130. Schwerterträger Ernst Wilhelm Reinert
Oberleutnant, Jagdflieger

05.02.194422.06.194112.06.1941

Ernst Wilhelm Reinert wurde am 02.02.1919 in Lindenthal bei Köln, als Sohn eines Hilfsarbeiters bei der Deutschen Reichsbahn,  geboren
Im Jahre 1924 sah er anlässlich eines Besuches des Reichspräsidenten Hindenburg eine Flugschau und fasste schon da den Entschluss Flieger zu werden.
Er trat der Hitlerjugend bei um seinem Traum näher zu kommen, obwohl seine Eltern dies als zu gefährlich fanden. Er trat mit 13 Jahren dem Deutschen Luftsport-Verein bei, nachdem er zunächst als zu jung abgelehnt wurde. Schnell erlernte er das Segelfliegen.
Nach dem Abschluss der Volksschule in Leverkusen wollte er Motorbauer werden, wurde jedoch nicht angenommen und wurde so normaler Mechaniker. Nach seinem Arbeitsdienst trat er der Wehrmacht bei und wäre fast in der Infanterie gelandet, wenn er nicht die Chance gehabt hätte mit einem Heeresoffizier einen Gleitflug über Sylt zu absolvieren. Dadurch kam er im April 1939 an die  A/B-Schule, wo er einer der besten Schüler wurde.
Im April 1941 kam er zum Ersatz-Jagd-Geschwader 77 nach Wien. Nachdem die II.Gruppe des aktiven Jagdgeschwaders 77 vom Einsatz für die Operation "Mercury" zurückkehrte, wurde Unteroffizier Reinert zur 4. Staffel des Jagdgeschwaders versetzt, die zu dieser Zeit in Rumänien lag.
Mit Beginn des Feldzuges gegen Russland nahm auch Reinerst Einheit am Kampf gegen die Sowjetunion teil. Am 08.08.1941 schoss er während eines Begleitfluges für He-111 Bomber seinen ersten Gegner, einen IL-16-Jäger ab, nachdem "Freie Jagd" befohlen wurde. Am 14.08.folgte eine weiterer Erfolg und am 19. ein weiterer. Am 31.08.schoss er auf 2 Feindflügen 3 feindliche Bomber ab.
Im September flog Reinert als Flügelmann mit Heinrich Setz, innerhalb dieses Einsatzes musste Reinert notlanden. Es kam heraus, das Reinert an seinem Flugzeug ein defekt festgestellt hatte, den er aber nicht meldete um Einsätze fliegen zu können. Als Strafe wurde er von den zukünftigen Einsätzen ausgenommen. Heinrich Setz dachte Reinert so lange am Boden halten zu können bis der Feldzug beendet war.
Er wurde eingeteilt innerhalb einer Rotte Flugplatzschutz zu fliegen, als beide Flugzeuge von mehreren sowjetischen Ratas angegriffen wurde. Reinerts Me-109 wurde stark beschädigt, konnte aber sicher gelandet werden.
Daraufhin wurde das Einsatzverbot aufgehoben. Am 23.10.1941 errang er seinen 20. Abschusserfolg. Am 27.10. schoss er drei weitere Gegner ab, musste aber in feindlichen Linien notlanden, wo er von einem Waffen-SS Stosstrupp zu den eigenen Linien geholt wurde.
Im Winter wurde die II. Gruppe in den westen verlegt, die noch verwendeten Me-109-E-Jäger wurden an die I./LG 2 abgegeben. Die Piloten des Jagdgeschwaders wurde auf Lehrgänge geschickt um sich mit dem neuen Typ Me-109-F anzufreunden. Im März 1942 kehrte er zu seiner Staffel  nach Sarabus auf der Krim zurück.
Am 17. März 1942 schoss er eine Polikarpov ab und 2 Tage später weitere 2 Flugzeuge. Am 20. Mai hatte er einen Abschusskonto von 45 Abschüsse zu verzeichnen und am 09.06.bereits 51.
Am 01.07.1942 erhielt er für seine nunmehrigen 53 Abschüsse das Ritterkreuz. Bereits am 08.07. schoss er weitere 4 Flugzeuge, darunter 3 britische Hurricanes ab, die den Sowjets geschickt worden waren. Am 07.10.1942 erhielt er als Feldwebel in der 4. Staffel des JG 77 das 131. Eichenlaub.
Später wurde die Einheit nach Afrika verlegt, dort schoss er am 06.Mai 1943 eine Spitfire ab, dies war der letzte Abschuss auf dem afrikanischen Schauplatz für ihn, und stellte den 153. Liftsieg dar.
Bi der Evakuierung Afrikas, nahmen selbst die Jagdflugzeuge jeweils 2 Personen auf den Flügeln mit nach Italien.
In der nächsten Zeit lag Leutnant Reinert auf Sizilien und kam erst ab dem 10.Juli während der Invasion der Insel zu weiteren Einsätzen.
Nach der Abspaltung Italiens wurde die II. Gruppe in den Norden Italiens verlegt um dort den Luftraum zu schützen. Dort übernahm er im Oktober 1943 das Kommando über die 3. Staffel. Am 07.Dezmber schoss er seinen 165. Gegner ab.
Nach einer Krankheit wurde Reinert am 03.April 1944 Führer der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 27 in Österreich.
Als Oberleutnant wurde er nach kurzer Zeit Chef der 12. Staffel des JG 27.
Nach dem Beginn der Invasion in der Normandie wurde die IV. Gruppe des JG 27 dorthin verlegt, wo Reinert seinen 170. Abschuss erreichen konnte. Weiterhin wurde er am 17. Juni und am 05. Juli 1944 im Luftkampf verwundet.
Am 01.08.1944 wurde die Gruppe fast vernichtet aus dem Kampfgebiet gezogen, sie wurde in der Heimat aufgerüstet und zur 14.Staffel des JG 27 umbenannt.
Nach der Operation Bodenplatte wurde Reinert als Oberleutnant Chef der IV. Gruppe des Jagdgeschwaders und erhielt am 30.Janaur 1945 die Schwerter zum Eichenlaub. Weiterhin wurde er zum Hauptmann befördert. Seine Gruppe allerdings musste am Boden bleiben und wurde am 21.März 1945 aufgelöst. Als Pilot der Me 262 kam er zum JG 7, wo jedoch nicht mehr zum Einsatz kam.
Nach dem krieg studierte Reinert Medizin und eröffnete seine eigene Praxis.
Er schoss 174 Flugzeug ab, zerstörte 16 am Boden und zerstörte 16 gepanzerte Fahrzeuge und 6 Lokomotiven.

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