Erich Schuster wurde am 06.11.1919 in
Morbach, Krs. Bernkastel-Wittlich als Sohn eines Sattlers und Polsterers
geboren.
Nachdem er im September 1938 das Abitur ablegte meldete er sich 18jährig zur
Fliegertruppe um Offizier zu werden. Er kam nach Stendal und absolvierte dort
als Rekrut die Grundausbildung unter Oberleutnant Koch.
Während des Polenfeldzuges wurde die 1. Kompanie des Fallschirm-Regiments 1,
in der auch Schuster diente, eingesetzt, wobei es jedoch zu keinerlei größeren
Gefechten kam. Nach Feldzugsende kommt er zur "Sturmabteilung Koch"
(aus Geheimhaltungsgründen auch Versuchsabteilung Friedrichshafen genannt).
Hier erhielt er die Sonderausbildung für den Einsatz zur Einnahme der Brücken
über den Albert-Kanal (Veldwezelt, Vroenhoven und Canne) sowie zur Einnahme
der Festung Eben Emael.
Die Sturmabteilung war bereits am 02.11.1939 in Hildesheim aufgestellt worden.
Kern dieser Truppe bildete die 1. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Regiments 1
unter Hauptmann Koch. Zur Sturmabteilung gehörten auch noch weitere Einheiten
wie der Pionierzug unter Oberleutnant Witzig, das
Lastensegler-Versuchskommando unter Leutnant Kiess. Ferner ein Leuchtfeuer-
und Scheinwerferzug, eine Flughafen-Betriebskompanie und ein Schleppverband.
Beim Einsatz mit Beginn des Westfeldzuges gehörte Schuster als Gefreiter zur
Gruppe "Stahl" unter Oberleutnant Altmann. Die Gruppe hatte die Aufgabe
die nördlichste der Abert-Kanal-Brücken, nämlich Veldwezelt, unzerstört zu
erobern. Sie war die wichtigste Brücke, denn über sie führte die
Nachschubstrasse nach Brüssel. Zusammen mit dieser Gruppe ging auch der Stab
der Sturmabteilung "Koch" in den Einsatz.
Im Verlauf des Kampfes um die Brücke fällt Schusters Gruppenführer, worauf
dieser die Führung der Gruppe übernimmt. Gegen 05.35 Uhr des 10. Mai 1940
konnte die Gruppe melden "Objekt genommen". Gegen 14.30 Uhr trafen dann
die ersten regulären Heereseinheiten des Schützenregiments 33 ein und
verstärkten die Abwehr der Gruppe. 2 Tage später erhielt Schuster aus der Hand
Feldmarschall
Kesselrings das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde zum Oberjäger befördert.
Zurück in der Heimat wurde am 17.07.1940 das Fallschirmjäger-Sturmregiment
aufgestellt. Kommandeur dieses
Sturmregiments wurde Oberst
Eugen Meindl, der im April die Fallschirmjäger-Verbände um Narvik
übernommen hatte. Er teilte die „Sturmabteilung Koch“ auf die 4
Bataillone des Regiments auf, damit ein jedes über einen Stamm von erfahrenen
Kämpfern verfügte.
Oberjäger Schuster gehörte somit zur 3. Kompanie, die unter dem Befehl von
Oberleutnant von Plessen stand. Das I. Bataillon befehligte Major Koch und
Hauptmann Altmann war Kommandeur der 2. Kompanie.
Nachdem sich Hitler für die Einnahme der Insel Kreta entschied, wurde das
Fallschirmjäger-Sturmregiment per Bahntransport über den Balkan an die
Südspitze Griechenlands transportiert, wo man die letzten Ausbildungen zum
Sprungeinsatz abschloss. Das Regiment erhielt als Angriffsraum den
Westabschnitt der Insel (Gruppe West) mit dem Flugplatz Malemes als Zentrum.
Schusters
Zug unter Oberfeldwebel Arpke sollte die leichte Flak am Nordwest- und
Nordostrand des Flugplatzes ausschalten. Kurz nach der Landung fiel der
Zugführer aus. Im Laufe der folgenden Kämpfe um die Flakstellungen erreichte
der 2. Zug unter Schuster. Hier setzte sich die gesamte Kompanie fest und
versuchte den Landungsraum auszubauen. Nach dem Ausfall des Oberleutnants von
Plessen, übernahm die Kompanie nun Oberarzt Dr. Weitzel, der sie am 23.05.1941
an Oberleutnant Mathis abgab. Dieser führte seine Männer bis nach Chania.
Für die tapfere Leistung des Oberjägers Schuster zur Gewinnung des Flugplatzes
Malemes wurde er zum Ritterkreuz eingereicht, das er am 21.08.1941 unter
gleichzeitiger Beförderung zum Feldwebel, erhielt.
Nach 6 Wochen Erholung auf der Insel kamen die Soldaten zurück in die Heimat,
wo Schuster auf den Offiziersberuf vorbereitet wurde. Er erhielt den Posten
eines Zugführers und schweißte seine Soldaten zusammen.
Am 26.09.1941 wurde das II. Bataillon des Fallschirmjäger-Sturmregiments unter
der Führung Major Stentzlers an die Ostfront (HG Nord) verlegt. Es wurde
sofort in den Kämpfen um Petroschino eingesetzt, welches erobert wurde und so
den Zugang zur Newa ermöglichte. Im November 1941 wurde auch das IV. Bataillon
and ie Ostfront in den Raum Krementschug verlegt. Auch Teile des III.
Bataillons (10. Kompanie) kämpften ab Januar 1942 im Raum südlich Rshews bei
Sobakino.
Schließlich wurde auch der Regimentsstab unter Major Koch und das I. Bataillon
Schusters an die Ostfront verlegt. Der Stab nach Juchnow, wo Generalmajor
Meindl einen großen Verband anführte, bestehend aus Waffen-SS-Einheiten,
Luftwaffenerdverbänden und Infanterie. Das I. Bataillon kam in den Raum
Schaikowka, wo man den Flugplatz Anissowo-Goroditsche verteidigen sollte. Es
folgten schwerste Winterkämpfe, die vielen Kameraden Schusters das Leben
kosteten.
Am 26.04.1942 wurde das I. Bataillon per Bahntransport in die Heimat verlegt.
2Ritterkreuzträger des Bataillons, Arpke und Orth waren hier gefallen.
Schuster war unmittelbar nach der Rückkehr nach Deutschland wegen Tapferkeit
zum Leutnant befördert worden und kam kurze Zeit später mit seinen Kameraden
nach Frankreich, wo er am 05.10.1942 die 1. Kompanie des
Fallschirmjäger-Regiments 5 übernehmen sollte.
Aufgrund der Krise in Nordafrika wurden verschiedenste Einheiten der
Fallschirmjäger nach Tunesien verlegt, so auch die Kompanie Schusters, als
Spitzenkompanie des I. Bataillons, am 21.11.1942. Kommandeur des Bataillons
war zu dieser Zeit Hauptmann Jungwirth. Die Männer der Kompanie verlegten nach
Pont Du Fahs. Zunächst machte Schusters Kompanie vorerst nur Reden von den
persönlich geführten Stosstrupp-Unternehmen.
Mittlerweile zum Oberleutnant befördert unternahm Schuster am gleichen Tag,
dem 11.01.1943, eine Erkundungsfahrt im Raum des Djebel Rihane. Während der
Erkundungsfahrt stellte man fest, das der Djebel feindbesetzt war und man
außerdem in einen feindlichen Panzerangriff stieß. Nachdem die Verbindung zu
Schuster abriss, herrschte im Bataillons- und Kompaniegefechtsstand Unklarheit
über sein Schicksal, man rechnete mit einer Gefangennahme. Die Führung der 1.
Kompanie übernahm vorerst Leutnant Flemming.
Das Kampffeld wurde nach der Abschlagung der gegnerischen Angriffe abgesucht,
wo man schließlich den toten Oberleutnant Schuster fand.
Zusammen mit 13 weiteren Kameraden wurde Erich Schuster am 13.01.1943 auf dem
Friedhof La Mornaghia beigesetzt.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

