Ritterkreuzträger Harry Herrmann
Oberst, Fallschirmjäger


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Harry Herrmann wurde am 27.05.1909 in Berlin geboren und trat am 03.04.1929 als Polizeianwärter zur Polizeischule Brandenburg/Havel und wechselte am 01.04.1930 zur Schutzpolizei Berlin-Neukölln.
Genau 3 Jahre später kommt er zur 1. Kompanie der Polizeiabteilung z.b.V. "Wecke", die nach einigen Namensänderungen am 12.01.1934 in Landespolizeigruppe "General Göring" umbenannt wurde.
Noch im gleichen Jahr wird er vom 01.10.1934 bis zum 30.09.1935 an die Polizei-Offiziersschule nach Eiche bei Potsdam kommandiert. Diese wurde am 01.06.1935 zur Luftkriegsschule umfunktioniert.
Am 01.10.1935 kehrte, unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant, zu seiner, nunmehr in Regiment "General Göring" umbenannten, Einheit zurück, von wo aus er von August bis Oktober 1936 am 2. Lehrgang und von April bis Mai 1937 am 4. Lehrgang an der Fallschirmschule Stendal teilnimmt.
Am 01.10.1937 wird er Adjutant beim I. Bataillon des Regiments, dem späteren IV. Fallschirmschützen-Bataillon. Hier wird er am 01.01.1938 zum Oberleutnant befördert.
Als am 01.04.1938 das IV. Bataillon des Regiments "General Göring" zum Fallschirmjäger-Regiment 1 umgeformt wird, gehört Herrmann zum I. Bataillon und erhält hier am 01.01.1939 den Posten des Adjutanten.
Am 01.05.1939 wird er Inspektionschef an der Fallschirmschule in Stendal und am 01.08. Ordonnanz-Offizier im Stab der 7. Flieger-Division.
Während des Krieges erhält er am 01.06.1940 das Kommando über die 5. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Regiments 1 in Tangermünde. Im Westfeldzug kämpfte er mit seiner Kompanie um die Brücken bei Moerdijk und Dordrecht.
Bei den Kämpfen um Kreta, sprang er zusammen mit seinen Soldaten der 5. Kompanie am 20.05.1941 bei Karteros in der Nähe des Flugplatzes Iraklion ab. Dabei erblindet er durch einen Kopfschuss teilweise, was ihn jedoch nicht daran hinderte, seine Kompanie auch weiterhin im Kampfe zu führen. Bei der Ausübung seines Postens wurde durch den Kompanie-Hauptfeldwebel Alfred Kurth und seiner Ordonnanz geführt. Beide Kameraden fielen während der Kämpfe an Herrmanns Seite. Bis zum Abend und in der Nacht hatten die Reste der Kompanie schwerste Kämpfe zu bestehen und wurden erst am Morgen durch den Zug des Oberleutnants Graf Blücher abgelöst, dessen Einheit im Laufe der folgenden Kämpfe fast gänzlich aufgerieben wurde.
Nach der Ablösung ließ sich Herrmann auf dem Regimentsgefechtsstand ärztlich versorgen. Für dieses "leuchtende Beispiel an Tapferkeit und Treue zu seinen Soldaten" veranlassten den Kommandierenden General zur Auszeichnung mit dem Ritterkreuz, dass Harry Herrmann am 09.07.1941, als Oberleutnant und Chef der 5. Kompanie, erhielt.
Nach der Beförderung zum Hauptmann, am 25.07.1941 und seiner Genesung, wird er am 01.08.1941 Chef der 1. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Lehr-Bataillons in Döberitz-Elsgrund und erhält hier am, 01.04.1942 die Beförderung zum Major.
Am 01.05.1942 wird er zum Ia des XI. Fliegerkorps ernannt und kommt am 01.10.1942 zur Erprobungs-Abteilung dieses Korps. Nach der Verlegung der Abteilung von Döberitz nach Laval (Frankreich), spezialisiert man sich dort auf die Erprobung von Lastenseglern und neuen Fallschirmen. Fast gleichzeitig wird die Abteilung am 21.04.1943 in I. Bataillon/Fallschirm-Jäger-Regiment 7 umbenannt und verlegt am 21.07.1943 nach Italien, wo man zunächst ital. Verbände entwaffnet und am 12.09.1943 an der Mussolini-Befreiung auf dem Gran Sasso teilnimmt.
Nach dem erfolgreichen Verlauf des Unternehmens wird das Bataillon am 21.09.1943 in Fallschirm-Jäger-Lehr-Bataillon umbenannt und im Rahmen der Kämpfe um den Landekopf Anzio-Nettuno eingesetzt. Am 05.04.1944 wird Herrmann mit seinem Bataillon im Wehrmachtsbericht erwähnt.
Am 01.06.1944 wird er Kommandeur des Fallschirm-Jäger-Regiments 21 und am 03.09.1944 Kommandeur der 6. Fallschirm-Jäger-Division. Bereits am 01.08.1944 war er zum Oberstleutnant befördert worden.
Am 01.02.1945 wird er Kommandeur der Fallschirm-Panzer-Jagd-Brigade "Herrmann" und erhält am 01.04.1945 die Beförderung zum Obersten.
Am 19.04.1945 wird er mit der Führung der 9. Fallschirm-Jäger-Division beauftragt die er bei den Kämpfen um Berlin führt. Hier gerät er am 02.05.1945 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 09.10.1955 heimkehrt.
Zurück in der Heimat tritt er am 02.05.1957 der Bundesluftwaffe bei und wird hier Abteilungsleiter für das Luftlandewesen im Truppenamt und absolviert im Juni den 6. Springer-Lehrgang.
Unter gleichzeitiger Beförderung zum Obersten (Bw) wird er am 01.10.1959 stellvertretender Kommandeur der 1. Luft-Lande-Division und am 01.10.1962 Kommandeur der Luftlande-Transportschule Altenstadt.
Hier erfolgte am 30.09.1967 die Versetzung in den Ruhestand.
Harry Herrmann starb am 12.03.1995 in Altenstadt bei Schöngau.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE