Helmut Lipfert wurde am 08.06.1916 in
Lippelsdorf/Thüringen geboren, avancierte beim Reichsarbeitsdienst zum Führer
und trat am 03.11.1937 der Nachrichten-Abteilung 37 der
1. Panzer-Division bei, mit der er als Unteroffizier am Polen- und
West-Feldzug teilnahm.
Anfang 1941 meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe, erhielt dort eine
Jagdfliegerausbildung und wurde als Feldwebel im Juni 1942 zum
Offiziers-Anwärter ernannt.
Am 16.12.1942 kam er als Leutnant zur 6. Staffel des Jagdgeschwaders 52 an die
Ostfront, wo er am 30.01.1943, auf seinem 18. Feindflug seinen 1. Luftsieg
errang. Am 15.09.1943 schoss er seinen 20. Gegner vom Himmel und wurde zum
Führer der 6. Staffel ernannt. Als solcher bezwang er bereits am 08.10.1943
seinen 34., bzw. am 05.12.1943 seinen 72. Gegner. Am 25.01.1944 schoss er
seinen 88. Gegner ab und erhielt zunächst Urlaub, von dem er Ende März 1944
zurückkehrte. Dabei errang er am 01.04.1944 seinen 90. Luftsieg und wurde
dafür am 05.04.1944, als Leutnant und Staffelführer der 6. Staffel des
Jagdgeschwaders 52, mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 11.04.1944 folgte der 100. Abschuss und am 24.10.1944 der 150. Bis Ende
1944 konnte Lipfert 166 Abschüsse.
Am 15.02.1945 übernimmt er das Kommando über die I. Gruppe des Jagdgeschwaders
53 "Pik As" in Ungarn, wo er am 08.04.1945 seinen 200. Luftsieg errang.
Auf seinem letzten Feindflug schoss er seinen 203. Gegner ab und erhielt dafür
am 17.04.1945 das 837. Eichenlaub aus den Händen des Kommandierenden Generals
des II. Flieger-Korps Paul Deichmann, als Hauptmann und Kommandeur der I.
Gruppe des Jagdgeschwaders 53.
Nach der Auflösung der I. Gruppe, kehrt Lipfert wieder zur II. Gruppe des JG
52 zurück und übernimmt dort die 7. Staffel bis zum unmittelbaren Kriegsende.
Helmut Lipfert, möglicherweise ab der Beförderung zum Leutnant immer
Kriegsoffizier, errang auf über 700 Feindflügen, 203 Abschüsse, wobei er
selbst 13mal abgeschossen wurde. Weiterhin blieben 27 Abschüsse unbestätigt.
Außerdem versenkte Lipfert zwei Schnellboote und 30 Lkw.
Er geriet bei Kriegsende in alliierte Gefangenschaft, wurde aber nicht an die
Sowjetunion ausgeliefert. Wieder in Freiheit wird er Lehrer.
Helmut Lipfert verstarb am 10.08.1990 in Einbeck.