8. Brillantenträger Walter Nowotny
Major, Jagdflieger
Walter Nowotny wurde am 7. Dezember 1920 in Gmünd/Niederösterreich geboren und trat bei Kriegsbeginn in die Luftwaffe ein. Hier erhielt er eine Ausbildung zum Jagdflieger.
Anfang Februar 1941 wurde er nach einer verkürzten Ausbildung an die 9. Staffel des Jagdgeschwaders 54 versetzt, wo er am 23. Juli 1941 seinen ersten Luftsieg an der Ostfront errang. Wenige Tage später gelang ihm der Abschuss von drei Feindmaschinen an einem Tag. Gleichzeitig wurde auch er das erste mal abgeschossen und musste notwassern. Drei Tage trieb er in einem Rettungsfloß, bevor er an Land gelangte. Nowotny kehrte zu seinem Geschwader zurück und flog weitere Einsätze.
Bis zum 4. September 1942 hatte er 56 Luftkämpfe gewonnen, davon sieben an einem Tag. Hierfür wurde ihm als Leutnant und Flugzeugführer der 9. Staffel des Jagdgeschwaders 54, am 04.09.1942, das Ritterkreuz verliehen.
Im Oktober 1942 wurde Nowotny Kommandeur der 9. Staffel und machte seine Einheit zur erfolgreichsten der ganzen Luftwaffe. Aufgrund des Staffelwappens, eines Teufels, wurde die Staffel auch "Die Teufelsstaffel" genannt.
Am 1. Februar 1943 wurde Nowotny zum Oberleutnant befördert und am 15. Juni 1943 schoss er seinen 100. Gegner ab.
Am 4. September 1943 wurde ihm für 200 Luftsiege, als Oberleutnant und Staffelkapitän der 1. Staffel seines Geschwaders, das 293. Eichenlaub verliehen, nachdem er am 21. August 1943 Staffelkapitän der 1. Staffel geworden war. Bereits 18 Tage später erhielt er am 22.09.1943, als Hauptmann und Kommandeur der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 54, die 37. Schwerter zum Eichenlaub.
Bei den Fliegern der Roten Armee wurde Nowotny auch "Tiger von Wolchowstroj" genannt, nachdem er in diesem Gebiet äußerst erfolgreich gewesen war.
Am 14. Oktober 1943 bezwang er auf seinem 421. Feindflug seinen 250. Gegner und war damit der erste Pilot, der diese Marke erreichte. Hierfür wurden ihm am 19. Oktober 1943, als Hauptmann und Kommandeur der I. Gruppe, die 8.Brillanten verliehen.
Zu seiner großen Enttäuschung bedeutete diese Auszeichnung aber auch da Ende seiner Jagdfliegertätigkeit und er wurde zum Leiter der Jagdfliegerschule 1 in Frankreich ernannt. Alle Versetzungsanträge von ihm scheiterten. Erst im Juli 1944 hatte er wieder die Gelegenheit, an die Front zu gehen: Er wurde Kommandeur der ersten Einheit, die mit den neuen Me 262 ausgestattet wurde, dem "Erprobungskommando Nowotny". Er testete mit seinem Männer die neue Waffe und verbesserte sie.
Am 1. September 1944 wurde er zum Major befördert und schoss mit der Me 262 zwei schwere Bomber B-17 ab. Doch nun wurde er erneut mit einem Feindflugverbot belegt.
Als am Morgen des 8. Novembers 1944 schwere Luftkämpfe seiner Einheit gemeldet wurden, hielt er es nicht mehr aus, sprang in seine Maschine und rollte zum Start. Auf diesem Feindflug gelang ihm ein erneuter Abschuss einer B-17. Beim Landeanflug auf den Flugplatz Achmer-Bramsche wurde seine Maschine von einer Staffel "Mustangs" abgefangen und abgeschossen. Es gelang Nowotny zwar noch, seinen Fallschirm zu ziehen, doch verfing sich dieser im Leitwerk seiner Maschine und riss ihn in den Tot.
Insgesamt hatte er auf 443 Feindflügen 258 Feindflugzeuge abgeschossen, darunter drei mit der Me 262.
Sein Grab befindet sich seit seiner Beerdigung auf dem Wiener Zentralfriedhof. Die Stadt Wien stiftete diesem höchstdekoriertesten Soldaten des 2. Weltkriegs ein Ehrengrab, welches selbst während der sowjetischen Besatzungszeit bis 1955 gepflegt wurde. Die Einstufung als Ehrengrab bedeutet, daß die Pflege des Grabes von der Stadt Wien übernommen wird.
Nun entschied der Wiener rot-grüne Stadtrat, am 23.05.2003, dem Grab Nowotnys die Einstufung als Ehrengrab abzuerkennen.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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Bilder www.wk2.info
Die Feierlichkeiten zum Gedenken an Walter Nowotny - http://www.wk2.info/nowotny_gedenken04.html