Erwin Bachmann wurde am 05.05.1921 in Reinhausen/Göttingen geboren und
erhielt zunächst eine Erziehung im Elternhaus, bis er dann 1927zur Volksschule
Reinhausen kam und ab dem 01.04.1935 als kaufmännischer Lehrling in der
Tuchgroßhandlung Pingel & Becker in Göttingen angestellt wurde. Im Jahre 1938
bestand er die Handelsgehilfen-Prüfung mit Erfolg und arbeitete dann als
Kaufmännischer Angestellter in der gleichen Forma weiter.
Aufgrund freiwilliger Meldung trat
am 28.08.1939 in die 2. Kompanie der SS-Ersatz-Standarte "Germania"
in Hamburg-Langenhorn ein.
Nach Ende des Feldzuges gegen Polen kommt er als MG-Schütze 1 und
Gruppenführer zur 11. Kompanie des SS-Regiments "Germania" und nimmt am Westfeldzug sowie bis
Ende September 1941 an
den Kämpfen in Russland, teil, als er dann am 01.11.1941 als Gruppenführer in
die 1. Kompanie des SS-Ersatz-Bataillons "Germania" wechselte. Bachmann
war zuvor am 25.09.1940 zum Staffel-Sturmmann und am 01.08.1941 zum
SS-Rottenführer befördert worden.
Von Februar bis Juni 1942 besuchte er die SS-Junkerschule in Bad Tölz und
sollte nach dem Soldatentod seines Bruders nicht wieder in einen Kampfeinsatz
kommen und so versah er seinen Dienst zunächst im SS-Ersatz-Bataillon "Germania"
in Arnheim und dann u.a. als Lehrgangsleiter beim Führer-Bewerber-Lehrgang in Ede.
Zuvor war er am 27.03.1943 zum SS-Unterscharführer der Reserve und am
07.05.1942 zum SS-Oberscharführer der Reserve befördert worden.
Am 01.09.1942 zunächst, nach freiwilliger Meldung, bei der SS-Division "Wiking",
wird er am 27.01.1943 als Abteilungs-Adjutant zur II. Abteilung des
SS-Panzer-Regiments 10 "Frundsberg" versetzt. In der Zwischenzeit war
er am 10.09.1942 zum SS-Untersturmführer der Reserve befördert worden.
Am 15.10.1943 Zugführer in der 3. Kompanie, wird er als Adjutant vom
15.11.1943 bis zum 18.12.1943 zum 5. Umschulungs-Lehrgang für Sturmgeschütze
kommandiert und nach seiner Rückkehr zum Regiment, am 20.08.1944 zum
Adjutanten der I. Abteilung ernannt, wo er am 20.11.1944 zum
SS-Obersturmführer der Reserve befördert wurde.
Im Zuge des Abbruches der Ardennenoffensive wurde die Division "Frundsberg"
im Januar 1945 der Heeresgruppe G am Oberrhein überstellt. Dort sollte die I.
Abteilung in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar die Eindrückung des kleinen
Brückenkopfes bei Gamsheim verhindern. Damit sollten die Vorraussetzungen für
das spätere Unternehmen "Nordwind", zur Verbindungsaufnahme mit dem
nördlichen Nachbarn, der 6. SS-Gebirgs-Division "Nord" bei Hagenau,
geschaffen werden.
Gegen Mittag des 17.01. erfolgte eine schwerer Panzerangriff auf die Ortschaft
Herlisheim. Die zum Gegenangriff eingesetzte 3. Kompanie des
SS-Panzerregiments 10 kam jedoch nicht vorwärts. Als der Kompaniechef durch
Volltreffer ausfiel, fuhr der Abteilungsadjutant SS-Obersturmführer Bachmann
mit einem B-Krad nach vorn. In Herlisheim schlug ihm jedoch an einer
Straßenbiegung schweres Abwehrfeuer eines Sherman-Panzers entgegen, den er
mittels Panzerfaust aus einem Fenster heraus vernichtete. Weitere aufgeklärte
Feindpanzer vernichtete er mittels zwei alarmierter Panther-Panzer. In der
Folge der Kämpfe zogen die Amerikaner die weiße Fahne und ergaben sich
Bachmann. Als ca. 60 gegnerische Soldaten vor ihm standen fragte Bachmann, ob
dies alles Besatzungen der abgeschossenen Panzer seien. Ein amerikanischer
Offizier entgegnete jedoch das dies die Besatzungen der nicht abgeschossenen
Panzer seien, die weiter hinter standen. Durch seine Aktion konnte Bachmann
weiterhin ca. 20 bereits gefangene deutsche Soldaten befreien und erneut
bewaffnen. Die amerikanischen Besatzungen steuerten ihre Panzer nun, unter
Bewachung der befreiten Deutschen, zum Abteilungsgefechtsstand der "Frundsberg"
nach Offenheim. Die beiden Panther sicherten am Ortsrand von Herlisheim in
Richtung Drusenheim und schossen noch zwei weitere Panzer und somit insgesamt
9, ab. Die 12 erbeuteten Sherman-Panzer bildeten bis zum Schluss des Krieges
die 13. Kompanie des SS-Panzerregiments 10 "Frundsberg". Für diese
außergewöhnlich tapfere Tat erhielt Erwin Bachmann am 10.02.1945 das
Ritterkreuz. Am 15.02.1945 wurde das vorläufige Besitzzeugnis und die
Auszeichnung an den SS-Obersturmführer Menschel abgesendet, der den Auftrag
hatte dieses an Bachmann auszuhändigen.
Im Februar 1945 übernahm Bachmann die 1. Kompanie des Regiments bei den Kämpfen
in Pommern, wo die Kompanie durch Abschuss von 3 T-34 bei Christinenberg die
Rückzugsstrasse freihalten konnte. Weiterhin fielen der Kompanie bei Hökenberg
17 und bei Rosenberg 4 Feindpanzer zum Opfer.
Im Mai 1945 geriet Bachmann in britische Gefangenschaft, kam in die Lager
Göttingen, Westertimke und Sandbostel, wo er im Mai 1947 entlassen wurde.
Erwin Bachmann verstarb am 18.02.2010 in Göttingen.