Ritterkreuzträger Erich von dem Bach-Zelewski
SS-Obergruppenführer

Erich von dem Bach-Zelewski wurde am 01.03.1899, als Sohn eines preußischen Junkers, in Lauenburg/Pommern geboren. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr lebt er im elterlichen haus, bis sein leiblicher Vater verstarb. Der Rittergutsbesitzer von Schickfuß in Trebnig/Schlesien nahm ihn daraufhin als Pflegesohn auf und kümmerte sich um seine Erziehung.
Im Alter von 12 Jahren beendet v. d. Bach-Zelewski die Volksschule in Biala/Ostpreußen und besuchte dann das humanistische Gymnasium in Neustadt/Westpreußen. Nach verschiedenen Schulwechseln in Westpreußen, beendete er nach den Gymnasien in Strasburg und Konitz seine Schullaufbahn mit der Obersekundareife.
Aufgrund seiner Herkunft, war ihm eine bedingte Bewunderung für das preußische Heer quasi in die Wiege gelegt worden und so war ihm sein weiterer Weg bereits vorgeschrieben.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges meldete er sich, mit 15 Jahren, freiwillig und wurde trotz seines geringen Alters angenommen und erhielt seine Einberufung zum 1. Rekrutendepot des Infanterie-Regiments 176. Fertig ausgebildet bewährte er sich an der Front, wo er 1915 durch einen Schulterdurchschuss und 1918 durch einen Gasangriff schwer verwundet wurde. Soldat durch und durch erhielt er beide Eiserne Kreuze und die Beförderung zum Leutnant.
Nach dem verlorenen Krieg trat von dem Bach zunächst dem Freikorps unter General Karl Hoefer, in Oberschlesien, bei und schuf so die Vorraussetzungen problemlos in die Reichswehr übernommen zu werden. Den Dienstrang eines Leutnants behielt er. Der Offizier war zuvor dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund beigetreten und wechselte 1924 zum "Stahlhelm" über. Er machte kein Hehl aus seiner politischen Einstellung und bekannte sich offen gegen Versailles und der Weimarer Republik.
Im Jahre 1921 heiratet der gut situierte Offizier. Aus dieser Ehe gehen 6 Kinder hervor.
Aufgrund "nationalsozialistischer Umtriebe" verabschiedete er sich im jahre 1924 von seinem Regiment und musste die Reichswehr verlassen.
Zunächst verdingte er sich mit Gelegenheitsarbeiten und eröffnete dann ein Taxiunternehmen in Berlin, das alsbald ordentlich florierte. Mittels so verdientem Geld konnte er 1928 ein Landgut in Dühringhof Landkreis Landsberg a. d. W. erwerben. Innerhalb dieser für ihn "schweren" Jahre blieb er politisch untätig, was sich jedoch mit der gut arbeitenden Firma schnell änderte.
Als "Stahlhelm"-Angehöriger merkte er schnell das dieser nicht mit der aufstrebenden NSDAP konkurrieren könne und so trat er 1930, aus Überzeugung, der Partei Hitlers bei. Jedoch wollte er nicht in der Massenorganisation SA dienen, sondern trat vielmehr der damals noch unbedeutenen SS bei, die ab 1929 von Heinrich Himmler geführt wurde.
Erich v.d. Bach-Zelewski war im Kreis Landsberg der erste SS-Angehörige überhaupt und erhielt die Mitgliedsnummer 9.831. Er sorgte von nun ab für den weiteren Ausbau des SS-Apparates in seinem Heimatkreis. So stellte er die SS-Grenzschutzformationen in den Regierungsbezirken Frankfurt/oder und Schneidemühl auf.
Solcher Tatendrang blieb auch Himmler nicht verborgen und so wurde der im Juni 1931 noch SS-Untersturmführer v.d. Bach-Zelewski schnell befördert. Bereits im Dezember 1931 war er SS-Sturmbannführer und im Oktober 1932 bereits SS-Oberführer. Einher mit der Beförderung zum SS-Oberführer erhielt er die Führung des SS-Abschnittes XII in Frankfurt/oder und wurde im Dezember 1933 zum SS-Brigadeführer befördert.
V.d. Bach-Zelewski war unerbittlich in politischen Auseinandersetzungen und Taten. So liess er Ende März 1933 sämtliche Kommunisten der Ortschaft Woldenberg durch die SS verhaften. Zwei der Verhafteten wurden zur "Sühne" für einen kurz zuvor ermordeten SA-Mann "auf der Flucht" erschossen. Im Sommer 1933 gelang es einem SS-Kommando zwei inhaftierte SS-Männer aus dem Gefängnis Landsberg a.d. Warthe zu befreien, die dort aufgrund des Mordes an einen SPD-Funktionär einsaßen. V.d. Bach-Zelewski organisierte die Flucht und stattete beide mit gefälschten Papieren aus. Zeugen der Befreiungsaktion liess er am nächsten Tag erschießen.
Auch in der Partei wollte er Karrierist voran kommen und kandierte im Sommer 1932 bei den Reichstagswahlen, wo er ein Mandat errang, welches er jedoch bei den Novemberwahlen 1932 wieder verlor. Im März 1933 zieht er wieder in den Reichstag ein und bleibt dessen Abgeordneter bis zum Ende des 2. Weltkrieges.
Durch die Regierungsübernahme durch die NSDAP im Januar 1933 gehörte v.d. Bach-Zelewski zu den etablierten der Bewegung. Er war frühes Parteimitglied, aktiver Weltkriegsoffizier, nahm an den Grenzschutzkämpfen teil und war finanziell abgesichert.
Nachdem v.d. Bach-Zelewski im Februar 1934 den SS-Oberabschnitt Nordost übernommen hatte und auch Leiter der Staatspolizeidienststelle Königsberg war, kam ihm der sog. Röhm-Pusch gerade recht um persönliche Rivalen aus dem Weg zu schaffen. Himmler bestellte v.d. Bach-Zelewski nach Berlin und übertrug ihm die Aufgabe die SA-Führer Ostpreußens zu überwachen und einen möglichen Bürgerkrieg zu verhindern. Die Aufgabe fiel ihm leicht, denn durch seine Position in Königsberg unterstanden ihm nicht nur die SS-Männer, sondern auch die staatlichen Polizeidienststellen, diese wiederum unterstanden Göring, der ebenfalls ein erklärter Gegner der SA war. Nach Himmlers Befehl sollte er sämtliche SA-Dienststellen durch SS besetzen und SS-Männer an deren Spitze setzen. Weiterhin sollten Listen ausgegeben werden die die Verhaftung bzw. Liquidierung von zahlreichen Personen verfügten.
Bei Ausgabe des Stichwortes stellte v.d. Bach-Zelewski schnell fest, daß durch die Niederschlagung des Aufstandes nicht nur die SA politisch ausgeschaltet werden sollte, sondern auch politische Rechnungen beglichen wurden.
Entgegen den Befehlen liess er zwar ca. 100 SA-Führer verhaften liess diese aber nach einer Belehrung wieder laufen. Einzig den SA-Sturmbannführer Knabe (Königsberg) und SA-Brigadeführer Quitzrau (Allenstein) wurden nach Berlin geflogen. Bach-Zelewski wollte auch den Gauleiter Koch verhaften, doch der war in Berlin und konnte so nicht in Gewahrsam genommen werden.
Auch der zu Bach-Zelewskis Stab gehörende ehemalige Rittmeister Anton von Hohberg war ihm ein Dorn im Auge. Dieser war anlässlich einer SS-Führertagung indiskret gewesen und hatte darüber berichtet, das die SS wenn es sein müsse auch auf Reichswehr schießen würde. Der von Bach-Zelewskis Vorgänger Werner Lorenz zum Beitritt zur SS überredete von Hohberg fiel so in Ungnade. Am 14.05.1934 wurde der SS-Oberabschnittsreiterführer von Hohberg entlassen und im Zuge der Röhm-Affäre durch den SS-Obersturmführer Carl Deinhard und dem Fahrer Bach-Zelewskis SS-Scharführer Zummach erschossen. Für die "Verdienste" bei der Niederschlagung wird v.d. Bach-Zelewski am 11.07.1934 zum SS-Gruppenführer befördert. Jedoch hatte er sich nun einen mächtigen Feind geschaffen, den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen, Erich Koch. Dieser beschwerte sich am 12.08.1935 bei Himmler über zahlreiche Verfehlungen und Eigenmächtigkeiten v.d. Bach-Zelewskis. Dieser hatte zwei Vertreter der Zivilverwaltung inhaftieren lassen und gab sie erst nach der Intervention von Rudolf Hess frei. Koch drohte mit Kündigung der Zusammenarbeit zwischen beiden Stellen. Himmler jedoch reagierte nicht und so wandte sich Koch an Göring. Dieser setzte sich durch und so wurde v.d. Bach-Zelewski abgelöst, übernahm aber die gleiche Dienststellung im SS-Oberabschnitt Südost, vom ebenfalls amtsenthobenen Udo von Woyrsch.
In seinem neuen Aufgabengebiet versuchte er Ärgernisse mit der Zivilverwaltung zu verhindern und gewann wieder an Ansehen. Himmler träumte von einer organisatorischen Verschmelzung von Polizei und SS, wobei ihm die Übertragung der Leitung der Deutschen Polizei sehr entgegenkam. Durch die Schaffung der Höheren SS- und Polizeiführer sollten quasi "kleine Himmlers" geschaffen werden die die entsprechenden Gebiete besser verwalten sollten. So übertrug Himmler v.d. Bach-Zelewskis den Posten des HSSPF Südost unter Beibehaltung seiner Tätigkeit als Führer des SS-Oberabschnitts Südost, am 28.06.1938.
Nach dem Feldzug gegen Polen wurden die ostelbischen Gebiete dem Zuständigkeitsbereich v.d. Bach-Zelewskis zugeteilt. Dabei ist es bis heute unklar ob er in die Verbrechen der dt. Minderheit in diesen Gebieten direkt beteiligt war oder nicht.  Auch ist nicht bewiesen ob er an den Siedlungsprojekten - sprich der Vertreibung der Polen - beteiligt war. V.d. Bach-Zelewski entschied sich übrigens zu jener Zeit den Namenszusatz "Zelewski" abzulegen, da ihm dieser zu slawisch klang.
Bewiesen ist, das die Errichtung einen Konzentrationslager für 10.000 Häftlinge auf v.d. Bach zurückging. Er gilt somit als Gründer des KZ Auschwitz.
Im Zuge der Planungen für den Feldzug gegen die Sowjetunion trafen sich hohe SS-Führer, um Himmler und v.d. Bach. Dieser sollte HSSPF Mitte werden und somit auch zum Generalleutnant der Polizei befördert werden. Auf der Grupenführertagung auf der Wewelsburg vom 12.06 bis zum 15.06.1941 "erfuhr" er die Ziele des Feldzuges. Die slawische Bevölkerung sollte um mindestens 30 Millionen reduziert werden.
Als HSSPF Mitte unterstanden v.d. Bach die eingesetzten Polizeibataillone des Polizeiregiments Mitte, die Einsatzgruppe B, sowie zeitweise die Kavallerie-Regimenter 1 und 2. In bester Zusammenarbeit mit dem Berück Mitte (Heer) Generalmajor Max von Schenkendorf, konnte v.d. Bach so seinen Vernichtungsaktionen nachgehen.
V.d. Bach besuchte seine Truppen, überbrachte Mordbefehle, überwachte die Mordaktionen und spornte zu mehr Radikalität an. Er organisierte u. a. die Massenexekutionen von Slonim, Mogilew und Minsk. Für diese "Verdienste" wird er Anfang 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Polizei befördert.
Durch diese Brutalität und der Verbrechen die er absegnete begann seine Gasvergiftung aus dem 1. Weltkrieg zu schmerzen. Er litt unter einem nervösen Magen und befand sich wiederholt in ärztlicher Behandlung. Eine Operation erfolgte auf Anraten Himmlers im Februar 1942 in Karlsbad. Doch heilte die Operation nicht aus und v.d. Bach begann psychisch zu leiden. Der Reichsarzt-SS, Dr. Ernst-Robert Grawitz, nahm sich daraufhin seiner an.
Anfang Mai 1942 nimmt er seine Tätigkeit als HSSPF Mitte wieder auf, wo sich nun mit dem Problem der Partisanen zu beschäftigen hatte.
Durch den Tod Heydrichs entstand ein Machtvakuum das v.d. Bach auf Wunsch Hitlers ausfüllen sollte. In ihm sah er die Gewähr, das dieser noch brutaler und schärfer als Heydrich durchgreifen werde. V.d. Bach weigerte sich jedoch den SS-Gruppenführer Karl-Hermann Frank als Staatssekretär im Amt zu belassen und so wurde aus dem Wechsel nach Prag nichts. Hitler und Himmler dachten nun daran den Posten des Leiters des Hauptamtes Ordnungspolizei an v.d. Bach zu übertragen. Dieser hoffte jedoch auf eine Stellung als Chef der gesamten Partisanenbekämpfung. Dem wurde entsprochen und er erhielt am 24.10.1942 seine Ernennung als "Bevollmächtigter des Reichsführers SS für Bandenbekämpfung" unter Beibehaltung seiner Stellung als HSSPF Mitte. So bevollmächtigt konnte er auch in die Bereiche anderer HSSPF eingreifen, was öfters auf Unmut stieß.
Ab dem Jahr 1943 steigen die Übergriffe der Partisanen, auch trotz der Brutalität der Verbände v.d. Bachs. Dennoch hatte er sich in den Augen Himmlers bewährt und so erhielt er die Berechtigung allen HSSPF, in Ost und West, Weisungen im Bezug auf die Bandenbekämpfung zu erteilen.
Seine Aufgabenbereiche wuchsen mit dem Fortgang des Niedergangs des Reiches. So führte er im Jahre 1943 zwei Korpsgruppen, eine im Raum Poloczk-Newel und die andere im Raum Riga-Dünaburg. Im April 1944 fungierte er als Kommandant des Festen Platzes Kowel und wurde im September 1944 mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes betraut. Die Kämpfe dauerten vom 01.08.1944 bis zum 02.10.1944 und endeten mit der Kapitulation der polnischen Heimatarmee. Die Verbände v.d. Bachs wüteten unter der Zivilbevölkerung und sorgten für die totale Zerstörung der Stadt. Als "Dankeschön" erhielt v.d. Bach am 30.09.1944 das Ritterkreuz.
Eine ähnliche Aufgabe erhielt er in Budapest wo er im Oktober 1944 die Gespräche zwischen Horty und der Roten Armee verhinderte.
Im November 1944 stellte er in Baden-Baden ein neues SS-Korps auf, sowie ein weiteres gegen Ende 1944 in Pommern. In den letzten Kriegswochen war er Kommandierender General des Oder-Korps in Schwedt an der Oder.
Nach dem Krieg wird v.d. Bach verhaftet und nach Landsberg gebracht. Im anschließenden Prozess sollte er sich als Zeuge der Anklage vor dem Tod retten. Göring schäumte vor Wut, denn v.d. Bach wurde nicht unter Anklage gestellt bzw. ausgeliefert.
In ´m Nachkriegsdeutschland verdingte er sich als Vertreter für Haushaltsartikel und später als Nachtwächter. Die westdeutschen Behörden allerdings ermittelten gegen ihn. So wurde er aufgrund des Mordes an Anton von Hohberg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Für die Beteiligung an den Kommunistenmorden von 1933 erhielt er lebenslänglich. Anderer Ermittlungen, insbesondere in die Zeit als HSSPF Mitte wurden eingestellt.
Erich von dem Bach-Zelewski, den Zweitnamen nahm er wieder an, verstarb am 08.03.1973 in München-Harlaching.

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