Walter "Gulle" Oesau wurde am 28.
Juni 1913 in Farnewinkel im Kreis Dithmarschen geboren. Er trat 1933 in die
Wehrmacht ein und absolvierte die Grundausbildung in einem
Artillerie-Regiment. Im Jahre 1934 nahm er als Fahnenjunker an einem
Flugtraining der Deutschen Verkehrsfliegerschule teil. Nach dem Abschluss
dieses Trainings wurde er zum Jagdgeschwader "Richthofen" versetzt.
Leutnant Oesau war einer der ersten Jagdpiloten die im Rahmen des
Jagdgeschwaders 88 in Spanien kämpften. Er kämpfte hier in der 3. Staffel des
Jagdgeschwaders und errang 9 Luftsiege. Für seine Erfolge in Spanien war Oesau
einer von 27 Soldaten die das Spanienkreuz in Gold mit Brillanten verliehen
bekamen. Weiterhin erhielt er aufgrund einer Verwundung das Spanische
Verwundetenabzeichen.
Am 01. März 1939 war Oesau Mitglied des Stabsschwarms der I. Gruppe des
Jagdgeschwaders 2 und wurde am 15. Juli als Oberleutnant Staffelkapitän der 1.
Staffel des Jagdgeschwaders 20 aus welcher später die 7. Staffel des JG 51
wurde.
Seinen ersten Luftsieg erringt Oesau am 13. mai 1940 und beendete den
Frankreichfeldzug mit 4 weiteren Abschüssen.
Am 18. August 1940 war er der 5. Luftwaffen-Pilot der 20 Weltkriegsabschüsse
zu verzeichnen hatte, was ihm am 20.08.1940 als Hauptmann das Ritterkreuz
einbrachte.
Seit dem 25. August 1940 Gruppenkommandeur der III. Gruppe des JG 51 wurde er
am 11. November 1940 Gruppenkommandeur der III. Gruppe des JG 3. Diese Gruppe
führte er auch beim Angriff auf die Sowjetunion.
Am 05. Februar 1941 erzielte er seinen 40. Abschusserfolg und erhält dafür das
9. Eichenlaub der Wehrmacht. Am 30. Juni 1941 erringt er den 450. Luftsieg und
schießt am 10. Juli 1941 5 Flugzeuge an einem Tag ab und erringt damit
Abschuss Nr. 64 bis 68, erzielt am 11. Juli Abschuss Nr. 70 und am 17. Juli
Abschuss Nr. 80. Für diese Leistung bekam er die Schwerter zum Ritterkreuz
zuerkannt.
Ende Juli 1941 wurde Oesau an die Westfront berufen um das Kommando über das
JG 2 zu übernehmen, wo er am 26. Oktober seinen 100. Abschuss erringen konnte
und er somit der 3. Pilot war, der diese magische Grenze erreichen konnte. Nun
wurde ihm verboten weitere Kampfeinsätze zu fliegen, da man somit verhindern
wollte, das Oesau eines Tages von einem Kampfeinsatz nicht mehr zurückkam und
man so auf seine Erfahrung und Führungsqualität hätte verzichten müssen. So
folgten verschieden Stabstätigkeiten und er wurde außerdem zum
Jagdfliegerführer Britannien ernannt.
Am 12 November 1943 bekommt er erneut die Möglichkeit Kampfeinsätze zu fliegen
und zwar als Nachfolger des Kommodore des JG1 Oberst Hans Philipp, der bei
einem Kampfeinsatz den Tod fand. In nur kurzer Zeit erzielte er 14 Abschüsse
amerikanischer B-17 und B-24 Bomber.
Am 11. mai 1944 führte Oesau 3 Flugzeuge des Stabsschwarm an, die vom
Fliegerhorst Paderborn aufstiegen um alliierte Bomber abzufangen die von
Nordwesten über Belgien und Luxemburg einflogen. Beim Angriff auf die Bomber
wurde Oesau von 2 begleitenden P-38 Jagdflugzeugen angegriffen und
abgeschossen. Dabei wurde Walter Oesau in seiner Bf 109-G/6/AS (Werksnummer
20601) "Grüne 13" in der Nähe von st. Vith getötet.
Walter Oesau errang in mehr als 300 Kampfeinsätzen 126 Luftsiege, davon fielen
9 auf den Spanischen Bürgerkrieg, 74 an die Westfront und 44 an der Ostfront.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
