Kurt Heinrich Wilhelm Heintz wurde am 25.07.1912 in
Neunkirchen/Ottweiler als Sohn des Werkmeisters Fritz Heintz und sein er Frau
Katharina geboren. Nach dem Besuch der Volksschule von 1919 bis 1923 und der
Oberrealschule in Neunkirchen bis 1930, trat er der Schulgemeinde Wickersdorf
bei Saalfeld/Saale bei und legte dort 1932 sein Reifezeugnis ab. Von 1932 bis 1935
besuchte er die Deutsche Hochschule für Leistungsübungen in Berlin, die er als Diplom
Sport- und Turnlehrer abschloss.
Noch im Jahr des Abschlusses trat er am 10.04.1935 als Flieger der
Marine-Schule in Flensburg-Mürwick bei und wurde am 06.09.1935 an die Luftkriegsschule Gatow
versetzt. Von dort wird er vom 15.06. bis zum 30.06.1936 zur 2.
Seeflieger-Schule nach Stralsund versetzt, bzw. ab dem 01.07.1936 zur 1.
Kompanie der 2. SSO.
Mit dem 01.10.1936 wird er zur Luftwaffe überstellt und gleichzeitig an die Flugzeugführerschule Celle
kommandiert. Nach Ende der Ausbildung erfolgte am 01.04.1937 eine
Kommandierung auf einen Ausbildungs-Lehrgang zur E-Ausbildung an die
Fliegerschule Neu-Ruppin.
Am 01.06.1937 erhält er den Militär-Flugschein und am 11.04.1938 den
Blindflugschein B. Außerdem heiratete er im April 1938 seine Frau Gertrud.
Am 01.08.1937 wird er in die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 255 versetzt und
kommt vom 28.01. bis zum 20.02.1938 zur Ausbildung als Flugleiter zur
Fliegerkommandantur Unterschlauersbach und ab dem 20.07.1939 an die
Langstreckenschule Merseburg.
Am 01.05.1939 wird seine Gruppe in I. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 umbenannt.
Nach der Teilnahme am Polen-Feldzug wird er am 23.02.1940 in die Gruppe des
Geschwaders versetzt, mit der an den Luftkämpfen im Westen teilnahm und am
15.09.1940 zum Kapitän einer Staffel der III. Gruppe ernannt wurde. Vom 27.11.
bis zum 31.12.1940 kommt er zeitweise in die Gefechts-Ergänzungs-Staffel des
Geschwaders.
Mit Beginn des neuen Jahres 1941, kommt er am 01.01. in die III. Gruppe des
Lehr-Geschwaders 1, wo er als Technischer Offizier und Flugzeugführer eine
Verwendung fand. Bei den Kämpfen über dem Mittelmeer im Gruppenstab der Gruppe
im Einsatz, wird ihm am 05.08.1941 die Führung der 9. Staffel der Gruppe
übertragen. Vom 13.06. bis zum 24.06.1942 nimmt Heintz am 8. Lehrgang für
Verbandsführer Ju 88 in Foggia/Italien teil
Als Staffelkapitän bewies er in Einzeleinsätzen und im
Staffelverband beachtliche Tapferkeit und errang große Erfolge. Dafür wurde er
nach über 300 Einsätzen, über Frankreich, England, dem Balkan und Russland, am 17.10.1942, als Hauptmann und Kapitän der 9. (K)
Staffel des Lehr-Geschwaders 1, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
ausgezeichnet. Es folgten große Kampferfolge über dem Schwarzen Meer, der Don-
und Wolchowfront
Im Zuge der Umbenennung der Gruppe in II. Gruppe des Kampfgeschwaders 6 nun
Angehöriger dieses Geschwaders, nimmt er an Einsätzen an der Ostfront, später
aber an der Westfront teil und wird im Januar 1843 in den Befehlsbereich des
Generals der Kampfflieger kommandiert. Von dort wechselt er am 06.04.1943 zur
Erprobungsstaffel 410. Diese Staffel hatte die Aufgabe die neuentwickelte Me
410 im Kampfeinsatz als Schnellbomber zu erproben. Mit Ende der
Erprobungsphase übernimmt er am 18.06.1943 die Führung einer Staffel der III.
Gruppe des Kampfgeschwaders 101, bzw. wird am 31.07.1943 mit der Führung der
V. Gruppe des
Kampfgeschwaders 2 "Holzhammer" beauftragt, die fast ausschließlich
mit Me 410-Flugzeugen ausgerüstet war. Er löste damit den bisherigen
Kommandeur der Gruppe - Wolf-Dietrich meister- ab, der zum Kommodore des
Kampfgeschwaders 51 ernannt wurde.
Am 11.10.1943 zum Kommandeur der V. Gruppe ernannt unternimmt er zahlreiche
Fronteinsätze über England. Am 21. und 22.01.1944 befiehlt die
Luftwaffenführung einen der letzten Großangriffe auf die englische Hauptstadt.
Dabei sollten zwei Angriffswellen am Abend des 21. und am Morgen des
22.01.1944 zum Angriff starten. Die V. Gruppe besetzte gegen Mittag des
21.01.1944 seinen Absprunghafen in Vitry en Artois. Gegen 3.35 Uhr erfolgte
der Start der 2. Welle in der auch Heintz flog. Auf dem Flug zum Angriffsziel wird
er in seiner Me 410 von einem britischen Nachtjäger der 488. RAF-Squadron angegriffen. Der Pilot der britischen Maschine, Flight-Lieutenant
Luma, schoss dabei um 05.15 Uhr die Me 410 A-1, mit der Kennung U5+WJ, des
Kurt Heintz über Lydd Ranges in der Grafschaft Kent ab. Dabei zerplatzte das
Flugzeug buchstäblich in der Luft. Zusammen mit Heintz starb auch sein
Bordfunker Stabsfeldwebel Otto Runge.
Die letzte Ruhestätte der beiden Flieger befindet sich heute auf dem
Soldatenfriedhof in Folkstone/England.