230. Eichenlaubträger Paul-Werner Hozzel
Oberstleutnant i. G., Sturzkampfflieger

Paul-Werner Hozzel wurde am 16.10.1910 in Hamburg als Sohn eines Schiffsmaklers geboren und trat, nach seinem Abitur, im Jahre 1931 dem Artillerie-Regiment 2, wo er im April 1932 zum Unteroffizier und 1934 zum Leutnant befördert wurde.
Als Angehöriger des Heeres erhielt er eine fliegerische Ausbildung und wechselte 1935 zur Luftwaffe, wo er 1936 zum Oberleutnant befördert wurde. Am 01.09.1938 wird Hozzel Staffelkapitän der 2. Staffel des Jagdgeschwaders 20 und im Oktober 1938 zum Hauptmann befördert.
Kurz nach Beginn des Feldzuges gegen Polen, wo er sich das Eiserne Kreuz II. Klasse verdiente, übernimmt er am 01.10.1939 das Kommando über die I. Gruppe des Stuka-Geschwaders 1, nachdem er zuvor der stellvertretende Gruppenführer war.
In Polen, Norwegen und in Frankreich eingesetzt, erhielt Hozzel, stellvertretend für seine Gruppe für die Versenkung mehrerer Kriegsschiffe und 60.000 BRT Handelsschiffstonnage im Nordseeraum und im Kampf um Norwegen, am 08.05.1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als erster Stuka-Flugzeugführer. So flog seine I. Gruppe von Kiel-Holtenau aus den ersten Stuka-Angriff auf die Festungen von Akerhus und Oskarsborg und erzielten hier mehrere Treffer.
Weitere Einsätze folgten gegen Schiffe die am 03.05.1941 die Nachhut aus Namos evakuierten. Bei diesem Angriff konnte  der französische Zerstörer "BISON" (2.435 BRT) und der britische Zerstörer "AFRIDI" (1.820 BRT) versenkt werden.
Es folgten weitere Einsätze auf dem Balkan, im Raum Kreta und im Mittelmeer, bevor Hozzel seine Gruppe im Juni 1941 an seinen Nachfolger, Hauptmann Bruno Dilley abgab. Ab 01.07.1941 ist er Kommandeur der Stuka-Schule Wertheim.
Am 16.10.1941 wird Paul-Werner Hozzel als Major Kommodore des Stuka-Geschwaders 2 "Immelmann" und kurze Zeit später zum Oberstleutnant befördert. Die Einsatzgebiete lagen im Osten. So nimmt das Geschwader an der Schlacht um Stalingrad teil und erringt hier große Erfolge, kann jedoch die Niederlage der 6. Armee nicht verhindern.
Im Januar 1943 wird aus den noch einsatzbereiten Teilen der Stuka-Geschwader 1, 2 und 77 der "Gefechtsverband Hozzel" gebildet, der durchgebrochene feindliche Truppen im Raum Dnjepropetrowsk bekämpfen und vernichten sollte. Nachdem dieser Auftrag erledigt wurde, kam es zur Auflösung des Verbandes. Am 13.02.1943 gibt Hozzel das Kommando des Stuka-Geschwaders 2 an Dr. Kupfer ab und wird für seinen Einsatz am 14.04.1943, als Oberstleutnant und Kommodore des Stuka-Geschwaders 2 "Immelmann" mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Ab dem 13.03.1943 ist er Kommandant der Flughafenbereiche Krim, Kuban und Schwarzes Meer und wird dann am 06.01.1944 an die Luftkriegsakademie nach Berlin-Gatow versetzt. Ab dem 01.04.1944 wird er Leiter der Führungsabteilung der Luftflotte 1 in Kurland und führt ab dem 01.01.1945 die Geschäfte des Stabschefs der Luftflotte.
Bei Kriegsende, am 08.05.1945, geriet Hozzel, als Oberstleutnant i.G., in sowjetische Gefangenschaft, aus der er als einer der letzten deutschen Soldaten erst am 16.01.1956 wieder zurückkehrte. Zwischenzeitlich verbrachte er die Gefangenschaft im Lager Swerdlowsk/Ural.
Hozzel trat noch im selben Jahr der Bundesluftwaffe im Range eines Oberstleutnants bei und stieg dort bis zum Brigadegeneral auf. Zunächst übernimmt er dort den Posten des Chefs des Stabes der Offiziersschule der Luftwaffe in Fassberg/Lüneburger Heide und ist ab Sommer 1957 bis Sommer 1958 Dozent an der Führungsakademie der Luftwaffe in Bonn. Dem schließt sich bis Dezember 1959 die Stellung als Chef des Stabes der Luftwaffendivision Münster/Westfalen, sowie die Übernahme in den Generalstab und die Beförderung zum Oberst i.G., an.
Bis Sommer 1967 ist er dann Chef des Stabes der Luftwaffengruppe Süd in Karlsruhe und wird zum Brigadegeneral befördert. Ab dem 01.10.1967 erhält er den Posten des Chefs des Stabes der Alliierten Streitkräfte Ostseezugang in Karup/Dänemark, den er bis zu seinem Dienstzeitende einnimmt. Am 30.09.1969 wurde er verabschiedet und ging in die wohlverdiente Pension. Dort ist er von 1971 bis 1992 im Vorstand der Badischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.
Paul-Werner Hozzel starb am 07.01.1997 in Karlsruhe.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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