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Ritterkreuzträger Erich Johannes Schuster
Oberleutnant, Fallschirmjäger

22.06.194112.06.1941

Erich Schuster wurde am 06.11.1919 in Morbach, Krs. Bernkastel-Wittlich als Sohn eines Sattlers und Polsterers geboren.
Nachdem er im September 1938 das Abitur ablegte meldete er sich 18jährig zur Fliegertruppe um Offizier zu werden. Er kam nach Stendal und absolvierte dort als Rekrut die Grundausbildung unter Oberleutnant Koch.
Während des Polenfeldzuges wurde die 1. Kompanie des Fallschirm-Regiments 1, in der auch Schuster diente, eingesetzt, wobei es jedoch zu keinerlei größeren Gefechten kam. Nach Feldzugsende kommt er zur "Sturmabteilung Koch" (aus Geheimhaltungsgründen auch Versuchsabteilung Friedrichshafen genannt). Hier erhielt er die Sonderausbildung für den Einsatz zur Einnahme der Brücken über den Albert-Kanal (Veldwezelt, Vroenhoven und Canne) sowie zur Einnahme der Festung Eben Emael.
Die Sturmabteilung war bereits am 02.11.1939 in Hildesheim aufgestellt worden. Kern dieser Truppe bildete die 1. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Regiments 1 unter Hauptmann Koch. Zur Sturmabteilung gehörten auch noch weitere Einheiten wie der Pionierzug unter Oberleutnant Witzig, das Lastensegler-Versuchskommando unter Leutnant Kiess. Ferner ein Leuchtfeuer- und Scheinwerferzug, eine Flughafen-Betriebskompanie und ein Schleppverband.
Beim Einsatz mit Beginn des Westfeldzuges gehörte Schuster als Gefreiter zur Gruppe "Stahl" unter Oberleutnant Altmann. Die Gruppe hatte die Aufgabe die nördlichste der Abert-Kanal-Brücken, nämlich Veldwezelt, unzerstört zu erobern. Sie war die wichtigste Brücke, denn über sie führte die Nachschubstrasse nach Brüssel. Zusammen mit dieser Gruppe ging auch der Stab der Sturmabteilung "Koch" in den Einsatz.
Im Verlauf des Kampfes um die Brücke fällt Schusters Gruppenführer, worauf dieser die Führung der Gruppe übernimmt. Gegen 05.35 Uhr des 10. Mai 1940 konnte die Gruppe melden "Objekt genommen". Gegen 14.30 Uhr trafen dann die ersten regulären Heereseinheiten des Schützenregiments 33 ein und verstärkten die Abwehr der Gruppe. 2 Tage später erhielt Schuster aus der Hand Feldmarschall Kesselrings das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde zum Oberjäger befördert.
Zurück in der Heimat wurde am 17.07.1940 das Fallschirmjäger-Sturmregiment aufgestellt. Kommandeur dieses Sturmregiments wurde Oberst Eugen Meindl, der im April die Fallschirmjäger-Verbände um Narvik übernommen hatte. Er teilte die „Sturmabteilung Koch“ auf die 4 Bataillone des Regiments auf, damit ein jedes über einen Stamm von erfahrenen Kämpfern verfügte.
Oberjäger Schuster gehörte somit zur 3. Kompanie, die unter dem Befehl von Oberleutnant von Plessen stand. Das I. Bataillon befehligte Major Koch und Hauptmann Altmann war Kommandeur der 2. Kompanie.
Nachdem sich Hitler für die Einnahme der Insel Kreta entschied, wurde das Fallschirmjäger-Sturmregiment per Bahntransport über den Balkan an die Südspitze Griechenlands transportiert, wo man die letzten Ausbildungen zum Sprungeinsatz abschloss. Das Regiment erhielt als Angriffsraum den Westabschnitt der Insel (Gruppe West) mit dem Flugplatz Malemes als Zentrum.
Schusters Zug unter Oberfeldwebel Arpke sollte die leichte Flak am Nordwest- und Nordostrand des Flugplatzes ausschalten. Kurz nach der Landung fiel der Zugführer aus. Im Laufe der folgenden Kämpfe um die Flakstellungen erreichte der 2. Zug unter Schuster. Hier setzte sich die gesamte Kompanie fest und versuchte den Landungsraum auszubauen. Nach dem Ausfall des Oberleutnants von Plessen, übernahm die Kompanie nun Oberarzt Dr. Weitzel, der sie am 23.05.1941 an Oberleutnant Mathis abgab. Dieser führte seine Männer bis nach Chania.
Für die tapfere Leistung des Oberjägers Schuster zur Gewinnung des Flugplatzes Malemes wurde er zum Ritterkreuz eingereicht, das er am 21.08.1941 unter gleichzeitiger Beförderung zum Feldwebel, erhielt.
Nach 6 Wochen Erholung auf der Insel kamen die Soldaten zurück in die Heimat, wo Schuster auf den Offiziersberuf vorbereitet wurde. Er erhielt den Posten eines Zugführers und schweißte seine Soldaten zusammen.
Am 26.09.1941 wurde das II. Bataillon des Fallschirmjäger-Sturmregiments unter der Führung Major Stentzlers an die Ostfront (HG Nord) verlegt. Es wurde sofort in den Kämpfen um Petroschino eingesetzt, welches erobert wurde und so den Zugang zur Newa ermöglichte. Im November 1941 wurde auch das IV. Bataillon and ie Ostfront in den Raum Krementschug verlegt. Auch Teile des III. Bataillons (10. Kompanie) kämpften ab Januar 1942 im Raum südlich Rshews bei Sobakino.
Schließlich wurde auch der Regimentsstab unter Major Koch und das I. Bataillon Schusters an die Ostfront verlegt. Der Stab nach Juchnow, wo Generalmajor Meindl einen großen Verband anführte, bestehend aus Waffen-SS-Einheiten, Luftwaffenerdverbänden und Infanterie. Das I. Bataillon kam in den Raum Schaikowka, wo man den Flugplatz Anissowo-Goroditsche verteidigen sollte. Es folgten schwerste Winterkämpfe, die vielen Kameraden Schusters das Leben kosteten.
Am 26.04.1942 wurde das I. Bataillon per Bahntransport in die Heimat verlegt. 2Ritterkreuzträger des Bataillons, Arpke und Orth waren hier gefallen.
Schuster war unmittelbar nach der Rückkehr nach Deutschland wegen Tapferkeit zum Leutnant befördert worden und kam kurze Zeit später mit seinen Kameraden nach Frankreich, wo er am 05.10.1942 die 1. Kompanie des Fallschirmjäger-Regiments 5 übernehmen sollte.
Aufgrund der Krise in Nordafrika wurden verschiedenste Einheiten der Fallschirmjäger nach Tunesien verlegt, so auch die Kompanie Schusters, als Spitzenkompanie des I. Bataillons, am 21.11.1942. Kommandeur des Bataillons war zu dieser Zeit Hauptmann Jungwirth. Die Männer der Kompanie verlegten nach Pont Du Fahs. Zunächst machte Schusters Kompanie vorerst nur Reden von den persönlich geführten Stosstrupp-Unternehmen.
Mittlerweile zum Oberleutnant befördert unternahm Schuster am gleichen Tag, dem 11.01.1943, eine Erkundungsfahrt im Raum des Djebel Rihane. Während der Erkundungsfahrt stellte man fest, das der Djebel feindbesetzt war und man außerdem in einen feindlichen Panzerangriff stieß. Nachdem die Verbindung zu Schuster abriss, herrschte im Bataillons- und Kompaniegefechtsstand Unklarheit über sein Schicksal, man rechnete mit einer Gefangennahme. Die Führung der 1. Kompanie übernahm vorerst Leutnant Flemming.
Das Kampffeld wurde nach der Abschlagung der gegnerischen Angriffe abgesucht, wo man schließlich den toten Oberleutnant Schuster fand.
Zusammen mit 13 weiteren Kameraden wurde Erich Schuster am 13.01.1943 auf dem Friedhof La Mornaghia beigesetzt.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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