Joachim Boosfeld wurde am 01.06.1922 in Aachen in einem
gutbürgerlichen Haus geboren und
trat im November 1939 freiwillig der Waffen-SS, mit der Nummer 362.256 bei.
Zunächst als Geschützführer von Panzern ausgebildet, besuchte er als
SS-Sturmmann einen Gruppenführer-Lehrgang und wurde einem Ausbildungs-Kommando
einer SS-Unterführerschule zugeteilt.
Im Mai 1941 empfahl er sich durch einen Auswahlkursus zum Offiziersanwärter und
besuchte anschließend eine Junkerschule, die er im Dezember 1941 abschloss. Kurz
darauf kommt Boosfeld an die Ostfront zum
SS-Kavallerie-Regiment 1, wo er zunächst als Zugführer und später als
Bataillons-Adjutant eine Verwendung findet.
Unter dem Kommando des späteren Schwerterträgers
Hermann Fegelein steht Boosfeld ab Januar 1942 in schweren Abwehrkämpfen am
Ilmensee und später im Mittelabschnitt im Raum Rshew. Zwar unerfahren führte er
seine Männer vorbildlich und verdiente sich schnell ein hohes Ansehen.
Im Mai 1942 als Ausbilder an die SS-Kavallerieschule Braunschweig versetzt,
besuchte er weiterhin verschiedene Taktische Lehrgänge in Krampnitz, um ab
November 1943 als frischgebackener SS-Obersturmführer zur neuen
SS-Kavallerie-Division "Florian Geyer", unter dem SS-Brigadeführer
Joachim Rumohr, an die Front zurückzukehren.
Ab Dezember 1943 kommandierte er die 4. Schwadron des SS-Kavallerie-Regiments 16. Mit seiner Schwadron überstand er die
schweren Kämpfe in Siebenbürgen/Rumänien und Ungarn. Dabei bildete die Schwadron stets die
Nachhut bei den Absatzbewegungen der
8. SS-Kavallerie-Division "Florian Geyer" von der Marosch
bis in den Raum Budapest. Dabei war die Schwadron im November 1944 an der
Freikämpfung der Ortschaft Vesces beteiligt und gewann durch das Halten der Höhe
466 bei Bare Zeit für die zurückgehenden Verbände. Wenig später folgten
erfolgreiche Gegenstöße auf Kiraly und Terebes. Für das Halten der HKL bei Nagy
Karoly erhielt Boosfeld dann das Deutsche Kreuz in Gold.
Im Zuge der Einschließung der ungarischen Hauptstadt Ende Dezember 1944 setzte
sich die Schwadron am Schwabenberg unterhalb des Golfplatzes fest und behauptete
die Stellung, gegen jegliche gegnerischen
Angriffe. Dieser Raum war deshalb so wichtig, da sich hier der einzig mögliche
Platz befand, auf dem die Luftwaffe umfangreichen Nachschub abwerfen konnte,
auch mittels Lastensegler. Dabei wurde Bossfeld am 15.10.1945 an der Ferse verwundet, kann aber bei der Truppe
verbleiben. Als es dem Gegner dennoch gelang diesen Raum zu erobern, kam die
Schwadron Boosfeld nahe des großen Friedhofs Farkasreti Temetö zum Einsatz und
verteidigte hier bis zum Letzten.
Am 11.02.1945 brach er im Rahmen einer kleinen Kampfgruppe abends, auf Befehl
des Kesselkommandeurs, aus Budapest aus. Boosfeld war dabei als Führer einer
Nahkampfgruppe direkt an der Spitze der Ausbruchsgruppe eingesetzt und erreichte
mit einer handvoll Kavalleristen, nach dem Durchbruch mehrerer Sperrriegel und
Grabenstellungen, am 14.02.1945 die eigenen Linien westlich Budapests.
Am 21.02.1945 meldete er sich zusammen mit seinem Divisionskameraden Hermann
Maringgele im Führerbunker in Berlin und berichtete persönlich über die Kämpfe
in Budapest. Für seinen Mut und seine Tapferkeit, sowie im Zuge des so genannten
"Rückkämpfer-Erlasses", erhielt Boosfeld am 21.02.1945 das Ritterkreuz
als SS-Obersturmführer und Chef der 4. Schwadron des SS-Kavallerie-Regiments 16.
Außerdem wird er zum SS-Hauptsturmführer befördert. Einhergehend mit dieser
Ehrung und der Beförderung, erhielt Bossfeld für seine nunmehr 57 Nahkampftage
am gleichen Tag wie das Ritterkreuz, die Nahkampfspange in Gold.
Mit sofortiger Wirkung aus dem Kampfeinsatz genommen, kehrt der 22jährige
Boosfeld an die SS-Kavallerie-Schule Göttingen-Weende zurück und gerät dort in
alliierte Gefangenschaft.
Im Jahre 1956 trat Boosfeld, als einer der wenigen ehemaligen Waffen-SS
Offiziere, als Hauptmann der Bundeswehr bei und absolvierte von 1959 bis 1960
einen der ersten Generalstabslehrgänge. Als Major i.G. kommt Boosfeld in den
Stab der 11. Panzergrenadier-Division in Oldenburg unter dem damaligen
Kommandeur und früheren Ritterkreuzträger Generalmajor Cord von Hobe, bzw.
zuletzt unter Generalmajor Heinrich Gaedcke. Chef des Stabes war damals der
Ritterkreuzträger und Inhaber der Nahkampfspange in Gold Helmut Meitzel.
Im Jahre 1970 übernahm Boosfeld das stellvertretende Kommando über die
Panzergrenadier-Brigade 1 und kommt 1972 in den Führungsstab der Bundeswehr nach
Bonn, wo er am 31.09.1981 als Oberst i.G. in den Ruhestand ging.