Quelle: A7

Ritterkreuzträger Eduard Leopold Edgar Stentzler
Major, Fallschirmjäger

Edgar Stentzler wurde am 27.03.1905 in Dortmund geboren und trat am 01.04.1923 als Fahnenjunker der 1. Schwadron des Eskadron-Reiter-Regiments 1 bei. Von dort wechselte er, am 01.05.1929 zum Leutnant befördert, zum Reiter-Regiment 15, wo er ab dem 01.10.1931 zur 2. (schweren Panzer-Abwehr) Schwadron gehörte.
In den Jahren 1932 bis 1934 errang er je 13 Siege in der Dressur, dem Springen, dem Geländeritt und Rennen, sowie 5 Siege bei Eignungsprüfungen und wurde 1933 Champion für Geländeritte auf "Erntedank". Weiterhin bis 1936 - 9 Siege bei Prüfspringen.
Nach seinem Wechsel zur 2. (E) Schwadron des Regiments, am 01.05.1932 erhält er am 01.04.1933 die Beförderung zum Oberleutnant.
Am 10.10.1933 erfolgte die Versetzung zur Beobachterschule nach Braunschweig, sowie am 31.10.1933 der Beitritt zur Luftwaffe im Rang eines Oberleutnants.
Zunächst erhält er ab dem 01.07.1934 eine Flugzeugführerausbildung in Celle und wechselt unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, am 01.08.1935,  zur Fliegerstaffel Großenhain.
Am 15.11.1936 wird er als Staffelkapitän zur 4. Fern-Aufklärungsgruppe 11 nach Neuhausen versetzt und kommt am 16.02.1938 zur Luftkriegsakademie als Offizier z.b.V. des Reichsministers für Luftfahrt.
Bereits am 01.07.1938 wechselt er als Ia in den Stab des Luftgau-Kommandos XI und erhält ab dem 20.06.1940 im Fallschirm-Jäger-Ergänzungs-Bataillon in Stendal eine Fallschirmschützen-Ausbildung. Bis dahin hatte er an den Feldzügen in Polen und Norwegen teilgenommen. Den Beginn des 2. Weltkrieges kommentierte Stentzler in Gegenwart von Freunden so: "Nun hat dieser Idiot (Hitler) den Krieg angefangen...".
Mit Wirkung vom 01.08.1940 wird er am 13.07.1940 zum Kommandeur des II. Bataillons des Fallschirm-Jäger-Sturm-Regiments  in Quedlinburg ernannt, sowie am 19.07.1940 zum Major befördert.
Major Stentzler und sein II. Sturmregiment bildeten eine verschworene Gemeinschaft, wo sich jeder auf jeden verlassen konnte und es war das einzige Bataillon, welches über einen eigenen Musikzug verfügte.
Seinen Soldaten war er ein menschlich gütiger Vorgesetzter, der sich für jeden ihm anvertrauten Soldaten verantwortlich fühlte und einsetzte; so hat er sich u.a. für seine Männer verwendet, als diese sich für Juden einsetzten und dieses auf wenig Gegenliebe bei hohen Partei-/SS-Funktionären stieß.  
Dazu ist auch festzustellen, dass im Grundsatz alle Soldaten und Offiziere der Sturmregimenter sehr kritisch der NSDAP und Hitler gegenüberstanden.
Major Stentzler wird mit seinen Soldaten im Kampf um die Insel Kreta eingesetzt und erringt dabei große Erfolge. So landete das II. Bataillon ostwärts des Flugplatzes Malemes, westlich Spilia und sammelte auf den Höhen ostwärts der Stadt.
Der Zug unter Leutnant Mürbe wurde zu nah am Dorf Kastelli abgesetzt und wurde aufgerieben. Dabei vergingen sich Partisanen und Zivilisten aufs bestialische an den gefallenen Soldaten, was erst durch 2 englische Offiziere unterbunden werden konnte. Die 6. Kompanie übernahm die Sicherung nach Westen und Süden am Paß in der Gegend Spilia.
Major Stentzler erhielt dann den Befehl zum Angriff auf die Höhe 107, deren Südteil in den Nachmittagsstunden durch die 7. und 5. Kompanie des Bataillons genommen werden konnte. Dabei wurden 4 Offiziere und 100 Mann gefangengenommen.
In den Abendstunden des 20.05.1^941 übernahm Stentzler auf Kommando des Regimentskommandeurs Eugen Meindl, die Führung des Regiments in vorderster Linie, bis er am nächsten Tag durch Oberst Ramcke abgelöst wurde.
Am Morgen des 22.05. schob sich das Bataillon Stentzler bis an die Höhen südlich Pyrgos und an den Westrand von Pyrgos heran und verfolgte am 23.05. den weichenden Gegner. So gewann man am 24.05. die Höhe westlich Platanias. In harten Nahkämpfen erreichte man schließlich am Nachmittag die Höhen hart ostwärts der Straße Agya-Marina.
Am 25.05. begann der Endkampf um Galatas, wobei Major Stentzler unter persönlicher Führung Graben um Graben aufrollte. Nachdem Stentzler Schwierigkeiten bei den rechts vom Bataillon stehenden Gebirgsjägern ausmachte, unterstütze er die bereits durch Oberleutnant Barmetler begonnene Eindrehung nach Süden, in den Rücken des Gegners, wodurch der Gegner wich. Das II. Bataillon trug die Hauptlast des Kampfes. Der umsichtigen und geschickten Führung Stentzlers war es zu verdanken, das die stark befestigten Höhen um Galatas in deutsche Hände gerieten.
Major Stentzler erhielt dafür am 09.07.1941 das Ritterkreuz als Major und Kommandeur des II. Bataillons des Fallschirm-Jäger-Sturm-Regiments der 7. Flieger-Division, als Anerkennung für die entscheidende Waffentat zur Eroberung Kretas.
Nach der Schlacht um Kreta, schrieb der Oberbefehlshaber der Fallschirmtruppe General Kurt Student in seinem Bericht: „Wenn es dazugekommen ist, das Kreta dem Feind entrissen werden konnte, so ist das dem unerschrockenen und selbstlosen Einsatz des Majors Stentzler zu verdanken“.
Als Kommandant des Westabschnittes von Kreta ließ Major Stentzler für die Gefallenen ein Fallschirmjäger-Denkmal in der Nähe von Chania errichten, welches heute für alle deutschen Fallschirmjäger steht und weit über Europas Grenzen hinaus bekannt ist.
Er schloss auch ein „Abkommen“ per Handschlag mit dem Ober-Räuberhauptmann/-Ordnungshüter des Ida-Gebirges ab. Nach dem Abkommen traten in der Gegend keine Partisanen  mehr auf.
Vom 30.09.- 05.10.1941 war Major Stentzler mit seinem II. Bataillon des Sturmregimentes  in sehr schweren Kämpfen bei Leningrad verwickelt und sie schafften das Unmögliche: sie drückten  den sehr starken russischen Brückenkopf über die Newa bei Petruschino ein und unterbrachen damit die taktisch-strategisch  wichtige Verbindung der russischen Truppen in Leningrad und der Wolchow Front.
Bei diesen Kämpfen wurde Major Stentzler am 03.10.1941 schwer verwundet und verlor ein Auge. Nach Überführung in ein Lazarett nach Königsberg, starb er dort am 19.10.1941. In Tilsit wird Erwin Stentzler beigesetzt, wo auch heute noch sein Grabstein steht.
Major Edgar Stentzler war ein, von seinen Soldaten, Gegnern und der Bevölkerung hoch geschätzter Offizier, prägender Kommandeur und Kreta-Kommandant, sowie eine Kämpfernatur mit hohem sportlichem Können. Seine Passion waren seine Trakehner-Pferde. Über den Pferdeport lernte er auch Graf von Stauffenberg kennen und nicht nur der Pferdesport verband die beiden sondern auch ihre gemeinsame Haltung gegen Hitler.
Sein Auftreten gegenüber höchsten Vorgesetzten und Parteifunktionären war ohne Scheu, falscher Zurückhaltung und er widersetzte Befehlen, die gegen die Menschlichkeit verstießen; so gab u.a. er den Befehl als ein Leutnant mit Goldenem HJ-Abzeichen an der Uniform antrat: „An dem Waffenrock gehören nur militärische Abzeichnen, sonstige Abzeichnen haben dort nichts verloren“ und als beim Einmarsch der Wehrmacht nach Russland ein Offizier sagte: „Jetzt haben wir den Krieg verloren“ gab er Weisung: „Ich wünsche von allen, dass über diese Angelegenheit unter keinen Umständen  weiter gesprochen wird“. Als Kommandant von Kreta setzte er sogar den persönlichen Befehl von Herman Göring „Es sind 400 Kretaner zu erschießen“ einfach außer Kraft.
Major Stentzler war mit Graf Stauffenberg befreundet und für beide stand Deutschland weit über Hitler. Wenn Major Stentzler nicht gefallen wäre, hätte Graf Stauffenberg nicht nur einen Freund sondern auch einen Gleichgesinnten, herausragenden verlässlichen Offizier der Elitetruppen der Sturmregimenter am 20. Juli 1944 an seiner Seite gehabt. Und Deutschland wäre nicht in den Abgrund gestürzt!?

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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