Hermann Borchers wurde am 05.12.1910 in Wendhausen im Kreis Lüneburg als 1.
Sohn des Bauern Wilhelm Borchers geboren
und besuchte ab 1917 die Volksschule und trat am 01.11.1928 der SA bei. Im Jahre
1931 befand er sich in England und Belgien, um die dortigen Sprachen, englisch
und französisch, zu erlernen
und legte das Abitur ab.
Am 25.08.1934 trat er, sich selbst als gottgläubig bezeichnend, mit der Nummer 257.879 der SS bei und kam dort zunächst
zur Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" und trat am 01.03.1935 mit der Nummer
3.601.330 der NSDAP bei.
Am 01.04.1936 kommt er an die SS-Junkerschule Braunschweig, besucht einen
Zugführer-Lehrgang in Dachau und dann wieder an die SS-Junkerschule
Braunschweig.
Am 01.05.1937 wechselt er in die Personalkanzlei beim Reichsführer-SS, während
er am 01.05.1937 der Schutzpolizei beitrat und der Personalverwaltung Lübeck
unterstellt wurde. Dabei besucht er vom 03.01. bis zum 28.05.1938 den 1.
Lehrgang für Leutnante der Schutzpolizei an der Polizei-Schule Berlin-Köpenick und wird schließlich am 30.01.1940 in
den Stab des SS-Personalamtes versetzt. Kurze Zeit später heiratet er am
02.03.1940 Frau Elfriede Lifka. Aus dieser Ehe geht am 06.12.1940 ein Sohn
hervor.
Im Februar 1941 übernimmt er den Posten eines Kompaniechefs im Polizei-Regiment
26, dem ehemaligen Polizei-Regiment Norwegen. Er wird damit größtenteils im "Küstenschutz
Norwegen" eingesetzt. Am 02.01.1942 übernimmt er die Leitung eines
Vorbereitungslehrgangs der in Norwegen zusammengefassten Offiziers-Anwärter der
Schutzpolizei. Außerdem ist er maßgeblich an der Ausbildung eines norweg.
Hird-Bataillons beteiligt, das hauptsächlich zur Bewachung von sowjetischen und
serbischen Gefangenen eingesetzt wird.
Am 20.08.1942 kehrt Borchers, selbst ca. 180 cm groß, nach Deutschland zurück und besucht einen
Kolonialpolizei-Lehrgang, um dann ab dem 25.01.1943 zur
SS-Kraftfahr-Ersatz-Abteilung zu gehören, wobei er wirtschaftlich der
Polizeiverwaltung Aussig unterstellt wird. Von dort kommt Borchers ab dem
15.02.1943 als Chef der 1. Kompanie zum SS-Panzergrenadier-Regiment 19, der 9.
SS-Panzer-Division "Hohenstaufen", wo er am 01.07.1944 die Führung
des I. Bataillons übernimmt. Mit seinem Bataillon wird er im Rahmen der
Vorausabteilung der Division zur Bereinigung eines gegnerischen Einbruches am
Westufer der Orne eingesetzt. Mit dem Bataillon nahm Borchers das Höhengelände 8
Kilometer ostwärts St. Martin und trat danach selbstständig zum weiteren Angriff
an. Dabei befreite er eingeigelte Reste eines eigenen Bataillons, stieß in die
Bereitstellungen des englischen Gegners ein und warf diese nach einem
vierstündigem Gefecht zurück. Bei Dämmerung setzte er seinen Angriff nach der
Zerschlagung von zwei Panzer-Kompanien fort. Der Gegner versuchte Borchers mit
Panzerriegeln zu stoppen. Eigenen Panzern gelangen zwar einige Abschüsse, doch
erst der mutige Einsatz des SS-Sturmmannes Schneider aus dem Banat, der mit der
Panzerfaust drei Panzer abschoss, brachte den Riegel zum Wanken. Dadurch wurde
der Gegner aus dem Fabrikgelände St. Martin geworfen, womit gegen Mitternacht
die alte HKL wiederhergestellt werden konnte. Am folgenden Tag brach jedoch ein
Stosstrupp der Engländer in Kompaniestärke in die eigenen Linien ein. Dieser
konnte ohne eigene Verluste des Bataillons vernichtet werden, wobei der
englische Kompanieführer gefangen genommen werden konnte. Eine besondere
Begebenheit unterstreicht die faire Kampfführung beider Seiten. Ein englischer
Arzt begab sich mit fünf weiteren freiwillig englischen Soldaten in deutsche
Gefangenschaft, um die Toten und Verwundeten bergen zu können. Die sechs Mann
blieben auch nach dieser letzten Tätigkeit am Kameraden und kümmerten sich um
die Verwundeten und Toten beider Seiten.
Für die erfolgreichen Kämpfe im Raum St. Martin erhielt Borchers als
SS-Hauptsturmführer und Führer des I. Bataillons des
SS-Panzergrenadier-Regiments 19 am 16.10.1944 das Ritterkreuz. Damit war er der
zweite Bruder der Familie Borchers, der das Ritterkreuz erhalten hatte. Der
dritte Bruder, Walter, folgte 13 Tage später mit dem Ritterkreuz als Major und
Kommandeur der III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 5. Zuvor hatte Adolf am
22.11.1943 als Hauptmann und Kapitän der 11. Staffel des Jagdgeschwaders 51 das
Ritterkreuz erhalten.
Hermann Borchers verstarb am 31.08.1974 in Berlin.