Rolf Karl Ernst Jäger wurde am 01.11.1912 in Klein Kunterstein im Kreis
Graudenz geboren und stellte mit dem 15.09.1934 ein Gesuch zur Einstellung in
das Reichsheer in der 6. (Preuß.) Sanitäts-Abteilung der 6. Division im
Wehrkreis VI in Münster/Westfalen. Kurze Zeit später bestand er am 26.10.1934
das Physikum, die Vorprüfung für Medizinstudenten und trat schließlich am
01.04.1935 dem Infanterie-Regiment Gießen bei.
Ab dem 31.10.1935 besuchte Jäger die Militärärztliche Akademie in Berlin und
trat am 01.11.1935 zur Luftwaffe über. Dort besuchte er vom 24.02. bis zum
31.03.1936 die Luftkriegschule 2 in Berlin-Gatow, sowie vom 06.10. bis zum
30.10.1936 die Sportschule der Luftwaffe. Weiterhin nahm er vom 01.04. bis zum
30.06.193´7 am 11, Semester für Medizin in Berlin teil.
Am 05.01.1938, mit Wirkung vom 01.01.1939, wird er der
Luftkreis-Sanitäts-Abteilung 3, der späteren Luftgau-Sanitäts-Abteilung 8 am
Standort-Lazarett in Liegnitz zugeteilt. Am 08.12.1938, mit Wirkung vom
22.12.1938 erfolgte jedoch seine Versetzung in die Luftgau-Sanitäts-Abteilung 6
bzw. in die Luftwaffen-Sanitäts-Staffel in Münster/Westfalen.
Am 20.12.1938 legte er sein Staatsexamen ab und erhält am 22.12.1938 seine
Bestallung zum Arzt. In der Folge wird er am 17.01.1939 durch die
Luftwaffen-Sanitäts-Abteilung 6, der ehemaligen Luftkreis-Sanitäts-Abteilung 4,
zum Offizier gewählt und am 23.02.1940 zur Fallschirmjäger-Sturmabteilung Koch
versetzt, womit er der Versuchs-Abteilung Friedrichshafen bzw. der 7.
Flieger-Division unterstellt war.
Der Sturmabteilung Koch fiel mit Beginn des Feldzuges im Westen die schwere
Aufgabe zu die starke und schwer bewaffnete Festung Eben Emael bzw. wichtige
Straßenbrücken in Besitz zu nehmen und damit den deutschen Vormarsch zu
ermöglichen.
Am 10.05.1940 gegen 04.30 Uhr startete die Sturmgruppe "Beton" unter
Leutnant Gerhard Schacht und einschließlich des Abteilungsstabes mit 11
Lastenseglern vom Flugplatz Köln-Ostheim zum Angriff und der Inbesitznahme der
wichtigen Brücke bei Vroenhoven. Gegen 05.15 Uhr erfolgte die Landung aller
Lastensegler an den avisierten Landepunkten trotz gegnerischer Abwehr. Zusammen
mit dem Abteilungsstab landete Dr. Jäger in unmittelbarer Nähe zur Brücke. Die
Sprengung der Brücke konnte in letzter Minute durch das beherzte Eingreifen des
Gefreiten Wenzel verhindert werden. Die Sturmgruppe hatte weiterhin den Auftrag
eine ca. 1.200 m westlich der Brücke liegende Grabenstellung auszuheben. Dabei
konnten etwa 300 Gefangene eingebracht werden. Dabei fielen vier Mann der Gruppe
und es wurden sechs Mann schwer verwundet. Bereits gegen 05.20 Uhr befindet sich
der Brückenkopf fest in deutscher Hand und konnte bis zum Eintreffen von Teilen
der 7. Kompanie des Schützen-Regiments 12 und Teilen des Bataillons zbV. 100,
gegen 12.00 Uhr, gehalten werden. Direkt nach seiner Landung hatte Dr. Jäger
sofort seine Tätigkeit als Arzt aufgenommen. Dabei zeichnete er sich besonders
bei der Bergung der insgesamt sieben gefallenen und 24 zum Teil schwer
Verwundeten der Sturmgruppe aus. Dafür wird ihm am 15.05.1940 als Oberarzt in
der Sturmgruppe "Betun", der Fallschirm-Jäger-Sturmabteilung Koch das
Ritterkreuz verliehen.
Unmittelbar mit Ende dieses Einsatz kehrt Dr. Jäger wieder zur
Luftwaffen-Sanitäts-Staffel Münster der Luftgau-Sanitäts-Abteilung 6 zurück und
wird am 01.08.1940 zum Bataillonsarzt des I. Bataillon beim
Fallschirmjäger-Sturm-Regiment 1 in Hildesheim ernannt. Dr. Jäger nimmt in der
Folge an den Einsätzen des Regiments in Griechenland, insbesondere Kreta und im
Mittelabschnitt der Ostfront, ab Juni 1941, teil.
Ab dem 01.09.1942 gehörte er dann der 15. Kompanie des
Fallschirmjäger-Ergänzungs-Regiments 1 an und nimmt weiterhin an den Kämpfen im
Raum Anzio-Nettuno und in Norditalien teil. Bei welcher Einheit ist bisher
unbekannt. Bei Kriegsende ist er Leiter des Kriegs-Lazaretts 21 in Tarvis und
gerät so am 08.065.1945 als Oberstabsarzt in britische Gefangenschaft, aus der
er am 20.01.1947 entlassen wird.
Dr. Rolf Jäger verstarb am 06.01.1984 in Hagen/Westfalen.