Ritterkreuzträger Miervaldis Adamsons
Waffen-Hauptsturmführer, Grenadiere
Miervaldis Adamsons wurde am 29.06.1910 in Poltawa geboren.
Seine Familie kehrte in den Zwanzigern nach Litauen zurück, wo Miervaldis von 1928 bis 1929 ein Studium der Theologie an der Universität in Riga begann. Aus unbekannten gründen bricht er das Studium jedoch ab und meldet sich freiwillig zur Handelsmarine und kam so schließlich nach Frankreich, wo er der Fremdenlegion beitrat. Mit dieser kam er nach Marokko und nahm an den dortigen Einsätzen teil. Zum Unteroffizier befördert erwarb er zwei Auszeichnungen für Tapferkeit. Nach seiner Rückkehr aus Marokko trug er den Beinamen "Der marokkanische Terror".
Zurück in Lettland absolvierte er zunächst den Nationaldienst und trat der Lettischen Armee bei, wo er im 8. Daugavpils Infanterie-Regiment als Offizier diente.
Nach Einmarsch der Deutschen im Juni 1941 trat Adamsons freiwillig dem 26. Tukkum-Bataillon bei und wurde im Juni 1942 in den Raum Minsk an die Beresina verlegt, um dort gegen die Partisanen eingesetzt zu werden. Dort wurde er auch hinter den Linien eingesetzt und brachte den Deutschen wertvolle Informationen.
Im April 1943 wurde Adamsons Bataillon in die 2. Lettischen Brigade überführt und an der Leningrad-Front eingesetzt. Bei den folgenden Kämpfen am Wolchow wird der mittlerweile zum Waffen-Untersturmführer beförderte Adamsons am Kopf, bzw. an einem Auge, schwer verwundet. Hier erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Nach seiner Ernennung zum Kompaniechef der 6. Kompanie des Waffen-Grenadier-Regiments der Waffen-SS 44 (lettische Nr. 6) wird er am 03.08.1944 erneut verwundet bestand aber darauf wieder an der Front eingesetzt zu werden. Am 01.09.1944 erhält er die Beförderung zum Waffen-Hauptsturmführer.
Zurück an der Front bewährt er sich erneut bei den sogenannten "Weihnachts-Schlachten" vom 28.12. bis zum 31.12.1944 im Kurland-Brückenkopf, wobei er am 25.01.1945 erneut schwer verwundet wird. Seine Kompanie hatte, im Abschnitt Vanagi, 12 Kilometer nordwestlich Doblen, in nur 24 Stunden 7 gegnerischen Angriffen getrotzt, wobei allein vor den Stellungen der Kompanie über 400 Tote gezählt wurden. Der Gegner, das 100. Armeekorps, griff mit Panzerunterstützung immer wieder an. In nur drei Tagen wechselte Vanagi 17 mal den Besitzer und blieb ab dem 01.01.1945 fest in der Hand Adamsons, der die Gegenunternehmen stets selbst führte. Das sowjetische 100. Armeekorps verschwand nach den Kämpfen völlig aufgerieben von der Front. Für diesen beachtlichen Abwehrerfolg erhielt er am 25.01.1945 das Ritterkreuz.
Bis Mai 1945 liegt er im Lazarett Libau und gerät so schließlich in sowjetische Gefangenschaft. Er wird in die Nickelminen bei Murmansk verlegt, wo er 1947/48 einen Ausbruchsversuch unternimmt, der jedoch in der Nähe der finnischen Grenze endet. Nach einem zweiten Versuch wird Adamsons 1948 zum Tode verurteilt.
Miervaldis Adamsons wurde am 23.08.1948 in Riga exekutiert.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE