Ritterkreuzträger Karlis Aperats
Waffen-Standartenführer, Grenadiere

21.09.194322.08.1943

Karlis Aperats wurde am 04.03.1892 in Riga/Lettland, als Sohn des Zimmermann Karl Aperats, geboren.
Im Jahre 1915 wurde er zur zaristischen Armee einberufen, wo er der  3. Kompanie des Infanterie-Regiments 145 zugeteilt wurde und ab dem 18.12.1915 zur 7. Kompanie gehörte.
Auf persönlichen Gesuch hin, wurde Aperats am 02.02.1916 zum lettischen Reserve-Regiment, bzw. am 08.03.1916 zum lettischen Schützen-Regiment 1 nach Dünamünde, versetzt. Mit diesem Regiment kämpfe er vom 23.12.1916 bis Ende August 1917 im Raum Riga gegen deutsche Truppen und wurde am 26.01.1917 wegen Tapferkeit zum Unteroffizier befördert.
Nach einer schweren Krankheit mit Lazarettaufenthalt wurde Aperats am 19.12.1917 aus der Armee entlassen und gehörte ab dem 15.12.1918 zur Rigaer Offiziersreserve. Außerdem wurde er am 31.12.1918 zum Verteidigungskommandanten von Windau ernannt.
Am 24.01.1919 schließt sich Aperats dem lettischen Bataillon unter Oberst Kalpak an, um zusammen mit deutschen Freikorps und der Eisernen Division, den Befreiungskampf gegen die Russen aufzunehmen. So ist er bspw. an der Befreiung Latgales beteiligt und wurde Nachrichtenführer des Bataillons Wenden.
Am 22.05.1919 bis zum 27.05.1919 übernimmt er das Kommando über die Stadt Libau und wird zugleich am 26.05.1919 Chef der Nachrichtenabteilung im Stab der 1. Lettischen Brigade, wo er am 29.08.1919 zum Leutnant befördert wurde.
Mit Ende des Jahres 1919 übernimmt Aperats am 26.12. den Posten des Nachrichtenführers des Infanterie-Regiments 2, der 1. Kurländischen Infanteriedivision und wird dort am 10.01.1920 zum Oberleutnant befördert.
Am 17.09.1920 wird er zur Organisationsabteilung des Armeeoberkommandos nach Riga kommandiert und am 23.02.1921 zum stellvertretenden Führer der Regimentsnachrichtenabteilung ernannt. Weiterhin schließt er am 27.09.1922 einen Offizierslehrgang ab und erhält am 18.10.1922 den Posten des Führers der Nachrichtenabteilung im Stab der Kurländischen Infanteriedivision, wo er am 07.10.1922 zum Divisionsnachrichtenführer ernannt wurde.
Auf einen Nachrichtenführerlehrgang kommandiert, wird er am 10.01.1924 zum Hauptmann befördert und im Sommer 1924 Adjutant der operativen Abteilung des Divisionsstabes.
Nach Übernahme der Funkkompanie der Division im Oktober 1924, wird er im Sommer 1928 stellvertretender Chef des Stabes der Division und als solcher am 02.10.1930 erneut zum Stadtkommandanten von Libau ernannt. Am 18.11.1936 wird er in den Rang des Oberstleutnants befördert.
Nach Einmarsch der Sowjets in Lettland, im Jahre 1940, wird Aperats in die Rote Armee rekrutiert. ER verlässt jedoch die Rote Armee und taucht unter. Im Untergrund baut er eine ca. 1700 Mann starke Partisaneneinheit, "Die Vaterlandsverteidiger" auf, die ab Juni 1941 die sich zurückziehende Rote Armee bekämpft.
Am 03.08.1941 wird Aperats Führer des Lettischen Heimatschutzes und tritt am 30.08.1942 dem aktiven Dienst der Waffen-SS bei wo er zunächst in der SS-Ersatzinspektion Lettland in Riga geführt wurde. Aperats übernimmt zugleich die Führung des Schuma-Bataillons 26 und ab März 1943 des Schuma-Bataillons 19.
Nach Einsätzen in Weißrussland und ab Februar 1943 an der Leningradfront, wird sein Bataillon Ende März II. Bataillon des 1. lettischen SS-Freiwilligen-Regiments, dessen Kommando Aperats übernimmt. In der Folge wird dieses jedoch öfters umbenannt. So heißt es dann II./SS-Freiwilligen-Regiment 4 der Lettischen SS-Freiwilligen-Legion, dann II./SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 1 der Lettischen SS-Brigade, dann II./Lettisches SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 39 und schließlich Anfang Oktober 1943 II./Waffen-Grenadier-Regiment Nr. 39 (lettisches Nr. 1) bei der 2. Lettischen Freiwilligen-Brigade. Außerdem wird Aperats am 20.04.1943 zum Legions-Obersturmbannführer ernannt und übernimmt im Mai 1943 zeitweise die Führung des SS-Freiwilligen-Regiments 39.
Nach neuer Durchnummerierung der SS-Regimenter erhält Aperats am 28.06.1944 das Kommando über das Waffen-Grenadier-Regiment der SS 32 (lettische Nr. 1). Mit der übergestellten 15. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 1) wird das Regiment im Norden der Ostfront eingesetzt. Dort befindet sich die nunmehrige Kampfgruppe Aperats, mit dem SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 32, ohne dem II. Bataillon, mit dem II./ und der 14./SS-Grenadier-Regiment 33, dem I./SS-Pionier-Bataillon 15, den Resten des I. Bataillons/GR 159, sowie weiteren Teilen des Grenadier-Regiments 159 der 69. Infanteriedivision, am 15.07.1944 im Raum Opotschka. Die ca. 850 Mann starke, mit 2 Pakgeschützen zu je 5 Schuss, ausgerüstete Kampfgruppe, stieß ostwärts Arapi auf 2 Partisanenbataillone, die unter beträchtlichen Feindverlusten zerschlagen wurden. Ohne Kartenmaterial schlug sich die Kampfgruppe als Nachhut der Division weiter zurück. Nachdem man am 16.07. ein sowjetisches Bataillon einer Kriegsschule zerschlug, hielt die Kampfgruppe bei Mosuli einen Brückenkopf gegen eine angreifende sowjetischen Division. Bei den Angriffen konnten von 30-40 angreifenden Panzern, 8 durch Nahkampfmittel vernichtet werden.
Im Rücken eines feindlichen Korps stehend, wurde Aperats schwer verwundet. Als Folge der andauernden Angriffe des Gegners wurde die Kampfgruppe nach fünfstündigem Kampf fast völlig aufgerieben. Dabei überrollten die sowjetischen Panzer die Verwundeten der Kampfgruppe auf dem provisorischen Hauptverbandsplatz. Aperats, der am Kopf verwundet war, hatte nach Aussagen des Regimentsarztes noch 30 Minuten zu leben. Seine Soldaten wollten ihren verwundeten Kommandeur zurücktransportieren, doch dieser bestand darauf zurückgelassen zu werden, damit sich seine Soldaten selbst retten können. Nachdem sich seine Kameraden entfernten, hörten diese am 16.07.1944, an der Ssinaja Brücke bei Mosuli, einen Pistolenschuss. Für die persönliche Tapferkeit Aperats in den Kämpfen am 11.07.1944 südlich des Kamenoje-Sees zur Offenhaltung der Rückmarschstrasse der Division und in den anschließenden Kämpfen ostwärts und westlich Welikaja erhielt Aperats posthum das Ritterkreuz als Waffen-Obersturmbannführer der SS und Kommandeur des Waffen-Grenadier-Regiments 32 (lettisches Nr. 1) der SS.
Jedes Jahr am 16.07. finden sich Kameraden und Freunde an dieser Brücke ein und lassen einen Kranz zu Wasser, um Karlis Aperats zu gedenken.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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Literaturhinweise:

Die Ritterkreuzträger der Waffen-SS - klick