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570. Eichenlaubträger Friedrich-Wilhelm Bock
SS-Oberführer

Friedrich-Wilhelm Bock wurde am 06.05.1897 in Wreschen im Warthegau als Sohn eines Pastors, andere Quellen sagen eines Ministers, geboren.
Nach seinem Abitur meldete er sich am 02.08.1914 freiwillig zur Armee und kam dort zur Artillerie im Feld-Artillerie-Regiment 38 bis Oktober 1914 und wechselte dann zum Feld-Artillerie-Regiment 2. Zum Leutnant befördert wird er am 11.09.1918 verwundet. Nach seiner Genesung wieder beim Feld-Artillerie-Regiment 38 bleibt er dort bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst Anfang Februar 1919. Danach nimmt er im Rahmen eines Freikorps an den Kämpfen im Baltikum teil und arbeitet dann im Landwirtschafts-Ministerium Mecklenburg und Pommern bis 1922.
Bock trat dann am 15.11.1922 als Wachtmeister der Schutzpolizei in Hamburg bei und wechselte im April 1926 zur Preußischen Schutzpolizei nach Stettin, Trepkow und schließlich Marienburg. Er trat am 01.05.1933 der NSDAP bei.
Ab September 1939 bei der Schutzpolizei Hannover, wird er zum Kommandeur des Polizei-Bataillons 3 im Generalgouvernement ernannt und unterstand damit der Ordnungspolizei von Dezember 1939 bis April 1940.
Anfang Mai 1940 wechselt er als Kommandeur der II. Abteilung des Polizei-Artillerie-Regiments zur Polizei-Division und nimmt mit dieser am Feldzug gegen die Sowjetunion teil.
Nach dem Beitritt zur SS am 01.11.1941 als SS-Sturmbannführer der Reserve beginnen für ihn spätestens jetzt die schweren Abwehrkämpfe der Division im Nordteil der Ostfront. Für diese Kämpfe wird er als SS-Obersturmbannführer, Oberstleutnant der Schutzpolizei und Kommandeur der II. Abteilung des SS-Artillerie-Regiments 4 am 28.03.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. In der Begründung durch den Regiments-Kommandeur Fritz Schmedes und dem Divisionskommandeur Alfred Wünnenberg heißt es:

"SS-Obersturmbannführer Bock hat mit beginn der Kampfhandlungen im Osten in allen Angriffen und Verteidigungskämpfen exzellente Eigenschaften als Abteilungs-Kommandeur bewiesen. Während der harten Winterkämpfe des Jahres 1942 führte er eine Kampfgruppe am Wolchow und schlug so mehrere Angriffe des überlegenen Gegners mit kurzen treffsicheren Feuerschlägen seiner Abteilung zurück. Dies wiederholte sich Ende Januar 1943 auf den Ssinjawino Höhen.
Auch während der Kämpfe an der Newa ab dem 02.02.1943 mit mehrfacher Überlegenheit des Gegners geführt, bewies Bock seine Fähigkeiten als Führer. Der Gegner kam aus dem Raum Kolpino auf beiden Seiten der "Oktober Rollbahn" und erzielte einen Durchbruch bei der 250. Spanischen Infanterie-Division. Ohne auf Widerstand zu stoßen, brechen die Sowjets weiter nach Süden vor, überqueren die "Oktober Rollbahn" und führen einen Angriff auf die Strasse Stepanovk-Mischkino durch. Die Bedrohung für die linke Flanke der Polizei-Division erkennend, gab Bock seinen Artillerie-Beobachtern im Raum Feklistovo-Mischkino den Auftrag den Gegner unter Feuer zu nehmen und vor allem die wichtigen Höhen zu halten. Doch gingen dabei die eigenen Artillerie-Sicherungs-Posten verloren. Bock beorderte seine eigenen Linien bei Feklistovo nach Westen einzudrehen, um den Vormarsch des Gegners zu kontrollieren. Einbrechende gegnerische Einheiten in Feklistovo wurden im Gegenangriff geworfen. Erste eintreffende Reserven, eine Artillerie-Zug gegen 14.00 Uhr wurde sofort in die Kämpfe um Feklistovo eingesetzt, um die linke Flanke unbedingt zu halten. Bock vergewisserte sich persönlich über den genauen Kampfverlauf und der Ausführung seiner Befehle. Nur so war es auch möglich eintreffende Reserven punktgenau und schnell anzusetzen. Diese trafen erst gegen 17.00 Uhr ein. Eine Pionier- und Jäger-Einheit der Polizei-Division wurde vom Nachbarn abgezogen und in die linke Flanke  Bocks eingefügt. Gegen Abend stiess der Gegner auf der bergigen Strasse in Richtung Mischkino mit Panzern vor. Die eigene Verteidigungsfront drohte aufgrund fehlender Panzerabwehrmittel zusammenzubrechen und Feklistovo musste aufgegeben werden. Der Einsatzbereitschaft Bocks ist es dabei jedoch zu verdanken, das die eigenen Truppen geordnet zurückgingen und am Westausgang Mischkinos und am Nordausgang Porkusis eine neue Verteidigungslinie aufbauten. Kurze Zeit später erhielt man Panzer-Abwehrmittel und vernichtete zwei Panzer, womit die Linien gehalten werden konnten.
"

Wünnenberg fügte hinzu:

"SS-Obersturmbannführer Bock zerschlug den Gegner mit seiner Artillerie, während des gegnerischen Angriffes am offenen linken Flügel südlich von Kolpino. Seine Einheiten verteidigten weiterhin erfolgreich die äußerst wichtigen Positionen auf den Höhen bei Miskino und Feklistovo in schweren Nahkämpfen gegen eine generische Übermacht. Durch eine persönliche Tapferkeit hielten seine Soldaten die Stellungen. Durch Bock ist es gelungen den gegnerischen Durchbruch bei der Nachbardivision zum Stillstand zu bringen, bevor er seine Ziele erreichen konnte. Damit war ein Aufbrechen des Ringes um Leningrad vereitelt worden."

Bock wurde im September 1943 ebenfalls zum Deutschen Kreuz in Gold vorgeschlagen, was aber durch höhere Dienststellen abgelehnt wurde.
Am 01.08.1943 übernahm er das Kommando über das Regiment und löste damit Fritz Schmedes ab. Bock führte während dieses Kommandos die Reste der Polizei-Division bis zum 15.03.1944 als Kampfgruppe "SS-Polizei-Division" im Rahmen der Kampfgruppe "Schuldt". Als dieser am 15.03.1944 Ostufer des Flusses Welikaja  fiel, übernahm Bock vorübergehend die Führung der 19. (lett.) SS-Freiwilligen-Division. Nach der Ablösung durch Bruno Streckenbach wurde Bock zunächst in die Reserve versetzt. Dem schloss sich dann ab Anfang Juni 1944 die Verwendung als Artillerieführer des II. SS-Panzerkorps an. Durch Hans Sander abgelöst übernahm Bock nach der Verwundung Silvester Stadlers die Führung der 9. SS-Panzerdivision "Hohenstaufen". Unter seiner Führung kämpfte die Division um Cheux und bei Estry. Für die außergewöhnlichen Leistungen seiner Soldaten erhielt der nunmehrige SS-Oberführer, als Kommandeur der 9. SS-Panzerdivision "Hohenstaufen" am 02.09.1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Er wurde dafür durch Model persönlich bei Himmler vorgeschlagen.
Nach der Rückkehr Stadlers, am 10.10.1944, wechselt Bock wieder zu seinem Posten als Korps-Artillerieführer des II. SS-Panzer-Korps.
Bock gilt als der beste Artillerieführer der Waffen-SS, physisch stark, energisch. Seine taktischen Fähigkeiten wurden neben Alfred Wünnenberg auch durch den Kommandierenden General des II. SS-Panzer-Korps Wilhelm Bittrich bestätigt.
Friedrich-Wilhelm Bock, verheiratet mit der Tochter des SS-Brigadeführers und Generalmajors der Polizei Konrad Ritzer,  verstarb am 11.03.1978 in Hannover.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant 00.02.1918   Eichenlaub zum Ritterkreuz 17.05.1943
Wachtmeister (Polizei) 15.11.1922   Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 03.05.1942
Major der Schutzpolizei ???   Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK ???
Major der Schutzpolizei und SS-Sturmbannführer d. R. 01.11.1941   Eisernes Kreuz II. Klasse 21.08.1941
SS-Sturmbannführer 01.04.1942   Eisernes Kreuz I. Klasse 16.09.1941
Oberstleutnant der Schutzpolizei und SS-Obersturmbannführer 05.01.1942   Verwundetenabzeichen in Schwarz - 1 WK ???
SS-Standartenführer 09.11.1943   Medaille Winterschlacht im Osten 02.08.1942
SS-Oberführer 01.08.1944      
SS-Obersturmbannführer 09.11.1943      
SS-Standartenführer 09.11.1944      
SS-Oberführer 20.04.1945      

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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