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10. Schwerträger Max-Hellmuth Ostermann
Oberleutnant, Jagdflieger

Max-Hellmuth Ostermann wurde am 11. Dezember 1917 in Hamburg, als Sohn eines Justizbeamten, geboren, legte sein Abitur ab und trat Ende 1937 als Fahnenjunker der Luftwaffe bei, wo er kurz vor Kriegsbeginn zum Leutnant befördert wurde. Zu diesem Zeitpunkt gehörte er der I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 1 an und flog ab September 1939 erste Einsätze mit der Me 110 über Polen.
Im März 1940 wurde Ostermann zu den Jagdfliegern versetzt und der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 21 zugeteilt. Nach Beginn des Feldzuges im Westen erzielte er am 20. Mai 1940 den ersten seiner beiden Abschüsse im Krieg gegen Frankreich. Die I. Gruppe des Geschwaders, zu der auch Ostermanns Staffel gehörte, wurde nach Ende der Kampfhandlungen am 15. Juni 1940 in III. Gruppe des Jagdgeschwaders 54 umbenannt.
Während der Luftschlacht um England schoß Ostermann weitere 6 gegnerische Flugzeuge ab. Am ersten Tag des Balkanfeldzuges erzielte er über Belgrad den Abschuß einer jugoslawischen Me 109, und stand dann ab dem 22. Juni 1941 im Ostfeldzug im Einsatz. Erst dort sollte seine Karriere so richtig Antrieb finden.
Schon in den ersten Tagen des Rußlandfeldzuges konnte Ostermann die Zahl seiner Luftsiege schnell erhöhen. Nachdem er seinen 29. Luftsieg errungen hatte, wurde ihm als Leutnant und Flugzeugführer in der 7. Staffel des Jagdgeschwaders 54 am 04. September 1941 das Ritterkreuz verliehen. Kurz darauf erfolgte auch die Beförderung zum Oberleutnant, die rückwirkend auf den 1. September 1941 datiert wurde.
Die 7. Staffel des Jagdgeschwaders 54 wurde seit ihrer Aufstellung von Oberleutnant Günther Scholz geführt. Nachdem dieser am 1. August 1941 nach einer Bruchlandung für 6 Wochen ausfiel, übernahm der spätere Ritterkreuzträger Oberleutnant Gerhard Koall die Führung über die 7. Staffel. In dieser Zeit entwickelte Ostermann die Idee der Jagdeinsätze weit ins feindliche Hinterland, für die er später bekannt werden sollte. Doch bei seinen Kameraden war dies alles andere als beliebt. Ostermann selbst hatte sich inzwischen durch die Vielzahl seiner Einsätze und das Ausfeilen seiner Luftkampftaktik zu einem echten Experten im Kurvenkampf entwickelt. Um diese Einsätze jedoch überhaupt fliegen zu können, hatte sich Ostermann Holzklötze auf die Pedale seiner Me 109 montieren lassen. Die Kurvenkämpfe erforderten große körperliche Kraft, Ostermann selbst war von eher kleiner Statur.
Am 2. November 1941 wurde Oberleutnant Ostermann von der 7. Staffel in die 3. Staffel des Jagdgeschwaders 54 versetzt. Sein nunmehriger neuer Staffelkapitän, Oberleutnant Schmoller-Haldy, ließ ihm bei seinem fliegerischen Einsatz mehr Freiheiten.
Ohne Furcht durchquerte Ostermann feindliches Flakfeuer und griff den Gegner überall dort an, wo er ihn antraf, und somit erhöhte sich auch sein Abschußkonto schnell. Am 9. Januar 1942 schoß er seinen 50. Gegner vom Himmel, am 28. Januar 1942 konnte er bereits seinen 60. Luftsieg erringen. Dafür wurde ihm als Oberleutnant und Flugzeugführer in der 3. Staffel des Jagdgeschwaders 54 am 12. März 1942 das 81. Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Gleichzeitig mit der Eichenlaubverleihung wurde Oberleutnant Ostermann zum Staffelkapitän der 8. Staffel des Jagdgeschwaders 54 ernannt.
Die folgenden Wochen brachten schwere Kämpfe über dem Luftraum Cholm-Demjansk, wobei sich Ostermann immer perfekter auf die Gegner einstellen konnte. Letztlich perfektionierte er seine Taktik derart, daß er nicht mehr abzuschütteln war, sobald er sich hinter einem gegnerischen Flugzeug befand. So folgte am 12. Mai 1942 sein 100. Abschuß. Damit war Ostermann der 6.  Jagdflieger überhaupt der diese Anzahl erreichte. Allerdings wurde er bei seinem 100. Abschuß schwer am rechten Oberschenkel und Unterarm verwundet. Nur mit Mühe gelang es ihm, noch bis zum Flugplatz zurückzukehren und die Maschine zu landen. Halb bewußtlos wurde er anschließend in ein nahes Feldlazarett gebracht, wo er sofort operiert wurde.
Für seine bisherigen Erfolge, einschließlich seines 100. Luftsieges, wurde Ostermann am 17. Mai 1942 als Oberleutnant und Staffelkapitän der 8. Staffel des Jagdgeschwaders 54 mit den 10. Schwertern zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Wieder genesen, kehrte er Anfang August 1942 zu seinem Geschwader zurück. Nachdem ein Teil des Geschwaders in den Mittelabschnitt verlegte, blieb die III. Gruppe an der Nordfront zurück, und somit auch Ostermann als Kapitän der 8. Staffel.
Oberleutnant Ostermann hielt an der riskanten Idee von Jagdeinsätzen im weiten Hinterland des Gegners fest. Schon kurz nach seiner Rückkehr konnte er am 8. August 1942 seinen 101. Luftsieg erzielen. Doch bereits einen Tag später sollte ihn sein endgültiges Schicksal ereilen.
Am 9. August 1942 war Ostermann westlich von Amossowo, nördlich von Welikije Luki, allein mit seinem Rottenflieger unterwegs. Überraschend wurde er von einer sowjetischen P-40 „Curtiss“ aus der Überhöhung heraus angegriffen und tödlich abgeschossen. Sein Katschmarek konnte den russischen Jägern entkommen. Vor seinem eigenen Abschuß hatte Ostermann noch seinen 102. und letzten Luftsieg erzielen können.

Auf über 300 Feindflügen schoss Ostermann 102 Flugzeuge ab, davon 8 an der Westfront. Viele seiner Abschüsse dokumentierte er durch Abschussfilme. Außerdem wurde er mehrmals im Wehrmachtsbericht genannt, wobei angemerkt werden muss, das die Erwähnungen im Wehrmachtsbericht nicht mit den tatsächlichen Ereignissen zeitlich übereinstimmen:

24.04.1942: "Oberleutnant Ostermann errang am gestrigen Tage seinen 83. bis 85. Luftsieg."
07.05.1942:
"Oberleutnant Ostermann errang am gestrigen Tage seinen 95. bis 96. Luftsieg."
14.05.1942:
"Oberleutnant Ostermann, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, errang seinen 100. Abschuss."
14.08.1942:
"Der mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnete Oberleutnant Ostermann, Staffelkapitän im Jagdgeschwader Trautloft, ist nach seinem 102. Luftsieg vom Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrt. Mit diesem tapferen Offizier verliert die Luftwaffe einen ihrer kühnsten und erfolgreichsten Jagdflieger."

Mit dankbarer Zusammenarbeit durch www.cimm.de.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fahnenjunker 00.00.1937 Flugzeugführer-Abzeichen

???

Leutnant 00.00.1939 Eisernes Kreuz II. Klasse ???
Oberleutnant 01.09.1941   Eisernes Kreuz I. Klasse ???
      Frontflugspange für Jagdflieger in Bronze ???
      Frontflugspange für Jagdflieger in Silber ???
      Frontflugspange für Jagdflieger in Gold m. Einsatzzahl "300" ???
      Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 04.09.1941
      81. Eichenlaub zum Ritterkreuz 12.03.1942
      Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
      10. Schwerter zum Eichenlaub 17.05.1942

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:

               

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