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Ritterkreuzträger Eberhard Schaefer
Oberleutnant, Kampfflieger

22.06.194112.06.1941

Eberhard Schäfer wurde am 25.08.1924 in Magdeburg-Sudenburg geboren, zog aber im Rahmen der Familie, noch als Kind, nach Detmold um. Dort kam er schnell mit der Segelfliegerei in Berührung für die er sich sofort begeisterte. So bestand er bereits mit 15 Jahren seine C-Prüfung und meldete sich anschließend freiwillig zur Luftwaffe. Dort trat er dann am 01.12.1941 als Offiziersbewerber ein. Bei der Luftwaffe erhielt er bis zum 25.02.1942 eine militärische Grundausbildung in der 6. Kompanie des Flieger-Ausbildungs-Regiments 33 in Detmold. Mit Ende der Grundausbildung kommt er an die Luftkriegsschule Dresden-Klotzsche und erhält dort seine Offiziers- und Flieger-Ausbildung. Von dort wird er zur Flugzeugführerschule C(6) nach Kolberg versetzt und dort auf verschiedene Kampfflugzeugtypen geschult. Daran anschließend erhielt er bis zum 25.05.1942 eine Blindflugausbildung in Kopenhagen-Kastrup.
Anfang Juni 1943 kommt der frischgebackene Leutnant in die IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 an die Front. Junge Besatzungen der IV. Gruppe erhielten eine Frontausbildung in Bobruisk bei Minsk und flogen dort erste Einsätze gegen Partisanenlager bei Roslawl. Erst mit gewissen Vorraussetzungen erfolgte dann die Versetzung in die 5. Staffel des Geschwaders nach Sjchtschinskaja bei Roslawl, wo er dann nach 20 Fronteinsätzen die Frontflugspange in Bronze erhielt.
Am 01.09.1943 erfolgte die Verlegung der II. Gruppe in den Südabschnitt der Ostfront. Dort blieb die Gruppe jedoch nur kurz und verlegte dann nach Saloniki in Griechenland und flog dort Unterstützungseinsätze zur Rückeroberung der Inseln Leros, Samos, Kos und Kios. Auf diesen waren englische Truppen gelandet, nachdem die italienischen Inselbesatzungen sich aufgrund des Waffenstillstandes mit den Alliierten zurückgezogen hatten. Hauptaufgabe dabei bestand für die deutschen Ju-88 in der Bekämpfung von Schiffszielen.
Nach rund zwei Monaten Einsatz in der Ägäis verlegte die Gruppe am 30.11.1943 zurück in den Südabschnitt der Ostfront. Bis zu dieser Verlegung hatte Schaefer 110 Feindflüge zu verzeichnen. Damit hatte er diese Zahl von Feindeinsätzen in ganzen drei Monaten erreicht. Für war eine für sein Alter und aufgrund der Schwere der Einsätze fast unglaubliche Leistung.
Die Gruppe, mit dem Einsatzhafen Kalinowka, flog hier Einsätze zur Unterstützung der deutschen Truppen beim Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy. Am 04.01.1944 verlegte die Gruppe dann nach Winniza und von dort vier Tage später nach Lublin in Polen. Zwischenzeitlich war die Gruppe in III. Gruppe des Kampfgeschwaders 3 umbenannt worden, womit Schaefers 5. Staffel nun die 8. Staffel wurde. Zusammen mit seiner Staffel lag Schaefer auf dem 100 Kilometer südöstlich Lublins liegenden Flugplatz Zamosc zur Wiederauffrischung. Schaefer selbst wurde mittlerweile zum Ia der III. Gruppe ernannt und konnte sich so seine Einsätze selbst legen. So flog er nun meist allein Einsätze gegen die vorrückenden gegnerischen Truppen. Dabei vernichtete er bei schwersten Witterungsbedingungen einen mit Panzern und Munition beladenen Zug. Beim gleichen Einsatz schoss er mit seiner Ju 88 ein sowjetisches Kurierflugzeug ab.
Am 28.03.1944 zerstörte er allein eine Brücke über den Dnjestr und verzögerte so den gegnerischen Vormarsch erheblich. Bei einem vorhergehenden Einsatz schoss er, beladen mit Bomben, zwei Flugzeuge ab und vernichtete mit neunmaligem Anflug diverse gegnerische Flugzeuge am Boden.
Am 30.03.1944 wird Schaefer erstmalig zur Notlandung gezwungen. Durch zahlreiche Flaktreffer an seiner Ju 88 musste er 17 Kilometer südwestlich Brody auf sowjetischem Boden notlanden. Durch eine Fleischwunde an der Nase etwas beeinträchtigt, schlug er sich mit seiner Besatzung zu den eigenen Linien durch.
Bereits am 06.04.1944 startete Schaefer zu einem Einsatz in den Raum Brody bei schlechtem Wetter. Dabei wird seine Maschine durch Infanteriegeschosse getroffen. Ganze 18 Treffer trafen das Flugzeug und davon einige die Kanzel. Eines dieser Geschosse traf die Pistole Schaefers im Koppel. Diese wurde dadurch mitsamt der Munition förmlich zerrissen. Einzelne Splitter trafen dabei die Niere und den Bauch Schaefers und rissen furchtbare Wunden. Dennoch gelang es Schaefer die Maschine nach oben zu ziehen und befahl seiner Besatzung abzuspringen. Diese weigerte sich jedoch, um nicht in sowjetische Gefangenschaft zu geraten. Unter schweren Schmerzen flog Schaefer die Maschine 35 Minuten zurück nach Zamosc und legte dort eine glatte Handlung hin. Damit rettete er seiner Besatzung das Leben. Schaefer selbst wurde sofort geborgen und in das Fald-Lazarett mot. 608 gebracht, wo er sofort von den Ärzten operiert wurde.
Am Vormittag des 08.04.1944 besuchte ihn Generalleutnant Seidemann und verlieh Schaefer im Beisein seiner Besatzung das Ritterkreuz, als Leutnant und Flugzeugführer in der III. Gruppe des Kampfgeschwaders 3, das Ritterkreuz. Schaefer, mit dem Tod ringend, nahm die Verleihung mit einem stolzen Lächeln zur Kenntnis. In den folgenden Stunden verschlechterte sich der Zustand des Leutnants erheblich. Eine Notoperation konnte ihm jedoch das Leben nicht mehr retten und so verstarb Eberhard Schaefer am 09.04.1944 gegen 02.30 Uhr.
Selbst nach dem Tod musste der tapfere Offizier noch für Propagandazwecke herhalten. Sein Leichnam wurde propagandawirksam zum Tannenberg-Denkmal nach Ostpreußen gebracht, wo man eine große und offizielle Beisetzungszeremonie durchführte. Von dort erfolgte dann die Überführung nach Detmold wo der sterblichen Überreste im Kreise der Familie beigesetzt wurden.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fahnenjunker 01.06.1942 Flugzeugführerabzeichen 26.11.1942
Fahnenjunker-Gefreiter 01.06.1942 Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze 20.08.1943
Fahnenjunker-Unteroffizier 01.10.1942 Eisernes Kreuz II. Klasse 31.08.1943
Fähnrich 01.01.1943 Frontflugspange für Kampfflieger in Silber 06.09.1943
Oberfähnrich 01.04.1943 Eisernes Kreuz I. Klasse 26.09.1943
Leutnant 01.06.1943 Frontflugspange für Kampfflieger in Gold 21.10.1943
Oberleutnant m. Wirk. v. 01.04.1944 posthum Ehrenpokal 20.03.1944
Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 07.04.1944
Verwundetenabzeichen in Silber ???
Deutsches Kreuz in Gold 22.04.1944 p.m.

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