) in Neuruppin ein, wurde im Oktober 1938 als Fahnenjunker-Unteroffizier zur Heeres-Kriegsschule München kommandiert und am 01.08.1939, anlässlich einer Feierstunde am Tannenberg-Denkmal, zum Leutnant befördert.
Am 01.09.1939 erfolgte seine Versetzung zur Luftwaffe, auf seinen Antrag zum Juli 1939 hin, wurde er zum Flugzeugführer ausgebildet und kam Anfang Februar 1941 in der II. Gruppe, der sogenannten "Haifischgruppe", des Zerstörer-Geschwaders 76 über der Nordsee zum Einsatz.
Ab Mitte April flog er im Sonderkommando "Junck" Einsätze im Irak und in Syrien zur Unterstützung der Aufständischen gegen die britischen Besatzungstruppen, erzielte am 20.05.1941 über dem Irak seinen ersten Luftsieg und flog Mitte Juni 1941 bis Ende Oktober 1941 wieder über der Nordsee. Auf 88 Einsätzen errang er hierbei mit der schwerfälligen Me-110 zwei Luftsiege.
Am 01.11.1941 zum Oberleutnant befördert, erfolgte seine Versetzung mit der II./Z.G.76 als nunmehrige III./N.J.G.3 zur Umschulung auf Nachtjagd. Im Januar 1942 verlegte die Gruppe von Stuttgart-Echterdingen aus nach Norddeutschland zum Schutz von Hamburg.
Im Frühjahr 1942 nahm er am Kanaldurchbruch der Schlachtschiffe "SCHARNHORST", "GNEISENAU" und des schweren Kreuzers "PRINZ EUGEN" teil, flog zahlreiche Nacht-, Tag- und Sondereinsätze und wurde im Frühjahr 1943 Staffelkapitän der 7./N.J.G.3 in Kopenhagen.
Im August 1943 erfolgte seine Versetzung als Staffelkapitän der 11. Staffel zum N.J.G.1, er errang bis Februar 1944 auf 31 Nacht- und 7 Tageinsätzen 5 Abschüsse und erhielt am 24.02.1944 das Deutsche Kreuz in Gold.
Ab 07.03.1944 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gruppenkommandeurs der III./N.J.G.1 beauftragt, erhielt er am 31.03.1944 den Ehrenpokal der Luftwaffe und wurde am 01.05.1944 zum Hauptmann befördert. Während der Zeit als Gruppenkommandeur war sein Gruppenadjutant Leutnant Walter Scheel, der 30 Jahre später Bundespräsident der BRD werden sollte.
Nach 48 Luftsiegen erhielt er am 27.07.1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Am 01.12.1944 erfolgte seine Beförderung zum Major, unter gleichzeitiger Ernennung zum Kommandeur der III./N.J.G.1.
Nach 52 Luftsiegen erhielt er am 17.04.1945 das 839. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, welches ihm durch den Divisions-General der 2. Jagddivision, Oberst Gustav Roedel (255. Eichenlaub) überreicht wurde. Auf insgesamt 235 Feindflügen erzielte er 50 Viermot-Abschüsse, davon 43 britische bei Nacht und 7 amerikanische bei Tage, sowie 2 Einmot-Jäger.
Das Kriegsende erlebte er auf dem Fliegerhorst Husum, geriet hier kurz in kanadische und anschließend in britische Gefangenschaft. Bei einem Verhör sagte ihm ein britischer Verhöroffizier: "Die deutschen Nachtjagdabschüsse sind eh alle gelogen !" Darauf antwortete ihm Major Drewes: "Dann lassen sie doch mal nachprüfen, wieviele denn bei der Royal Air Force fehlen..."
Diese Aussage kostete ihn eineinhalb Jahre in englischen Zivil-Internierungslagern u.a. in Westertimke, Straflager Breloh und Fallingbostel, ehe er im Februar 1947 entlassen wurde.
Danach wanderte Martin Drewes nach Brasilien aus, die Überfahrt erfolgte mit dem Schiff "NORTH KING" und am 20.08.1949 erreichte dieser tapfere Soldat die Bucht von Rio de Janeiro. Es war Mitten in der Nacht und so wurde die Einfahrt in die Bucht von Rio zum großen Erlebnis, da die Stadt hell erleuchtet war und die  Christus-Statue auf dem Corcovado, wie im Himmel schwebend für ihn erschien.
Von 1950-51 war er als Flugzeugführer im Luftbilddienst und mit Planungsaufgaben für die neue Hauptstadt "Brasilia" beschäftigt. Danach arbeitete er in der Industrie von Sao Paulo, Sao Luiz do Maranhao, Amazonas, in einem Handelshaus in Rio de Janeiro und zum Schluss 20 Jahre als Geschäftsführer in Sao Paulo beim VVD (Volkswagen Corretagem de Seguros Ltda.).
Außerdem war er Reservist bei der Bundeswehr und zwar als Oberstleutnant d.R..
Seinen mehr als verdienten Ruhestand verbringt Martin Drewes mit seiner Frau Dulce seit 1988 in Blumenau/Santa Catarina, der "Deutschen Stadt im Süden Brasiliens", in der jedes Jahr das zweitgrößte Oktoberfest der Welt gefeiert wird.
Hoffentlich bleibt uns dieser tapfere deutsche Held noch lange erhalten, wir wünschen ihm noch viele schöne Lebensjahre an der Seite seiner Frau ! Obwohl er schon über 50 Jahre in Brasilien lebt, ist er seinem deutschen Vaterland immer noch treu verbunden und besucht regelmäßig die Treffen  der O.d.R. (Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger) und die der Jagdflieger in Deutschland.

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