Gerhard Krems wurde am 04.05.1920 in Dresden
geboren und trat am 09.11.1938 der Luftwaffe bei. Seine
Flugzeugführer-Ausbildung erhielt er ab dem 15.03.1939 an der Luftkriegsschule
Berlin-Gatow, die ab Januar 1940 in Luftkriegsschule 2 umbenannt wurde, unter
dem damaligen Generalmajor Hellmuth Bieneck. Am 01.11.1939 wird Krems an die
Flugzeugführerschule FFS E (C) nach Alt-Lönnewitz, unter dem damaligen Oberst
Erich Marcard, kommandiert, wobei danach ein Lehrgang im Nacht- und
Instrumentenflug an der Blindflugschule 5, unter
Oberstleutnant Rudolf Starke
in Stargard folgte, den er am 15.04.1940 abschloss.
Ab dem 16.04.1940 begann er erste Trainingsflüge mit der Do 17 an der
Aufklärungsfliegerschule 1 in Grossenhain.
Nach der Beförderung zum Leutnant wurde Krems einer Ergänzungsstaffel
zugeteilt und wartete auf einer Verwendung als Aufklärungsflieger, bis er dann am 15.08.1940 zur Stabsstaffel des Kampfgeschwaders 27
versetzt wurde, da dort Piloten gesucht wurden. Mit dieser Staffel nahm er an den Einsätzen des Geschwaders
bei der Luftschlacht über England teil und absolvierte dort 39 Kampfeinsätze,
meistens mit seiner He 111 1G+BA und erwarb sich beide Eisernen Kreuze. Als
Flugzeugführer errang er bedeutende Erfolge gegen die britische
Versorgungsschifffahrt.
Am 23.04.1941 verlegt er mit seiner Gruppe nach Polen und nahm an den
folgenden Kampfhandlungen gegen die Sowjetunion teil. Vor allem gegen
gegnerische Flugplätze, Nachschubverbindungen und Schiffe erwarb er sich
besondere Erfolge.
Später, als Flugzeugführer in der 2. Staffel des Geschwaders, an der Schlacht
auf der Krim beteiligt, wird er, nach weiteren schweren Einsätzen am
21.05.1944 zum Ia im Stab des Generalkommandos des I. Fliegerkorps versetzt.
Zuvor war ihm für seine 170 Einsätze am 25.05.1942, als Leutnant und
Flugzeugführer in der 2. Staffel des Kampfgeschwaders 27 "Boelcke", das
Ritterkreuz verliehen worden. Die Versetzung zum Ia, wo er später den Posten
des Adjutanten übernahm, erfolgte anlässlich eines Besuchs des Ia beim
Geschwader. Dieser wurde auf Krems aufmerksam und lobte die Arbeit von Krems
als Einsatzoffizier. Dadurch forderte er ihn dann später als Adjutanten an.
Im Letzten Kriegsjahr flog Krems am Himmel über Rumänien und Ungarn und
beendete den Krieg im Lazarett in Teplitz-Schönau, wo er in russische
Gefangenschaft geriet, aber bereits am 20.10.1945 entlassen wurde. Bis
Kriegsende flog er mehr als 250 Kampfeinsätze.
Nach dem Krieg studierte er an der Berliner Universität, wurde Ingenieur in
der Wasserwirtschaft und bekam internationale Anerkennung auf dem Gebiet der
Wellen-Konstruktion, bis er im Jahre 1980 in die wohlverdiente Pension ging.