595. Eichenlaubträger Hellmuth Becker
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS

Deutsches Kreuz in Gold am 26.09.1942 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur SS-"Totenkopf"-Infanterie-Regiment 3Eisernes Kreuz I. Klasse am 26.06.1940Eisernes Kreuz II. Klasse am 24.05.1940Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze am 09.10.1941Demjansk-Schild am Medaille Winterschlacht im Osten am 13.07.1942Verwundetenabzeichen in Silber am 10.11.1943Medaille zum 13.März 1938Medaille zum 01. Oktober 1938

Hellmuth Becker wurde am 12.August 1902 in Alt-Ruppin/Mark Brandenburg als Sohn eines Malermeisters geboren und besuchte bis zu seinem 16. Lebensjahr die Realschule in Neuruppin. Danach begann er eine Ausbildung im Rathaus von Alt-Ruppin.
Am 01. August 1920 trat er ins (Preuß.) Infanterie-Regiment 5 der Reichswehr in Neuruppin ein und kam zur 16. Kompanie nach Greifswald und dann zur 5.Kompanie nach Angermünde, nachdem er zuvor dem Freikorps Grothe angehörte. Weiterhin kam er als Absolvent der Heeresfachschule, als Feldwebel, zur Kommandantur Stettin.
Im Jahr 1928 wurde er als Stabsfeldwebel in den Stab des Artillerien-Regiments 2 der 2. Division nach Stettin versetzt, wo er das Abitur nachholte. Mit dem Ende seiner Dienstzeit schied er am 01. August 1932 aus dem aktiven Dienst aus.
Am 28.02.1933 trat er in Stettin in die Schutzstaffel ein und traf dort auf Wilhelm Bittrich und Hermann Prieß. Dort gehörte Becker zum III. Sturmbann der 9. SS-Standarte, zuletzt als beauftragter Adjutant.
Laut seinen Personalunterlagen trat er am 01.01.1934 seinen Dienst an und wurde am 17.06.1934 beauftragter Adjutant der 74. SS-Standarte.
Später gingen Bittrich und Becker als militärische Ausbilder nach Greifswald und später als Untersturmführer und Adjutant nach Hamburg, um dort das I. Bataillon der SS-Standarte "Germania", ab dem 25.09.1934 als Führer, aufzustellen.
Am 01.07.1935 wurde Becker zum SS-Totenkopfverband "Oberbayern" versetzt und dort als Chef der Rekrutenausbildungs-Kompanie, als Leiter für Unterführer-Lehrgänge und als verantwortlicher für den Transport eingesetzt zu werden. Bei der Erweiterung zur 1. SS-Totenkopfstandarte "Oberbayern" wurde Becker am 09.11.1937 Kommandeur des I. Sturmbannes und am 09. November 1936 zum Sturmbannführer und am 30. Januar 1938 zum Obersturmbannführer befördert.
Bei den Einsätzen in Österreich und im Sudetenland war Beckers Einheit dem Heer unterstellt und unterstand als I. SS-Bataillon dem Sudetendeutschen Freikorps und stand auf tschechischem Staatsgebiet.
Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde die Totenkopfstandarte "Oberbayern" als SS-Totenkopfinfanterie-Regiment1 in die neue motorisierte Totenkopf-Division eingefügt, mit der er im Westfeldzug beide Eiserne Kreuze erwerben konnte und im Mai 1940 zum Standartenführer befördert wurde. Die neue Bezeichnung lautete nun Kommandeur des I. Bataillons des SS-"Totenkopf"-Infanterie-Regiments 1.
Nach Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion, übernimmt Becker am 07.07.1941 vorübergehend die Führung des Regiments, wird am 10.07.1941 verwundet, wobei er in seiner Position verblieb, um am 08.08.1941 offiziell zum Kommandeur des Regiments ernannt zu werden.
Am 12.09.1941 mit dem Kommando über das Kradschützen-Bataillon der SS-"Totenkopf"-Division beauftragt, übernimmt er ab dem 25.10.1941 zunächst die Führung des SS-"Totenkopf"-Infanterie-Regiments 3 und später das Kommando. Im Russland-Feldzug war er an der Westfront des Kessels von Demjansk Kommandeur einer gemischten Kampfgruppe. Für die Leistungen in diesem Kessel wurde er am 26. September 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Mit dem Umbau der Division zu einer Panzerdivision im Herbst 1942 wurde Becker Kommandeur des SS-Panzergrenadier-Regiments 6, welches nach dem Tod Theodor Eickes dessen Namen erhielt. Dieses Regiment war das ursprüngliche SS-"Totenkopf"-Infanterie-Regiment 3. Im Laufe des Kriegsgeschehens an der Ostfront im Jahre 1943 bewies Becker stets Standhaftigkeit und Entschlusskraft auch in unterlegenden Situationen, wofür man ihm am 07. September 1943 das Ritterkreuz verlieh. Das Regiment hatte am 13.08.1943 als Schwerpunkt der Division den Auftrag erhalten die Ortschaft Nikotowka, nebst den Höhen 199,8 und 197, 4 westlich davon zu nehmen. Nach schweren Kämpfen befand sich die Ortschaft gegen Nachmittag in eigener Hand. Der weitere Angriff drohte im angrenzenden Waldgelände und vor den Höhen an einer starken Pak- und Panzerfront stecken zu bleiben. Becker beschloss daraufhin mit seinem Reserve-Bataillon durch den Frontraum der Nachbardivision, die nicht am Angriff teilnahm, auf die Höhe 197,1 vorzudringen, sowie die weiteren Höhen 199,8 und 197,4 zu nehmen. Durch rücksichtslosen Einsatz gelang ihm die Inbesitznahme der Höhe 197,1, sowie das Aufrollen der beiden weiteren Höhenstellungen. Aufgrund des Erfolges brach der Angriff der Division am 14.08.1943 südlich des Mertschik-Baches durch, wodurch zwei russische Schützen-Divisionen, zwei Panzer-Brigaden und eine Mot.-Brigade vernichtet werden konnte. Im Oktober übernahm er außerdem noch die Führung der Division.
Am 12.01.1944 in die Führer-Reserve versetzt und übernahm am 13.03.1944 das Kommando über das SS-Panzergrenadier-Regiment 36 der 16.SS-Panzergrenadier-Division in Italien. Dort wurde er zum Oberführer befördert.
Nachdem Hermann Prieß den Auftrag bekam das XIII. SS-Armeekorps zu bilden, wurde Becker am 13.07.1944 mit der Führung und später dem Komamndo der 3.SS-Panzerdivision "Totenkopf" beauftragt. Noch während dieser Personalveränderung wurde die Division vom Südabschnitt in Rumänien zur Heeresgruppe Mitte verlegt, um im Raum Grodno durchgebrochene gegnerische Panzer- und Kavallerieverbände, in Zusammenarbeit mit der 5. Panzerdivision,  abzuschneiden und den alten Frontverlauf wieder herzustellen.
Danach zerschlug man zusammen mit der 5.SS-Panzerdivision "Wiking" unter Johannes Mühlenkamp, im Rahmen des IV. SS-Armeekorps unter Herbert Gille,  den nördlichen Flügel um Radzymin. Für diesen Erfolg und anderen Operationen erhielt Oberführer Hellmuth Becker am 21. September 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und wurde gleichzeitig zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Als Führer der 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf" griff Becker mit seiner Division in die Kämpfe ein, nachdem es dem Gegner im Oktober 1943 gelungen war seinen Dnjepr-Brückenkopf im Raum Mischurin Rog-Dnjepropetrowsk nach Westen zu erweitern und mit starken Panzerverbänden bis kurz vor Kriwoi Rog vorzustoßen. Gegen diesen Einbruch wurde am 27.10.1943 die Division beauftragt, um dem Gegner in die Flanke zu stoßen. Trotz vorangegangener schwerer Kämpfe stiess die Division aus Alexandrija kommen tief in die rechte Flanke des Gegners ein. Die Folge der drei Tage währenden schweren Kämpfen stand die Vernichtung mehrerer Panzerverbände und das Halten der Stadt Kriwoi Rog. Als Regimentskommandeur in der 16. SS-Panzer-Grenadier-Division "RFSS" wurde er im Rahmen seiner Division, bei den Kämpfen im Raum Fauglia-St. Luzw-Livorno-Pisa, Anfang Juli 1944, durch amerikanische Verbände am linken Flügel erheblich umgangen. Die Gefahr bestand, daß die Division von ihren Nachschubverbindungen abgeschnitten wurde und so entschloss sich Becker mit den vorhanden Kräften zu einem Stoss aus der Flanke, der zur Vernichtung starker Teile des Gegners führte und auch die frontgebundene Division freikämpfte.
Dann wieder Kommandeur der 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf", wurde er mit seiner Division vom 26.07. bis zum 11.08.1944 in der Flanke der 2. Armee bei den Kämpfen im Raum Siedlce eingesetzt, schuf Becker die Vorraussetzungen für ein geordnetes Absetzen des rechten Flügels der Armee. Durch die Division wurden in diesen tagen 90 Panzer und 5 Flugzeuge abgeschossen. Außerdem konnte der gegnerische Durchbruch nach Warschau abgewiesen werden.
In den nächsten Wochen stand die Division ostwärts Warschau und später ostwärts Modlin im Kampf. Weihnachten wurden die 3. und 5. SS-Panzerdivision in Blitz-Transporten nach Ungarn verlegt, um dort Budapest zu entsetzen. Die Schlacht wurde verloren, obwohl die meisten der Elite-Divisionen der Waffen-SS beteiligt waren. Becker konnte sich mit seiner Division über Stuhlweißenburg retten und wurde am 01.02.1945 im Wehrmachtsbericht genannt.
Die Division ging über die Donau zurück nach Wien. Kurz vor der Kapitulation erhielt man den Befehl nach Westen zu marschieren, um sich dort den Amerikanern zu ergeben. Der örtliche US-Befehlshaber lehnte die Entgegennahme der Kapitulation der Division ab. So unternahm Becker den Versuch bei den Sowjets eine ehrenhafte Kapitulation zu erreichen. Von diesem Versuch kehrte er nicht mehr zurück, da er von den sowjetischen Verbänden gefangengenommen wurde. In der Gefangenschaft setze er sich immer wieder für seine Soldaten ein und wurde bald ein Dorn im Auge der Bewacher, so das man ihn eines Tages aus dem Lager entfernte. Danach wurde er im November 1947 in einem Schauprozess vor einem sowjetischen Militärgericht in Poltawa zu dreimal 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Danach zunächst ins Lager Swerdlowsk verlegt, wo er eine Kriegsgefangenen-Baubrigade anführte, zum Aufbau zerstörter Ortschaften. Beim Aufbau eines Hauses wurde dabei angeblich ein Granatblindgänger in einem Haus vermauert. Ein Mitgefangener verriet Becker woraufhin dieser Ende Februar 1953 wegen angeblicher Sabotage vermutlich erschossen wurde.
Hellmuth Becker verstarb am 28. Februar 1953.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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