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Ritterkreuzträger Karl-Heinz Boska
SS-Hauptsturmführer, Panzertruppe

    
Karl-Heinz Boska wurde am 18.10.1920 in Kiel als Sohn des Stadtangestellten
Karl Boska geboren, besuchte ab Ostern 1928 die Grundschule in Kiel-Hassee und
wechselte dann 1932 auf die Oberrealschule II am Königsweg in Kiel. Danach
leistete er ein Landjahr in Schleswig-Holstein ab. Zu Ostern 1937 wechselt
Boska auf die Napola Plön, wo er bis Kriegsanfang unterrichtet wird. Bereits in
Jungvolk zeichnete er sich durch seine Führungseigenschaften aus und führte
bspw. den Fanfarenzug des Kieler Jungsvolks. Außerdem widmete er sich der
Reiterei, erwarb den Führerschein und den Freischwimmer.
Nach Ende des Polen-Feldzuges trat er am 28.09.1939 der 1. Kompanie des
SS-Kradschützen-Ersatz-Bataillons in Ellwangen/Jagst bei und wird am 01.06.1940
zur 3. Kompanie der Aufklärungs-Abteilung der SS-Division "Das Reich"
versetzt, wo er im West-Feldzug als Kradmelder verwendet wird.
Am 01.02.1941 mit der gesamten Kompanie zum neu aufgestellten
Kradschützen-Bataillon der Division versetzt und auch im Balkan-Feldzug weiter
als Kradmelder verwendet, wird er mit Beginn des Ostfeldzuges als Gruppenführer
eingesetzt.
Am 15.09.1941 kommt Boska an die SS-Junkerschule Braunschweig und nimmt dort am
7. Kriegsjunkerlehrgang vom 01.11.1941 bis zum 30.04.1942 teil. Mit Ende des
Lehrgang kommt er am 01.05.1942 zum SS-Regiment "Langemarck", wo er bis
zum 31.10.1942 als Zugführer eingesetzt wird und danach, nach einer gewissen
Vorbereitungszeit, in die II. Abteilung des SS-Panzer-Regiments 2 versetzt wird,
wo er als Führer des leichten Panzer-Zuges eingesetzt wird. Boska gab nach dem
Krieg an, daß er seit Anfang 1943 als Zug-, bzw. Kompanie-Führer und zugleich
als Abteilungs-Adjutant eingesetzt wurde. Als SS-Untersturmführer und Zugführer
in der Stabskompanie des SS-Panzer-Regiments 2 wird er für eine Tat bei
Ssinelnikowo im Raum Charkov am 22.02.1943 im Ehrenblatt des Heeres genannt.
Im Oktober 1943 übernimmt er dann die Führung der 6. Kompanie, wobei er im
Januar 1944 zum Chef ernannt wird und in der Folge an der Invasionsfront zum
Einsatz kommt, wobei er weiterhin Abteilungs-Adjutant bleibt.
Am 09.11.1943 erhielt Boska mit seinem Zug den Auftrag sich in der Ortschaft
Schewtschenkiwka bereit zu halten, um gegnerische Panzerangriffe im bereich des
Grenadier-Regiments 344 abzuwehren. So fährt er am 10.11. gegen 05.00 Uhr
morgens mit drei, laut anderen Quellen vier, einsatzbereiten Panzer IV bei
Schewtschenkiwka über die HKL, um zum einen seine Kommandanten einzuweisen und
zum anderen Aufklärung gegen Bolschaja Grab zu fahren. In dem Moment als er die
HKL überquerte bemerkte er einen gegnerischen Infanterie-Angriff von Bolschaja
Grab in Richtung Ostteil Stepanowka. Obwohl der Gegner kurz vor den eigenen
Linien stand, erkannten die Kameraden der Infanterie die Bedrohung nicht. So
entschloss sich Boska aus dem Marsch heraus den Gegner in die rechte Flanke zu
fahren und anzugreifen. Dadurch bringt er den Gegner völlig ins Wanken und
vernichtet in einem zweistündigen Kampf den Gegner fast völlig, der rund 380
Tote und zahlreiche schwere Waffen auf dem Schlachtfeld zurückließ. Eingebrachte
Gefangene können der Auswertungs-Abteilung wichtige Erkenntnisse vermitteln.
In Ausnützung dieses Abwehrerfolgs stößt Boska dem Gegner nach in die Ortschaft
Bolschaja Grab hinein, wo er mit sieben inzwischen in Stellung gebrachter Pak in
einen Feuerkampf verwickelt wird. Boska vernichtet auch diese und bekämpft
weiterhin neue gegnerische Infanterie. Es gelingt noch zwei Pak zu erbeuten, bis
sich die vier Kampfwagen, ohne Verluste, absetzen.
In der Nacht vom 09. auf den 10.11.1943 war der Gegner am rechten Flügel der 75.
Infanterie-Division mit einer Panzer-Brigade durchgebrochen und stand am Morgen
des 10.11.1943 mit 16 Panzern und 2 Infanterie-Kompanien bei Ssolimonki. Der von
Boska vernichtete Angriff sollte in Verbindung mit dem Durchbruch der
Panzer-Brigade die Einschließung der 75. Infanterie-Division führen und die
Vorraussetzungen zum Stoß auf Bjela Zerkoff schaffen. Nur durch die persönliche
Entscheidung Boskas konnte dies verhindert werden. Im Zuge dieser Kämpfe nahm
Boska 63 Gegner gefangen, tötete 380, zerstörte 5 Pak 7,62, erbeutete zwei
dieser Kanonen, zerstörte 3 Panzerbüchsen und ca. 100 Gewehre Er wurde dafür vom
Kommandeur der II. Abteilung SS-Sturmbannführer Tychsen zum Ritterkreuz
vorgeschlagen, was durch den Regiments-Kommandeur SS-Obersturmbannführer von
Reitzenstein befürwortet wurde. So erheilt Boska am 16.12.1943 als
SS-Obersturmführer und Adjutant der II. Abteilung des SS-Panzer-Regiments "Das
Reich" das Ritterkreuz.
Daraufhin ab Juli 1944 Ordonnanz-Offizier beim Oberbefehlshaber der 7. Armee,
SS-Oberstgruppenführer und
Generaloberst der Waffen-SS Paul Hausser, kehrt er im September 1944 bis
Kriegsende, an der Ostfront, als Chef zu seiner 6. Kompanie zurück und ist an
den schweren Kämpfen in Wien beteiligt. Der Endkampf um die Stadt vollzog sich
nach Aufgabe fast aller Stadtteile in einem kleinen Brückenkopf der vom Westen
her entlang des Donaukanals bis zum Prater reichte. Im Westteil des
Brückenkopfes verteidigten Einheiten der Waffen-SS, während im Ostteil ein
Grenadier-Regiment der 4. Panzer-Division des Heeres eingesetzt war. Da dieses
Regiment über keine Panzerabwehr verfügte, wurde die 6. Kompanie, mit acht
Panzern, unter dem SS-Hauptsturmführer Boska dem Regiment während des 11. und
12.04.1945 unterstellt. Bei Kämpfen am Prater gelang es unter Verlust eines
eigenen Panzers, mehrere gegnerische Kampfwagen abzuschießen. Aufgrund der
Aussichtslosigkeit der Kämpfe im Ostteil des Brückenkopfes wurden die Stellungen
in der Nacht auf den 13.04.1945 geräumt und die 6. Kompanie kehrte zur Division
"Das Reich" in den Raum Floridsdorf zurück. Dabei verlor die Kompanie
einige Tage später den Panzer des ersten Ritterkreuzträgers der Kompanie
Johann Thaler. Möglicherweise ging er durch Panzerfaustbeschuss mgl.
Partisanen verloren.
Am
22.02.1947 gerät er in der britischen Zone in Gefangenschaft und wird am
15.03.1948 entlassen.
Karl-Heinz Boska verstarb am 22.10.2004 in Raisdorf bei Kiel.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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SS-Sturmmann |
01.11.1940 |
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Eisernes
Kreuz II. Klasse |
18.08.1941 |
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SS-Unterscharführer |
01.09.1941 |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze |
21.02.1942 |
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SS-Standarten-Oberjunker |
01.04.1942 |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
22.02.1943 |
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SS-Untersturmführer |
21.06.1942, dann Verbesserung des RDA auf den 21.06.1941 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
24.02.1943 |
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SS-Obersturmführer |
09.11.1943, dann Verbesserung des RDA auf den 09.11.1942 |
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Nennung im Ehrenblatt |
18.04.1943 |
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SS-Hauptsturmführer |
01.09.1944 |
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Verwundetenabzeichen in Silber ( für 6 Verwundungen, nur in
Feldlazaretten) |
07.09.1943 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
16.12.1943 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
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