90. Eichenlaubträger Wolfgang Späte
Major der Reserve, Jagdflieger


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Wolfgang Späte wurde am 08.09.1911 in Dresden/Sachsen geboren und avancierte vor dem Krieg zu einem der bekanntesten deutschen Segelflieger und meldete sich freiwillig zu den Heeresaufklärern, mit denen er als Leutnant der Reserve in den Polenfeldzug zog. Zuvor absolvierte er nach seinem Abitur ein Studium an der Technischen Hochschule in Darmstadt. In der Zeit von 1934 bis Kriegsbeginn errang er als Erprobungs- und Versuchsflieger der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug viele Erfolge. So wurde er 1938 Gesamtsieger bei den 19. Rhön-Segelflugwettbewerben.
Später zum Jagdflieger umgeschult kommt er Anfang 1941 in die 5. Staffel des Jagdgeschwaders 54 und nimmt mit dieser am Balkan-, sowie Russland-Feldzug teil. Als Oberleutnant der Reserve und Flugzeugführer in der 5. Staffel erhält er nach 45 Luftsiegen am 05.10.1941 das Ritterkreuz und wird kurze Zeit später zum Staffelkapitän ernannt. Späte hatte bspw. am 07.04.1941 im Balkanfeldzug eine jugoslawische Bristol-Blenheim abgeschossen. Im Ostfeldzug schoss er am 10.08.1941 seinen 20., am 10.09.1941 seinen 30. und am 01.10.1941 seinen 40. Gegner ab. Allein am 02.10.1941 siegte er über 4 Gegner.
Als Staffelkapitän erhält er, als Oberleutnant der Reserve, am 23.04.1942, nach 72 Luftsiegen, das 90. Eichenlaub zum Ritterkreuz. So hatte er am 07.02.1942 seinen 50., am 16.03.1942 seinen 57. - 61. und am 16.04.1942 seinen 79. Luftsieg erreicht.
Im Juli 1942 wechselt er zur Erprobungsstelle der Luftwaffe nach Rechlin, wo er als Führer des Erprobungskommandos 16 für die Entwicklung der Me 163 verantwortlich ist. Für kurze Zeit kommt er nochmals an die Front und schießt hier am 13.07.1942 seinen 80. Luftsieg.
Im Mai 1944 wird er zum Chef der IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 54 ernannt und nimmt an den Kämpfen an der Ostfront und in der Reichsverteidigung teil, wo er nochmals 11 Gegner abschießt, darunter der 90. am 12.08.1944.
Am 01.12.1944 übernimmt er das Kommando über das Jagdgeschwader 400 und ist dann ab März 1944 Gefechtsverbandführer der I. Gruppe im Jagdgeschwader 7 und somit verantwortlich für die Abwehr des alliierten Luftlandeunternehmens bei Arnheim. Dort schoss er 2 Mitchell-Bomber und eine Spitfire ab.
Auf über 600 Feindflügen errang Späte 99 Luftsiege, davon 90 im Osten und 5 über Viermot-Bomber mit der Me 262, am 25.04.1945 allein 3.
Nach dem Krieg trat er 1956 der Bundesluftwaffe bei und ging dort am 30.09.1967 als Oberstleutnant in den Ruhestand. Von 1960 bis 1962 war er Inspizient für Flugsicherheit. In Frankreich wurde er mit der französischen Goldmedaille für Verdienste um die Luftfahrt ausgezeichnet.
Wolfgang Späte verstarb am 30.04.1997 in Edewecht/Oldenburg.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE