3. Brilliantenträger Gordon Mac Gollob
Oberst, Jagdflieger


Gordon Max Gollob wurde am 16. Juni 1916 in Wien, als Mitglied einer gänzlich unmilitärischen Künstlerfamilie, geboren und wurde auf der Militärakademie Wiener Neustadt zu scharfem Denken erzogen, danach studierte er Kriegs- und Militärwissenschaft. Gollobs Großmutter Zoe Reininghaus war eine geborene von Karajan. Sein Vater Maler von Porträts und seine Mutter Landschaftsmalerin. Den Zunamen "Mac" gaben ihm die Eltern zuliebe eines amerikanischen Freundes schottischer Abstammung. Seinen Eltern zuliebe erlernte Gordon das Klavier- und Geigespielen. Seine Leidenschaft galt jedoch der Technik und so trat er als Ingenieur im Jahre 1933 als Offiziers-Anwärter in das österreichische Bundesheer ein und wurde ab 1934 fliegerisch ausgebildet. So wurde er seit 1936 Fluglehrer und Kommandant der Schulstaffel A.
Im Jahre 1938 wird er Oberleutnant und in die deutsche Luftwaffe übernommen und gehörte seit dem 15. März 1939 zur 3. Staffel des Zerstörer-Geschwaders 76, mit dem er am Polenfeldzug teilnahm.
Seinen ersten Luftsieg errang er am 05. September 1939 über ein polnisches Flugzeug und am 18. Dezember 1939 einen britischen Wellington-Bomber über der Deutschen Bucht. Am 08. April 1940 wird er zum Staffelkapitän der 3. Staffel des ZG 76 ernannt.
Während des Norwegen-Unternehmens schoss er ein Sunderland-Flugboot und eine Spitfire ab.
Nach einer Nachtjagdschulung und einer kurzen Tätigkeit bei der Erprobungsstelle Rechlin wird er am 07. September 1940 zur II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 versetzt und übernimmt dort am 09. Oktober die 4. Staffel. Als Staffelführer konnte er am 07. Mai 1941 im Kanal eine weitere Spitfire abschießen.
Am 27. Juni 1941 wird er zum Kommandeur der II. Gruppe des JG 3 ernannt und schießt in rascher Folge 37 Flugzeuge, davon alleine im August 18, ab. Dafür wird ihm nach dem 42. Abschuss am 18.09.1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Mit 37 Abschüssen im Oktober , darunter allein am 18. Oktober 9, erreicht er am 24. Oktober 1941 den 85. Luftsieg und damit das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Ende November 1941 erreicht ihn erneut eine Versetzung zur Erprobungsstelle nach Rechlin. Ab dem 13. März 1942 erfolgte eine Einweisung zum Kommodore im Stab des JG 54 und  so übernimmt er am 16. Mai 1942 die Stelle des Kommodore im JG 77.
Das Geschwader errang unter seiner Führung im Südabschnitt außergewöhnliche Erfolge. Während der Schlacht um Sewastopol führte er alle Jagdverbände in diesem Raum und erzielte am 20. mai 1942 seinen 100. Luftsieg, nach dem 107. Abschuss verlieh man ihm als 13. Soldaten der Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub. Während der Abwesenheit Herbert Ihlefeldts führte er auch das JG 52.
Im August 1942 erringt er 40 Abschüsse und steigert seine Abschusszahl am 29. August 1942 auf 150 gegnerische Flugzeuge, womit er zu diesem Zeitpunkt der erfolgreichste Jagdpilot der Welt und der Luftwaffe war. Dafür bekam er die Brillianten zum Eichenlaub verliehen. Nur zwei Österreicher erhielten diese hohe Auszeichnung. neben Gollob war dies Walter Nowotny. Mit der Verleihung dieser hohen Auszeichnung endete Gollobs Einsatz an der Front. Man hatte erkannt das der erfolgreiche major nicht nur ein tapferer Soldat, sondern auch ein Technik-Talent war.
Am 01. Oktober 1942 wurde er als Ia in den Stab des Jagdfliegerführers 3 am Kanal versetzt und am 15. Oktober 1942 zum JaFü 5 ernannt.
Im Mai 1944 wird er in den Stab des Generals der Jagdflieger und in den "Jägerstab" des Reichsministeriums versetzt, wo er die Entwicklung der modernen Jagdflugzeuge betreute.
Aufgrund von zunehmenden Spannungen mit Adolf Galland wird er am 18. September 1944 entfernt und zur Erprobungsstelle Rechlin versetzt. Im Dezember 1944 führt er den Jäger-Sonderstab im Rahmen der Ardennen-Offensive und des Unternehmens "Bodenplatte".
Gollob war der erste deutsche Pilot der eine unbeschädigte "Thunderbolt" flog, sowie die neuen Flugzeugentwicklungen der Deutschen. Dabei fasste er seine Testberichte derart ungeschminkt ab, daß diese nie Göring vorgelegt wurden. So schrieb er über die Me 109 an der Westfront:

"In ihrem heutigen Zustand ist die Me 109 G3 bis G6 das schlechteste Ergebnis einer Bastelstunde. Das Flugzeug-Muster ist meiner Meinung hier im Westen nicht mehr einsatzfähig [...]die eigenen Jagdmaschinen FW 190 und Me 109 sind den gegnerischen Maschinen weit unterlegen."

Nach der Ablösung Gallands als General der Jagdflieger Ende Januar wird Gollob dessen Nachfolger im Range eines Obersten. Doch aufgrund der immer anmaßenderen und unrealistischen Forderungen Görings rechte Gollob am 07.04.1945 seine Entlassung ein.

"Da ich nicht in der Lage war, meine Ansichten und die Ihren, Herr Reichsmarschall, in Übereinstimmung zu bringen [...] bitte ich, mich von meiner derzeitigen Aufgabe zu entbinden!"

 Das Kriegsende erlebt er in einem Luftwaffenlazarett und blieb bis 1946 in alliierter Kriegsgefangenschaft bzw. Internierung. So wurde er im Gerichtsgefängnis Kitzbühel in der Zell 8 mit der Häftlings-Nummer 318/1945 festgehalten. Eines Kriegsverbrechens wurde Gollob nie beschuldigt, jedoch geriet er am 01.07.1945 in Gewahrsam des amerikanischen Sicherheitsdienstes CIC, wurde wochenlang verhört, wurde zweimal nach England überstellt und geriet gar in französische Gefangenschaft.
In der Nachkriegszeit hatte er großen Anteil an der Entwicklung und Erprobung neuer Waffen und Techniken. Weiterhin war er kurze Zeit Generalsekretär einer österreichischen Splitterpartei und siedelte 1960 in die Heimat seiner Frau über. Dort übernahm er einen Vertriebsleiterposten bei den Klöckner-Humboldt-Deutz-Werken.
Oberst a.D. Gordon Max Gollob starb am 17. September 1987 in Sulingen. Auf 430 Feindflügen hatte er 150 Luftsiege errungen.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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