Franz von Werra wurde am 14. Juli 1914 in
Leuk im Kanton Wallis in der Schweiz, als siebentes von acht Kindern, geboren.
Sein Vater war der Notar Leo Baron v. Werra und seine Mutter war Henriette,
geb. v. Wolff. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten mussten Franz und
seine Schwester Emma-Charlotte, durch Vermittlung eines Verwandten, zur
Adoption freigegeben werden. Beide kamen so zum kinderlosen Ehepaar des Majors
Oswald Carl nach Deutschland.
Seit dem 26. August 1917 besaß Franz die deutsche Staatsbürgerschaft. Die
Carls wohnten in ihrem Schloss Donaueck in Beuron (Hohenzollern) und zogen
nach der Inflation nach Köln.
Franz besuchte zunächst das Gymnasium in Sigmaringen und später eine Höhere
Lehranstalt in Köln.
Im September 1932 verließ er sein zuhause, um als blinder Passagier auf dem
Frachter "NIEDERWALD" nach Amerika zu gelangen. Er wurde entdeckt und
musste seine Überfahrt erarbeiten. Kurz vor weihnachten kehrte er zurück und
entschied sich den Namen Carl abzulegen und wieder seinen alten Familiennamen
anzunehmen.
Franz von Werra verließ die Schule als Unterprimaner und arbeitete zuerst als
Hilfspolizist, dann als Gelegenheitsarbeiter und schließlich als Hilfsarbeiter
in einer Autoschlosserei.
Mit Beginn des Aufbaus der Wehrmacht meldete er sich zur Luftwaffe und bestand
alle strengen Prüfungen und wurde als Offiziersanwärter eingestellt. Vorher
begann er eine Segelfliegerausbildung.
Mit Beginn des Krieges diente von Werra in der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 1
in Jesau bei Königsberg. Erflog während des Polenfeldzuges Einsätze von Arys
aus.
Ab September 1939 lag die Gruppe auf dem Fliegerhorst von Jever und stand im
Einsatz zum Schutz der Nordseeküste.
Nach dem Frankreichfeldzug wurde er in den Stab der II. Gruppe berufen und am
01. August 1940 zum Oberleutnant befördert, so wurde er Adjutant der II.
Gruppe des Jagdgeschwaders 53, mit dem er täglich Einsätze gegen England flog.
Am 30. August 1944440 wurde ein bericht eines Husarenstücks von Werras im
Rundfunkbericht geschildert, wie er auf dem Rückflug von einem Einsatz im Raum
Dover-London zurückkehrte und dabei von der Themsemündung aus über den Kanal
fliegen wollte. dabei entdeckte er einen britischen Feldflugplatz auf dem 6
britische Jäger zur Landung ansetzten. Er schoss 3 von ihnen ab und kehrte
wieder heim.
Am 05. September 1940 musste Werra nach einem Treffer in den Motor in der
Grafschaft Kent notlanden. Noch bevor er die Maschine vernichten konnte,
geriet er in Gefangenschaft. Sein britischer Gegenspieler war Oberleutnant
Webster von der 41. Jagdschwadron der RAF.
Von Werra kam daraufhin in das Lager Grizedale in Nordengland. Selbst nach
zahllosen Verhören war er nur von einem Gedanken beseelt - Flucht.
Am 07. Oktober unternahm er die geplante Flucht, während eines Ausganges
bewacht durch Lagerpersonal. Von den 24 Flüchtigen kehrten 23 ins Lager
zurück, nur Werra blieb verschwunden. Nachdem man ihn allerdings zweimal
einfing wurde er in das Lager Swanwick verlegt nachdem er 21 Tage Arrest
ableisten musste. Hier ersann er erneut einen Fluchplan und grub sich einen
gang aus dem er am 20. Dezember 1940 mit 4 weiteren Kameraden flüchtete. Auch
hier blieb er als einzigster verschwunden.
Als Einzelgänger gab er sich als holländischer Hauptmann aus und gelang so zum
britischen Flughafen Huckknall. Dort wurden Nachwuchspiloten ausgebildet und
Rolls Royce testete neue Jagdmaschinen. Er saß bereits in einer dieser
Maschinen, als er von einem Offizier verhaftet wurde. Dies brachte ihm erneut
14 Tage Arrest ein.
Da man eine deutsche Landung befürchtete wurden die deutschen gefangenen nach
Kanada überführt, so verließen am 10. Januar 1941 1000 deutsche
Kriegsgefangene an Bord der "DUTCHESS OF YORK" Großbritannien. Werra
spielte mit dem Gedanken das Schiff in die Hand der deutschen zu bringen, was
er jedoch abtat.
Werra sprang auf dem Eisenbahntransport in den Westen Kanadas vom Zug und
schlug sich in Richtung amerikanischer Grenze durch. Er schlug sich durch die
Grenze und betrat als erste amerikanische Siedlung das Örtchen Ordensburg.
Da man befürchtete das er an die britischen Behörden ausgeliefert werden würde
schlug er sich unter falschem pass nach Mexiko durch und gelangte nach einer
Odyssee über Peru, Brasilien, Spanien und Italien nach Deutschland zurück.
Dort wartete in Berlin ein wagen, der ihn zu Reichsmarschall Göring nach
Karinhall brachte. Der beförderte ihn zum Hauptmann. Dann empfing ihn Hitler
und überreichte ihm das Ritterkreuz, das ihm bereits am 14. Dezember 1940
verliehen worden war.
Nach dem beginn des Russlandfeldzuges meldete sich Werra zum Fronteinsatz. Er
wurde Kommandeur der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 53 und erhöhte seine
Abschusszahl in kürzester Zeit auf 21.
Am 22. August 1941 heiratete er Elfi Traut in Beuron.
Im September 1941 wurde die Jagdgruppe Werras an die Südwestküste Hollands
verlegt. Dort ereilte Werra am 25.Oktober 1941 das Schicksal. An diesem tag
startete er zu einem Übungsflug, bei dem er jedoch auf dem Meer abstürzte und
nie gefunden wurde.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE