Willy Unger wurde am 27. März 1920 in
Warstein/Sauerland geboren. Nach der Schule trat er im Oktober 1939 in die
Luftwaffe ein und fand dort als Flugzeugtechniker Verwendung.
Im Dezember 1942 konnte er allerdings mit einer Flugzeugführer-Ausbildung
beginnen. Seinen ersten Kampfeinsatz flog Unger erst im Januar 1944, innerhalb
der 12. Staffel des Jagdgeschwaders 3 "Udet" mit Major Walter Dahl als
Gruppenkommandeur und gehörte somit zur Sturmgruppe IV dieses Jagdgeschwaders.
In kurzer Zeit entwickelte sich Unger zu einem der erfolgreichsten
"Sturmjäger" in der Reichsverteidigung. Am 11. April 1944 errang er seinen
ersten Luftsieg über einen Viermot-Bomber, Ende 1944 erhöhte sich die Zahl auf
8. Am 23. Oktober wählte man Fahnenjunker-Feldwebel Willy Unger aufgrund
seiner 19 Abschüsse zur Verleihung des Ritterkreuzes aus.
Zwischen dem ersten Feindflug und der Verleihung des Ritterkreuzes kam es zum
Einsatz der IV. (Sturm)-Gruppe des JG 3 über Ehrwald. Die Gruppe stand damals
unter dem Befehl von Major Wilhelm Moritz, dem späteren "Führer der Rammjäger"
und wurde im Zuge der Reichsluftverteidigung nach Schöngau im Allgäu verlegt.
Die 3 Staffeln Fw-190 und Me 109-Maschinen sollten vorrangig gegen die vom
Süden anfliegenden Bomberverbände der 15. US-Luftflotte abfangen.
Am Morgen des 3. August 1944 startete die 465 Bombergruppe des 55. Geschwaders
der 15. US-Luftflotte mit 34 Maschinen vom Flugplatz Pantanella in Apulien.
Der Auftrag für die Bomber lag darin, die Dornier-Werke in
Friedrichshafen-Manzell zu bombardieren und dies wurde durch 278 Bomben um
11.12 Uhr durchgeführt. Auf dem Rückflug trafen die Bomber auf die alarmierte
"Sturmgruppe IV" des JG 3, die vom Flugplatz Schöngau/Allgäu startete. Im
Laufe des Luftgefechts am 3. August 1944 zwischen 11.45 und 12.00 Uhr wurden 8
"Liberator"-Bomber mit 79 Mann Besatzung, von denen 30 Mann ihr Leben
verloren, abgeschossen. Die deutschen Verluste beliefen sich auf 8
Jagdflugzeuge vom Typ Fw 190 und 5 tote deutsche Jagdflieger. Unger
selbst wurde ebenfalls abgeschossen, konnte sich jedoch mit einem
Fallschirmsprung retten.
Willy Unger wurde im Dezember als Leutnant zusammen mit seiner Gruppe an die
Ostfront verlegt, wo er noch 3 russische Flugzeuge abschießen konnte.
Ende März 1945 wurde er zum JG 7 versetzt, wo er auf der Me 262 ausgebildet
wurde, er aber nicht mehr zum Einsatz mit diesem Flugzeug kam. Insgesamt kam
der erfolgreiche Jagdflieger in 1 ½ Jahren
auf 22 Luftsiege auf 59 Feindflügen von denen 34 mit Feindberührung
durchgeführt wurden.