95. Schwerterträger Otto Baum
SS-Oberführer


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Otto Baum wurde am 15.11.1911 in Stetten bei Hechingen/Hohenzollern als Sohn des Kaufmanns und späteren Bürgermeisters Emil Baum geboren.
Zunächst besuchte er für vier Jahre die Volksschule, kam dann ans Realgymnasium seiner Heimatstadt, wo er 1930 sein Abitur in Mathematik und Latein ablegte.
Nach dem Abitur absolvierte er bis 1932 ein landwirtschaftliches Praktikum in Württemberg, Bayern und Hohenheim/Stuttgart und studierte dann 3 Semester an der landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim/Stuttgart.
Am 01.11.1933 trat er der Allgemeinen SS bei und gehörte so, bis zum März 1934, zum 3./I. Sturmbann der 13. SS-Standarte in Stuttgart.
Am 06.03.1934 trat er in die Politische Bereitschaft Ellwangen, der späteren SS-Standarte "Germania", ein, wurde zunächst zum SS-Anwärter und am 14.09.1934 zum SS-Mann ernannt. In der SS-Verfügungstruppe sag er bessere Möglichkeiten für eine militärische Karriere als im strukturierten Heer und wurde so ein Vollmitglied der SS mit der Mitgliedsnummer 237.056.
Nach abgeschlossener Infanterie-Ausbildung erhielt Baum am 24. April 1935 eine Kommandierung an die SS-Junkerschule Braunschweig zum 1. Lehrgang, unter dem damaligen Kommandeur Paul Hausser. Dort wird Baum am 24.04.1935 zum SS-Junker ernannt und widmet sich besonders der sportlichen Betätigung, besucht öfters die Schwimmhalle Braunschweig und wird ein Spezialist auf 100 Meter Brustschwimmen. Baum wird dort am 01.06.1935 zum SS-Rottenführer und am 09.11.1935 zum SS-Standartenjunker befördert. Mit Abschluss der Ausbildung beginnt er am 10.02.1936 einen Zugführer-Lehrgang in Dachau und wird durch den Taktischen Lehrer Friedemann Goetze und dem Junkerschulen-Kommandeur Hausser am 25.02.1936 zum SS-Standartenoberjunker und am 20.04.1936 zum SS-Untersturmführer befördert.
Als Fünftbester seines Lehrgangs erhält er die Versetzung als Zugführer in das II. Bataillon der SS-Standarte "Germania" nach Arolsen und empfängt dort den SS-Degen.
Vom 05.05.1937 bis zum 17.06.1937 nimmt Baum an einem sechswöchigen Lehrgang an der Heeressportschule in Wünsdorf teil und wird am 12.09.1937 zum SS-Obersturmführer befördert. Im gleichen Jahr lernt er seine spätere Frau kennen, während er als Adjutant eines Zugführer-Lehrgangs eingesetzt wurde. Am 13.11.1937 wird in Arolsen geheiratet. Aus der Ehe gehen 5 Kinder hervor. Baum nimmt später mit der SS-Standarte "Germania" am Anschluss Österreichs teil und gehört ab März 1938 zur neuen SS-Standarte 3, die am 01.05.1938 in SS-Standarte "Der Führer" umbenannt wurde. Dort gehörte Baum als Zugführer in der 12. Kompanie, zum III. Bataillon der SS-Standarte "Der Führer" unter Hilmar Wäckerle, in Klagenfurt/Kärnten. Zusammen mit anderen Untersturmführern ist Baum zunächst mit der Ausbildung österreichischer Anwärter beschäftigt.
Im Zuge einer Vereinbarung zwischen dem Heer und der Verfügungstruppe erhält Baum vom 24.09.1938 bis zum 22.12.1928 erhält er eine Kommandierung zum V. Armeekorps nach Stuttgart, wo er als Zugführer in der 2. Kompanie des Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 56 in Ulm an der Donau eingesetzt wird. Später übernimmt er die Führung der 4. Kompanie. Die Beurteilungen der Heeresvorgesetzten waren allesamt positiv und gingen gar soweit, das man bei Himmler anfragte, ob Baum zum Heer kommandiert werden könnte. Baum kehrte jedoch zum Regiment "Der Führer" zurück und wird durch den Kommandeur, Georg Keppler, am 15.11.1938 mit dem Kommando über die 10. Kompanie beauftragt.
Mit Wirkung vom 01.06.1939 wird er Chef der 7. Kompanie des SS-Infanterie-Regiments (mot.) "Leibstandarte Adolf Hitler" unter dem Bataillonskommandeur Karl von Oberkamp. Baum ist dort mit der mot.-Ausbildung seiner Soldaten beschäftigt. Nach nur 2 Monaten Ausbildung beginnt für Baum und seine Männer der erste Kampfeinsatz im Polenfeldzug. Die Leibstandarte ist beteiligt an der Einnahme von Gola und dem Raum Vistula. In den letzten Tagen (21.09. - 25.09.) des Feldzuges wird Baum`s Kompanie in der Festung Modlin eingesetzt, wobei Baum für diese Kämpfe am 25.09.1939 durch Sepp Dietrich mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wird. Bis zum 28.09. verbleibt das Regiment im Raum Warschau und wird dann nach Prag verlegt um dort als Besatzungstruppe eingesetzt zu werden. Hier wird Baum am 09.11.1939 zum SS-Hauptsturmführer befördert.
Vor Beginn des Westfeldzuges an den Westwall verlegt, nimmt Baum an der Einnahme Rotterdams und Den Haag teil, sowie an der Verfolgung des britischen Expeditionskorps nach Dünkirchen. Im Zuge der Übersetzung über die Marne ostwärts La Ferte erhält er am 15.06.1940 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
SS-Sturmbannführer Wilhelm Mohnke, Kommandeur des II. Bataillons, schreibt nach Abschluss der Kämpfe eine äußerst positive Einschätzung über Baum. Er beschreibt ihn als tapfer und erstklassigen Kompanieführer. Außerdem ehrt er die Erfolge der Kompanie, obwohl Baum nur zwei Monate Ausbildungszeit hatte. Mohnke schlägt ihn daraufhin zu einem höheren Kommando vor.
Am 03.03.1941 zum SS-Sturmbannführer befördert, übernimmt Baum das Kommando über das III. Bataillon des SS-Totenkopf-Infanterie-Regiments 3, das er bis zum 09.11.1942 kommandiert.
Im April 1941 nach Ostpreußen verlegt beginnt für Baum und sein Bataillon am 22.06.1941 der Kampf gegen die Sowjetunion. Die folgenden Woche sind geprägt durch schwere Kämpfe in Litauen auf dem Weg nach Demjansk. Im Russlandfeldzug bewährte sich Baum besonders beim Durchbruch durch die Stalinlinie bei Sebesh, beim Vormarsch über Opotschka bis zur Luga und an den Kämpfen gegen die durchgebrochene 34. russische Armee.
Für die zahlreichen Kämpfe am Ilmensee und auf den Waldai-Höhen erhielt Baum am 26.12.1941 das Deutsche Kreuz in Gold als erster Soldat der 3. SS-Totenkopf-Division. Verbunden mit der Auszeichnung erhielt er Sonderurlaub, den er bei seiner Familie verbrachte. Zu seinem Bataillon zurückgekehrt beginnt für ihn eine der schwersten Kampfperioden seines Lebens. Der Kampf im Raum Demjansk. Baum verteidigte den Raum Salutschje und nahm entscheidend an den kämpfen gegen die sowjetischen Truppen bis zum 23.02.1942 teil. Am 07.02.1942 wurde das Bataillon Baum gegen 00.20 Uhr mit heftigem Artillerie- und Granatwerferfeuer belegt. Dann griff der Feind mit Panzerunterstützung zwischen den beiden Dörfern Schumilkino und Salutschje an. An diesem Angriff waren beteiligt: 20. Schützenregiment der 7. Garde-Division, Unteroffiziers- und Zugführer-Lehrgänge der 7. Garde-Division, sowie die 42. Panzer-Brigade. Aufgrund der schweren Verluste und der heftigen Kämpfe gingen der Nordteil Schumilkinos und der Südteil Salutschje verloren. Baum versammelte seine zersprengten Soldaten und ging ohne Rücksicht auf seine eigene Person zum Gegenangriff über. Gegen 06.30 Uhr des gleichen Tages konnten die alten Stellungen zurückerobert und gegen sämtliche Angriffe des Gegners gehalten werden. Der Feind verlor dabei über 300 Tote, die im Kampffeld lagen. Das Halten des Bataillons war für die Positionen im Norden und Osten Demjansk von äußerster Wichtigkeit, verhinderte dies doch einen entscheidenden Durchbruch durch die eigenen Linien. Außerdem konnte so ein Durchbrechen auf die Hauptstrasse Kobylkino-Schubina verhindert werden, die zum einen für den eigenen Nachschub wichtig waren und dem Feind die Möglichkeit gegeben hätte eigene Truppen besser verschieben zu können. Für diesen Einsatz schlägt der Divisionskommandeur Theodor Eicke Baum zum Ritterkreuz vor, das ihm am 08.05.1942 durch Eicke, nur einen Kilometer hinter der Front, verliehen wurde. Nach einigen Schlücken Cognac kehrte Baum zu seinem Bataillon zurück und widmete sich wieder dem Kampfgeschehen. Eicke bezeichnete Baum als schneidig und tapfer, sowie als einen seiner besten Offiziere. Eine sehr seltene Anerkennung durch Eicke, der als der schwierigste SS-General galt.
Durch Eickes Einschätzung wurde Baum am 09.11.1942 zum SS-Obersturmbannführer befördert. Der Regimentskommandeur Matthias Kleinheisterkamp gab Baum freie Hand im Umgang mit seinem Bataillon, zeigten doch die Erfolge dieses Bataillons, das es sehr gut geführt wurde.
Nach der Freikämpfung eines Zugangs zum Kessel verlegten die Reste der Division nach Frankreich in den Raum Angouleme um dort zur Panzerdivision umgerüstet zu werden.
Am 09.11.1942 erfolgte die Beförderung zum SS-Obersturmbannführer und die Ernennung zum Kommandeur des I. Bataillons des SS-Panzergrenadier-Regiments 5 "Totenkopf".
Nach der Landung der Alliierten in Nordafrika beteiligte sich die Division an der Besetzung Südfrankreichs und diente dem Küstenschutz im Raum Perpignan. Dort entwaffnete Baum die französische Restarmee im Raum Caracassonne. Kurz danach erfolgte die Verlegung der Division nach Bordeaux, wo man neue Ausrüstungen erhielt.
Im Januar 1943 verlegte die Division in den Raum Poltawa, wo man, ab dem 22. Februar 1943, an der Schlacht zwischen Donez und Dnjepr teilnahm.
In der Nacht vom 23. auf dem 24.02.1943 erhielten das SS-Panzergrenadier-Regiment 5 "Totenkopf" und das SS-Panzergrenadier-Regiment 6 "Totenkopf", dem das I. Bataillon Baum unterstellt war, den Auftrag zum Angriff auf den Raum nördlich Pavlograd. Die Ortschaft Vjasowol war zu nehmen, sowie der Gegner hinter die Linie Malaja-Ternovka zu drängen. Im Morgengrauen ging Baum mit seinem Bataillon, unterstützt durch das SS-Panzer-Regiment 3 gegen Vjasowol vor und verfolgte den Gegner hinter den Ternovka-Raum. Nach einer Drehung nach Südwesten, bis zum Ortseingang Werbki, entspannen sich heftige Gefechte. Hier wurde dann der Zusammenschluss mit Teilen der SS-Division "Das Reich" vollzogen, die vom Süden her angriffen. Durch Baums Einsatz wurde der Kessel um die westlich stehenden sowjetischen verbände weitaus früher geschlossen als von dt. Seite geplant. Nur durch den persönlichen Einsatz des Bataillonskommandeurs, der sich immer vorne bei seinen Grenadieren befand, war dies möglich geworden.
Am 01.03.1943 griff das SS-Panzergrenadier-Regiment 5 "Totenkopf" nach Norden an. Ziel war von Pavlovka aus die Ortschaft Nishnij Crel. Danach eine Drehung nach Nordosten, dann Übergang über die Berestovaja und Erreichen der Höhen in der Nähe der Ortschaft Berestovenka. Baums Bataillon bildete zusammen mit der I. Abteilung des SS-Panzer-Regiments 3 die Spitze und stießen in der Nacht auf heftigen Widerstand. Der Regimentskommandeur entschied sich zum Angriff ohne Rücksicht auf Verluste, ohne dabei den tiefen Schnee und die schwere Nachschublage zu beachten. Dennoch wurde angegriffen um so schnell wie möglich auf teile der SS-"Leibstandarte" zu treffen, die aus südwestlicher Richtung angriffen, um die Rückzugsstrasse des Gegners zu unterbrechen. Baums Angriff ermöglichte am 03.03.1943 den Zusammenschluss mit der "Leibstandarte". So konnte der Gegner seine Truppen nicht mehr zurückziehen, was in der Vernichtung der 3. Sowjetischen Panzer-Armee gipfelte. Zusammen mit dem SS-Panzer-Regiment erbeutete das SS-Panzer-Grenadier-Regiment 5 "Totenkopf", 21 Panzer, einen Spähpanzer, 107 Geschütze, 95 Panzerbüchsen, 44 MG`s, 29 Granatwerfer, mehr als 1.000 Gewehre, 27 Feldküchen, 25 gepanzerte Fahrzeuge, 359 Lkw`s, 300 Waggongs und unzählige Pferde und Ochsen. Auch hier spielte Baum die entscheidende Rolle.
Am 12.03.1943 erhielt das Regiment entlang der Linie Ruskaja-Losovaja-Dergaci bis Fesski-Kjakijmjaka, den Auftrag zum Flankenschutz des Angriffes auf Charkov. Zu dieser zeit verteidigte sich der Gegner verbissen in Charkov. Gegen 11.30 Uhr trafen neue Befehle von der Division ein, das II. Bataillon sollte die hinteren Stellungen halten, wohingegen der Rest des Regiments zum Angriff übergehen sollte, um die Strasse Charkov-Cugujev zu erreichen und damit in die Vororte Charkovs einzudringen. Danach sollte Cugujev genommen und die Brücken über den Donezk erobert werden, um so den Rückzug des Gegners aus dem Raum Smijev zu verhindern. Gegen 14.00 Uhr begann der Angriff und schlug in der Nacht, trotz schwerste Wegeverhältnisse, bis Ssorokovka durch. Die Ortschaft wurde angegriffen und am nächsten Morgen besetzt. Trotz Widerstand griff man weiter an. Der Regimentskommandeur befand sich immer beim führenden Bataillon und war somit Vorbild für seine Soldaten. Das III. Bataillon nahm in Zusammenarbeit mit einigen panzern, die mit dem letzten tropfen Sprit fuhren, die Ortschaft Rogan an der Strasse Charkov-Cugujev. Dadurch wurde nicht nur die Nachschubstrasse des Gegners gesperrt sondern auch der Zusammenschluss mit der 2. SS-Division "Das Reich" geschaffen und der Gegner im Raum Charkov eingekesselt.
Nach Versorgung aus der Luft gab der Regimentskommandeur am nächsten Tag um 15.00 Uhr den Befehl zum Angriff auf Cugujev. Aus Richtung Rogan kommend ging man gegen Cugujev vor. Der Überraschungsmoment wirkte auf den Gegner verheerend, das dieser die Stadt Cugujev räumte und sämtliche Brücken in deutsche Hände fielen. Auch hierbei war Baum entscheidend beteiligt.
Auch am 05.06.1943 bewies Baum erneut seine persönliche Tapferkeit, nachdem Baum gegen sowjetische Stellungen bei Beresoff vorging und im stärksten Abwehr- und Artilleriefeuer in die feindlichen Linien einbrach, wobei er zwar verwundet aber, aber bei der Truppe verbleiben konnte.
Auch am 13. und 14.07.1943 zeigte Baum seine Fähigkeiten im Leiten einer Abwehrschlacht im Brückenkopf Pssel. Baum war überall dort zu finden wo die Lage schwierig wurde und durch seine eigene Einsatzfreudigkeit war er seinen Soldaten stets Vorbild.
Für diese Einsätze wird er für das Eichenlaub vorgeschlagen. Am 19. und 21.08.1943 verwundet, musste er aufgrund der Schwere einer Schulterverletzung per Lufttransport ins Lazarett nach Breslau gebracht werden. Dort erfuhr er von der Verleihung des 277. Eichenlaubes zum Ritterkreuz, das ihm in Hitlers Hauptquartier, zusammen mit Heinz Harmel verliehen wurde. Nach der Verleihungszeremonie diskutierten beide zusammen mit Hitler über die momentane militärische Lage.
Nach seiner Genesung übernahm er sein altes Regiment, das nun im Raum Kirowograd stand. Am 30.01.1944 erfolgte die Beförderung zum SS-Standartenführer auf Initiative des Divisionskommandeurs Hermann Prieß, der dafür extra bei Heinrich Himmler vorstellig wurde.
Im März 1944 übernahm er zeitweise die Führung der SS-Totenkopf-Division und wurde am 13.03.1944 erneut verwundet.
Kurze Zeit später wurde Baum, im Juni 1944, zur Führerreserve versetzt und unternahm Vortragsreisen zu den Führer- und Unterführerschulen zwecks Darlegung seiner Erfahrungen im Ostfeldzug. So besuchte er bspw. die SS-Offiziers-Schule in Klagenfurt, die Unterführer-Schule in Laibach und die Ausbildungsschule auf dem Truppenübungsplatz "Beneschau". Auch erhielt er die Gelegenheit seine Familie zu besuchen.
Am 18.06.1944 erhielt er, sich in Salzburg befindend, den Auftrag, das Kommando über die 17.SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" zu übernehmen, die bis dahin von Otto Binge angeführt wurde. Diese Division stand im Raum Carentan in schweren Kämpfen mit den Invasionstruppen, dabei war der Kommandeur der Division Brigadeführer Werner Ostendorff schwer verwundet worden. Nachdem starke Teile der Division "Das Reich" eintrafen und zwei Kommandeure fielen übernahm Baum das Kommando über beide Divisionen. Baum nahm zunächst an das der Kommandeur der Division "Das Reich", Christian Tychsen, in Gefangenschaft geraten sei und plante einen Austausch, bis sich herausstellte das Tychsen durch ein Infanteriegeschoss tödlich getroffen wurde.
Nach dem Durchbruch des Gegners bei St. Lo unternahm er Gegenangriffe und brachte den Gegner zum stehen. Weiterhin führte er eingeschlossenen Teile der 7. Armee aus der Umklammerung heraus und beteiligte sich am Kampf um den Kessel Falaise. Baum war der einzigste Abgänger der Junkerschulen der zwei Kommandos über je eine Division zur gleichen Zeit innehatte. Baum hielt mit seinen Soldaten den einzigen Weg aus dem Kessel von Falaise frei und ermöglichte so vielen eigenen Truppen den sicheren Rückzug.
In den folgenden Wochen kämpften sich die Einheiten unter Baum bis an den Westwall nach Metz zurück. Für die Leistungen in der Führung beider Divisionen erhielt Baum am 02.09.1944 als 95. Soldat der Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub. Baum sagt später das die Kämpfe im Raum Falaise, neben denen von Demjansk, die schwersten seines Soldatenkarriere waren. Baum erhielt die Auszeichnung aus der Hand Hitlers, mit anschließender Diskussion über die Kriegslage. Da Baum am 01.08.1944 die Division "Götz von Berlichingen" wieder an Otto Binge abgegeben hatte, war er nun "nur" noch Kommandeur der 2. SS-Panzer-Division "Das Reich" und wurde als solcher am 17.09.1944 zum SS-Oberführer befördert. Nach Abgabe der Division an Heinz Lammerding am 23.10.1944, übernahm Baum ab dem 24.10.1944 das Kommando über die 16. SS-Panzer-Grenadier-Division "Reichsführer SS" in Italien und löste damit Max Simon ab, der zum Kommandierenden General des XIII. SS-Armee-Korps ernannt wurde.
Am 01.11.1944 kam Baum im Stab der Division, einer Villa bei Marzabotto, südlich Bologna, an und übernahm das Kommando. Die Division gehörte zum I. Fallschirmkorps unter dem General der Fallschirmtruppe Alfred Schlemm.
Ende Januar 1945 über den Po nach Ungarn verlegt wurde, war die Division zunächst Reserve der 2. Panzerarmee. Im Laufe der Kämpfe fand die Division Verwendung bei den Schlachten an der Mur und in der Oststeiermark. Dort erhielt Baum am 08.05.1945 auf dem Gefechtsstand im Schloss Haimburg bei Völlermarkt den Befehl zur Niederlegung der Waffen.
Wie allen Waffen-SS-Angehörigen wurden auch Baum alle zivilen Rechte aberkannt. Erst am 09.11.1945 durfte er seiner Familie ein Lebenszeichen senden. Die Antwort erhielt er erst im Januar 1946. Baum wurde nach England gebracht und befand sich im August 1946 in einem Lager südlich von Newcastle. In dieser Zeit arbeitete er als freiwilliger Gärtner auf dem RAF-Stützpunkt Carlisle. Im September 1947 ´kam er nach Schottland, kehrte aber im Dezember wieder nach England zurück. Von dort kam er im August 1948 in ein Lager nach Fallingbostel, wo er Mitte Dezember 1948 entlassen wurde.
Otto Baum ist einer der erfolgreichsten Abgänger der SS-Junkerschulen. Er galt als tapfer und als Naturtalent in der Offensive und in der Defensive. Als Teilnehmer der schwersten Kämpfe an der Ostfront und in der Normandie ist er einer der höchstdekoriertesten Männer der Waffen-SS. Im Laufe seiner Karriere übernahm er das Kommando über 3 verschiedene Divisionen, dies als einzigster Kommandeur der Truppe.
Nach dem Krieg arbeitete Baum als Angestellter in der Textilindustrie.
Otto Baum verstarb am 18.06.1998 in seiner Geburtsstadt Stetten.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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