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685. Eichenlaubträger Fritz Biermeier
SS-Sturmbannführer, Panzertruppe

   
Fritz Biermeier wurde am 19.05.1913 in Augsburg geboren, besuchte die
Volksschule in Augsburg und dann in Fladungen/Rhön. In der 6. Klasse wechselte
er auf die Realschule Lichtenfels am Main im Jahre 1924 und legte dort seine
Untersekundareife ab. Anschliessend ab 1931 Lehrling im väterlichen Geschäft,
legt er nach zwei Jahren seine Gesellenprüfung im Elektrohandwerk ab.
Am 01.11.1933 trat er als SS-Anwärter der Allgemeinen SS bei und gehörte zum 4.
Sturm der 41. SS-Standarte. Am 24.05.1934 trat er dann als SS-Mann der
SS-Verfügungstruppe bei und kommt zur SS-Totenkopf-Standarte "Oberbayern".
Dort wird er dann am 16.09.1936 in die 9. Hundertschaft versetzt, bis er am
01.04.1937 zur SS-Standarte "Deutschland", unter gleichzeitiger
Kommandierung an die SS-Junkerschule Braunschweig versetzt wird. Dem schloss
sich am 31.01.1938 ein Zugführerlehrgang in Dachau an.
Nach Ende der Ausbildung ist Biermeier ab dem 01.04.1938 Zugführer in der 1.
SS-Totenkopf-Standarte "Oberbayern" und erhält am 01.11.1939 eine
Kommandierung zur SS-Totenkopf-Division, wo er als Zugführer im
SS-Totenkopf-Infanterie-Regiment 1 Verwendung findet. Zuvor nahm er an den
Einmärschen in Österreich, dem Sudetenland und Böhmen und Mähren teil.
Biermeier besucht dann vom 08.02. bis zum 21.02.1940 einen Unterführer-Lehrgang
in Limburg an der Lahn und nimmt dann als Zugführer am Westfeldzug teil.
Nach Ende der Kämpfe wird er am 21.08.1940 zum Ordonnanzoffizier des II.
Bataillons des SS-Totenkopf-Infanterie-Regiments 1 (mot.), bzw. am 01.01.1941
zum Adjutanten ernannt und nimmt so am Ostfeldzug teil, wo er am 27.07.1941 im
Luga-Abschnitt verwundet wird.
Nach Ausheilung der Verwundung gehörte er ab dem 13.10.1941 zum
SS-Totenkopf-Infanterie-Ersatz-Bataillon 1 in Warschau und wird am 07.02.1942
zur Panzer-Abteilung der SS-Division "Das Reich" nach Wildflecken
versetzt. Dort übernimmt er am 15.02.1942 die Führung einer Kompanie.
Ab dem 15.04.1942 wieder beim SS-Totenkopf-Infanterie-Ersatz-Bataillon 1, erhält
er gleichzeitig eine Kommandierung zum Rekrutendepot der Waffen-SS auf dem
Truppenübungsplatz Debica.
Am 05.06.1942 als O1 zur Kampfgruppe Jeckeln versetzt, kommt er am 19.10.1942
zum Aufstellungtsstab der SS-Totenkopf-Division, wo er als Kompanieführer
Verwendung findet. Dort übernimmt er dann am 08.07.1943 die Führung über die II.
Abteilung des SS-Panzer-Regiments 3 "Totenkopf".
Am 14.11.1943 erhielt Biermeier den Auftrag mit 11 Panzern aus der Ortschaft
Krassno Konstantinowka auf die Punkte 168,4 und 173,1 vorzustoßen, um dort für
die Infanterie Bedingungen für eine Riegelstellung zu schaffen. Von diesen
Punkten aus sollte er dann auf die Höhe 151,6 weiterstossen, um damit
eingebrochene gegnerische Infanterie zurückzuwerfen und für den rechten Nachbarn
die alte HKL wieder herzustellen. Nachdem Biermeier den ersten teil des Auftrag
erfüllt hatte und beim Punkt 173,1 stand, stieß ein starker gegnerischer
Panzerverband südlich an Biermeier auf die Ortschaft Myschelowka vor, wo sich die
Feuerstellung der I. Abteilung des SS-Artillerie-Regiments 3 "Totenkopf"
befand.
Biermeier griff aus eigenen Entschluss diesen Verband an und stellte ihn
zwischen den Ortschaften Myschelowka und Luganka zum Kampf, wo er restlos
vernichtet wurde. Dabei wurden 38 T-34 bei keinen eigenen Verlusten
abgeschossen. Zusammen mit dem gegnerischen Panzervorstoss stießen auch ca. 800
Infanteristen vor, die im Begriff waren die Ortschaft Myschelowka von Nordosten
und Osten anzugreifen. Auch dieser Verband wurde zersprengt, wobei es nur
wenigen Soldaten gelang sich nach Osten zurückzuziehen. Damit war der Versuch
unterbunden worden, die Stellungen der Totenkopf-Division aufzurollen und in den
Rücken der Nachbardivision zu kommen.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stiess Biermeier dann auf die Höhe 151,6 vor
und erfüllte somit auch den 2. Teil seines Auftrags. Durch seine Entschlusskraft
erzielte Biermeier einen entscheidenen Erfolg und schoss dabei selbst 6
gegnerische Panzer ab. Biermeier hatte sich bereits während der schweren Kämpfe
im Frühjahr, Sommer und Herbst durch persönliche Tapferkeit und umsichtiger
Führung ausgezeichnet und schoss seit März 1931 insgesamt 31 Panzer ab.
Biermann wurde dafür vom Regimentskommandeur Bochmann zum Ritterkreuz
eingereicht, was vom Divisionskommandeur Prieß befürwortet wurde. Laut Prieß
verhinderte Biermann einen Durchbruch des Gegners auf Losowatka und Kriwoi Rog.
Am 10.12.1943 erhielt Biermeier als SS-Hauptsturmführer und Führer der II.
Abteilung des SS-Panzer-Regiments 3 das Ritterkreuz. Am 20.04.1944 übernimmt
Biermeier dann das Kommando über die II. Abteilung.
Am 02.08.1944 traf gegen 22.30 Uhr die Meldung ein, das gegnerische Infanterie
mit 10 LKW von Trzebucze über Stawiska nach Grebkow im Anmarsch waren. Eine
weitere Meldung vom 03.08.1944 besagte, das sich weitere gegnerische Kräfte im
Raum Trzebucze und Sinoteka, sowie im Waldstück südostwärts Sbuzki
bereitstellten. Auf Biermeiers Befehl hin wurden noch vorhandene Männer
alarmiert und als Sicherung am Südrand von Grebkow eingesetzt. Gegen 10.30 Uhr
wurde die 9. Kompanie des SS-Panzer-Grenadier-Regiments "Theodor Eicke"
durch angreifende Infanterie aus ihrer Stellung geworfen, womit dem Gegner ein
weiteres Vorgehen auf Grebkow ermöglicht wurde. Daraufhin entschied sich
Biermeier, selbst an der Spitze, mit seinem Pionierzug, zur Verfügung stehenden
Meldern und zwei Sturmgeschützen zum Gegenangriff überzugehen. Nach erbittertem
Kampf, teilweise im Nahkampf, wurde die alte HKL gegen 12.30 Uhr wieder besetzt.
Dabei verlor der Gegner 5 Selbstfahrlafetten 7,62-cm, 2 Geschütze 7,62-cm, 4
schwere MG und 2 mittlere Granatwerfer. Damit verhinderte Biermeier ein
Aufrollen des eigenen linken Flügels.
Am 19.08.1944 trat der Gegner mit Fliegerunterstützung ostwärts und nordostwärts
Sitki zum Grossangriff an. Durch das schwere Artilleriefeuer hatte die eigene
Infanterie schwere Verluste, wodurch dem Gegner der Einbruch in die Stellungen
gelang. In dieser Lage ergriff Biermeier seine bei Michalow-Klemow stehenden
Panzer und ging, kaum unterstützt durch eigene Infanterie, zum sofortigen
Gegenstoß an. Es gelang den Feind zu werfen und die alte HKL mit schwachen
Kräften zu besetzen. Im Laufe des Tages wurden weitere Angriffe durch die Panzer
abgeschlagen. Dennoch stand der Gegner bald im Rücken Biermeiers, der seine
Stellung aber hielt und damit das Heranführen von Reserven ermöglichte. Durch
Biermeiers Einsatz wurden dem Gegner empfindliche Verluste beigebracht. So
wurden 11 "Sherman", 1 KW 85 und 1 T-34 abgeschossen. Weiterhin wurden 3
Geschütze 7,62-cm, 2 Pak, 2 schwere Granatwerfer, 6 schwere MG, 10 leichte MG
und 1 Infanteriegeschütz vernichtet.
Am 13.09.1944 versuchte der Gegner von Südosten nach Siwki und Marki
vorzustoßen, um damit die Rollbahn Struga-Praga zu unterbrechen. Nach einem
erfolglosen Nachtangriff gegen 02.00 Uhr, griff der Gegner gegen 05.30 Uhr
erneut an. Mit starken Panzer- und Infanteriekräften versuchte er sein Ziel zu
erreichen, bis er auf die 5. Kompanie der II. Abteilung, mit Biermeier an der
Spitze, traf. Im Laufe des Tages griff der Gegner fünfmal Marki an und wurde
immer wieder durch Biermeier abgeschlagen. Nachdem eigene Infanterie die
Stellungen bezog zogen sich die deutschen Panzer wieder zurück. Im Verlauf
dieser Kämpfe wurden 8 KW 85, 7 T-34, 1 "Josef-Stalin" und 4 Pak 4,7-cm
vernichtet. Sowie 2 Panzerbüchsen, 3 schwere MG und 1 Panzerspähwagen. Biermeier
zeichnete sich immer wieder, oftmals auch mit nur wenigen Panzerkampfwagen,
durch taktisches Können und unerschütterliche Kaltblütigkeit aus.
Biermeier fand am 11.10.1944 den Tod im Kampf bei Modlin in Polen. Für seine
Erfolge im Kampf wird er durch den Regimentskommandeur zum Eichenlaub
vorgeschlagen, was durch den Divisionskommandeur
Hellmuth Becker und dem Kommandierenden General Gille befürwortet wurde.
Fritz Biermeier erhielt am 26.12.1944 posthum das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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SS-Anwärter |
01.11.1933 |
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Eichenlaub zum Ritterkreuz |
26.12.1944 |
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SS-Mann |
09.02.1934 |
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Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz |
10.12.1943 |
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SS-Sturmmann |
01.11.1935 |
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Eisernes
Kreuz II. Klasse |
22.06.1940 |
|
SS-Rottenführer |
25.03.1936 |
|
Eisernes
Kreuz I. Klasse |
07.10.1941 |
|
SS-Scharführer |
01.10.1937 |
|
Verwundetenabzeichen in Schwarz |
30.01.1942 |
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SS-Hauptscharführer |
26.02.1938 |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
08.09.1944 |
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SS-Untersturmführer |
12.03.1938 |
|
Panzerkampf-Abzeichen in Silber |
23.03.1943 |
|
SS-Obersturmführer |
20.04.1939 |
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|
SS-Hauptsturmführer |
30.01.1943 |
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|
SS-Sturmbannführer |
20.04.1944 |
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