Gerhard Bremer wurde am 25.07.1917 als Sohn eines Gutsinspektors in
Düsterntal im Kreis Gandersheim geboren. Bremer, der später zu einem der
bekanntesten Soldaten der Waffen-SS avancieren sollte, besuchte von 1927 bis
1933 das Gymnasium Alfeld und von Ostern 1933 bis Ostern 1936 das NAPOLA Plön,
wo er 1936 das Abitur ablegte.
Nach der Ableistung des Arbeitsdienstes in Hildesheim trat Bremer am 01.10.1936
als Freiwilliger mit der SS-Nummer 310 405 dem III. Bataillon der SS-Standarte "Germania"
in Wolterdingen bei.
Im Jahre 1937 erfolgte die Kommandierung an die SS-Junkerschule Bad Tölz, von wo
aus er im Herbst 1938 als SS-Untersturmführer zur 10. Kompanie der
SS-Leibstandarte nach Berlin kam. Mit der Standarte nahm er an der Besetzung des
Sudetenlandes teil und fortan an sämtlichen Feldzügen der Standarte bis
Kriegsende.
So erwarb er sich im Polen-Feldzug als Ordonnanzoffizier bzw. Adjutant im Stab
des III. Bataillons vor Warschau das Eiserne Kreuz II. Klasse und in Flandern im
Jahre 1940 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Nach Ende des Balkan-Feldzuges wird Bremer in die Aufklärungs-Abteilung der
Leibstandarte versetzt und kommt mit dieser in Südrussland zum Einsatz. Zum
SS-Obersturmführer befördert, übernimmt er die Führung der 1.
Kradschützen-Kompanie. Im Süden der Ostfront zeichnet sich Bremer mehrfach aus.
Im besonderen Masse beweist er Tapferkeit und Draufgängertum bei der
handstreichartigen Einnahme der von starken Kräften besetzten Stadt Mariupols,
wofür er als SS-Obersturmführer und Führer der 1. (Kradsch.) Kompanie am
30.10.1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wird.
Bis April 1943 führte Bremer seine Kompanie, wurde dann zum SS-Hauptsturmführer
befördert und übernimmt ab Juni 1943 die Führung des III. Bataillons des
SS-Panzergrenadier-Regiments 26.
Im April 1944 wird er zum Kommandeur der SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 12 in
Belgien ernannt und damit Nachfolger von Erich Olboeter. Mit dieser kommt er im
Zuge der alliierten Invasion im Raum Caen zum Einsatz und schützte die linke
offene Flanke der Division. Dort leistete er den gegnerischen Truppen
erbitterten Widerstand, kämpfte sich anschließend mit den Resten seiner
Abteilung aus dem Kessel von Falaise und zog sich schließlich hinter die Seine
zur Maas zurück. Dort verhielt er im Raum Namur und baute eine starke Abwehr
auf, wodurch er einen breiten Abschnitt des Rückzugsstreifens der 5.
Panzer-Armee, gegen amerikanische Truppen des Generals Patton halten konnte. Für
diese Kampfleistung erhielt Bremer als SS-Sturmbannführer und Kommandeur der
SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 12 das 668. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Nach der Wiederauffrischung der Abteilung in Westfalen, nimmt Bremer Ende 1944
an der Ardennenoffensive teil und kämpft nach dem Scheitern der Offensive ab
Februar 1945 in Ungarn. Im Rahmen der Kämpfe in Südosteuropa erlebt er das
Kriegsende im Raum St. Pölten.
In französische Gefangenschaft überstellt, wird er im Juli 1948 entlassen,
woraufhin er ab 1954 mit seiner Ehefrau Almut nach Denia in Spanien verzog. Er
baute dort eine Bungalow-Siedlung auf, die später von seinem Sohn gerd und
dessen Ehefrau weitergeführt wurde. Die Stadt selbst Anlaufpunkt vieler hoher
SS-Männer. So lebte hier bspw. Otto Skorzeny, Johannes Bernhardt (NSDAP-AO),
Anton Galler, Kommandeur des SS-Panzergrenadier-Regiments 35, sowie SS-Arzt
Aribert Heim.
Gerhard Bremer verstarb am 29.10.1989 in Alicante/Spanien.