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Ritterkreuzträger Eberhard Schaefer
Oberleutnant, Kampfflieger

      
Eberhard Schäfer wurde am 25.08.1924 in Magdeburg-Sudenburg geboren, zog aber
im Rahmen der Familie, noch als Kind, nach Detmold um. Dort kam er schnell mit
der Segelfliegerei in Berührung für die er sich sofort begeisterte. So bestand
er bereits mit 15 Jahren seine C-Prüfung und meldete sich anschließend
freiwillig zur Luftwaffe. Dort trat er dann am 01.12.1941 als Offiziersbewerber
ein. Bei der Luftwaffe erhielt er bis zum 25.02.1942 eine militärische
Grundausbildung in der 6. Kompanie des Flieger-Ausbildungs-Regiments 33 in
Detmold. Mit Ende der Grundausbildung kommt er an die Luftkriegsschule
Dresden-Klotzsche und erhält dort seine Offiziers- und Flieger-Ausbildung. Von
dort wird er zur Flugzeugführerschule C(6) nach Kolberg versetzt und dort auf
verschiedene Kampfflugzeugtypen geschult. Daran anschließend erhielt er bis zum
25.05.1942 eine Blindflugausbildung in Kopenhagen-Kastrup.
Anfang Juni 1943 kommt der frischgebackene Leutnant in die IV. Gruppe des
Kampfgeschwaders 51 an die Front. Junge Besatzungen der IV. Gruppe erhielten
eine Frontausbildung in Bobruisk bei Minsk und flogen dort erste Einsätze gegen
Partisanenlager bei Roslawl. Erst mit gewissen Vorraussetzungen erfolgte dann
die Versetzung in die 5. Staffel des Geschwaders nach Sjchtschinskaja bei
Roslawl, wo er dann nach 20 Fronteinsätzen die Frontflugspange in Bronze
erhielt.
Am 01.09.1943 erfolgte die Verlegung der II. Gruppe in den Südabschnitt der
Ostfront. Dort blieb die Gruppe jedoch nur kurz und verlegte dann nach Saloniki
in Griechenland und flog dort Unterstützungseinsätze zur Rückeroberung der
Inseln Leros, Samos, Kos und Kios. Auf diesen waren englische Truppen gelandet,
nachdem die italienischen Inselbesatzungen sich aufgrund des Waffenstillstandes
mit den Alliierten zurückgezogen hatten. Hauptaufgabe dabei bestand für die
deutschen Ju-88 in der Bekämpfung von Schiffszielen.
Nach rund zwei Monaten Einsatz in der Ägäis verlegte die Gruppe am 30.11.1943
zurück in den Südabschnitt der Ostfront. Bis zu dieser Verlegung hatte Schaefer
110 Feindflüge zu verzeichnen. Damit hatte er diese Zahl von Feindeinsätzen in
ganzen drei Monaten erreicht. Für war eine für sein Alter und aufgrund der
Schwere der Einsätze fast unglaubliche Leistung.
Die Gruppe, mit dem Einsatzhafen Kalinowka, flog hier Einsätze zur Unterstützung
der deutschen Truppen beim Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy. Am
04.01.1944 verlegte die Gruppe dann nach Winniza und von dort vier Tage später
nach Lublin in Polen. Zwischenzeitlich war die Gruppe in III. Gruppe des
Kampfgeschwaders 3 umbenannt worden, womit Schaefers 5. Staffel nun die 8.
Staffel wurde. Zusammen mit seiner Staffel lag Schaefer auf dem 100 Kilometer
südöstlich Lublins liegenden Flugplatz Zamosc zur Wiederauffrischung. Schaefer
selbst wurde mittlerweile zum Ia der III. Gruppe ernannt und konnte sich so
seine Einsätze selbst legen. So flog er nun meist allein Einsätze gegen die
vorrückenden gegnerischen Truppen. Dabei vernichtete er bei schwersten
Witterungsbedingungen einen mit Panzern und Munition beladenen Zug. Beim
gleichen Einsatz schoss er mit seiner Ju 88 ein sowjetisches Kurierflugzeug ab.
Am 28.03.1944 zerstörte er allein eine Brücke über den Dnjestr und verzögerte so
den gegnerischen Vormarsch erheblich. Bei einem vorhergehenden Einsatz schoss
er, beladen mit Bomben, zwei Flugzeuge ab und vernichtete mit neunmaligem Anflug
diverse gegnerische Flugzeuge am Boden.
Am 30.03.1944 wird Schaefer erstmalig zur Notlandung gezwungen. Durch zahlreiche
Flaktreffer an seiner Ju 88 musste er 17 Kilometer südwestlich Brody auf
sowjetischem Boden notlanden. Durch eine Fleischwunde an der Nase etwas
beeinträchtigt, schlug er sich mit seiner Besatzung zu den eigenen Linien durch.
Bereits am 06.04.1944 startete Schaefer zu einem Einsatz in den Raum Brody bei
schlechtem Wetter. Dabei wird seine Maschine durch Infanteriegeschosse
getroffen. Ganze 18 Treffer trafen das Flugzeug und davon einige die Kanzel.
Eines dieser Geschosse traf die Pistole Schaefers im Koppel. Diese wurde dadurch
mitsamt der Munition förmlich zerrissen. Einzelne Splitter trafen dabei die
Niere und den Bauch Schaefers und rissen furchtbare Wunden. Dennoch gelang es
Schaefer die Maschine nach oben zu ziehen und befahl seiner Besatzung
abzuspringen. Diese weigerte sich jedoch, um nicht in sowjetische Gefangenschaft
zu geraten. Unter schweren Schmerzen flog Schaefer die Maschine 35 Minuten
zurück nach Zamosc und legte dort eine glatte Handlung hin. Damit rettete er
seiner Besatzung das Leben. Schaefer selbst wurde sofort geborgen und in das
Fald-Lazarett mot. 608 gebracht, wo er sofort von den Ärzten operiert wurde.
Am Vormittag des 08.04.1944 besuchte ihn Generalleutnant Seidemann und verlieh
Schaefer im Beisein seiner Besatzung das Ritterkreuz, als Leutnant und
Flugzeugführer in der III. Gruppe des Kampfgeschwaders 3, das Ritterkreuz.
Schaefer, mit dem Tod ringend, nahm die Verleihung mit einem stolzen Lächeln zur
Kenntnis. In den folgenden Stunden verschlechterte sich der Zustand des
Leutnants erheblich. Eine Notoperation konnte ihm jedoch das Leben nicht mehr
retten und so verstarb Eberhard Schaefer am 09.04.1944 gegen 02.30 Uhr.
Selbst nach dem Tod musste der tapfere Offizier noch für Propagandazwecke
herhalten. Sein Leichnam wurde propagandawirksam zum Tannenberg-Denkmal nach
Ostpreußen gebracht, wo man eine große und offizielle Beisetzungszeremonie
durchführte. Von dort erfolgte dann die Überführung nach Detmold wo der
sterblichen Überreste im Kreise der Familie beigesetzt wurden.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker |
01.06.1942 |
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Flugzeugführerabzeichen |
26.11.1942 |
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Fahnenjunker-Gefreiter |
01.06.1942 |
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Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze |
20.08.1943 |
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Fahnenjunker-Unteroffizier |
01.10.1942 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
31.08.1943 |
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Fähnrich |
01.01.1943 |
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Frontflugspange für Kampfflieger in Silber |
06.09.1943 |
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Oberfähnrich |
01.04.1943 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
26.09.1943 |
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Leutnant |
01.06.1943 |
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Frontflugspange für Kampfflieger in Gold |
21.10.1943 |
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Oberleutnant |
m. Wirk. v. 01.04.1944 posthum |
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Ehrenpokal |
20.03.1944 |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
??? |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
07.04.1944 |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
??? |
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Deutsches Kreuz in Gold
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22.04.1944 p.m. |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
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