Karl-Heinrich Brenner wurde am 19.05.1895 in Mannheim geboren. Er absolvierte
nach der schulischen Ausbildung eine Ausbildung an einer Höheren technischen
Schule und meldet sich am 03.08.1914 freiwillig zur Armee. Er gehörte dort bis
zum 15.01.1919 zum Feld-Artillerie-Regiment "von Scharnhorst" Nr. 10 in Hannover
und wird während des Krieges viermal verwundet. Ebenso wird er hochdekoriert.
Ab Mitte Januar 1919 gehörte Brenner dem Badischen Freiwilligen-Bataillon "Ost"
an nimmt so am Kapp-Putsch teil. Später dem Infanterie-Regiment 7 zugeteilt,
wird er aus dem Dienst entlassen.
Brenner trat daraufhin der Badener Polizei bei, wo er zunächst zur Sicherheits-
und dann zur Landespolizei gehörte. Im Jahre 1935 wechselt er an die
Landespolizei-Führer-Schule nach Berlin, um im gleichen Jahr als Adjutant zum
Stellvertretenden Kommandeur der Preußischen Landespolizei zu wechseln.
Im Jahr 1926 trat er der Hitlerjugend bei und steigt in baden zum Bannführer
auf. Weiterhin erfolgte am 01.05.1933 sein Beitritt zur NSDAP. Im Jahr 1935
heiratet er. Nachdem er sich später scheiden liess, heiratete seine Ex-Frau Sepp
Dietrich. beide Offiziere blieben dennoch in gutem Kontakt miteinander.
Im Sommer 1935 nimmt er an Übungen der Artillerie-Schule Jüterbog und des
Artillerie-Regiments 4 in Ulm teil. Anschließend wird er 1936 zum Chef einer
Abteilung im Hauptamt der Ordnungspolizei ernannt und trat schließlich am
11.09.1938 der SS im Range eines SS-Obersturmbannführers bei. Brenner gehörte
zunächst dem SS-Hauptamt an und übernimmt ab Januar 1939 den Polizeisport im
Hauptamt der Ordnungspolizei.
Im August 1939 übernimmt er das Kommando der Polizei-Sport-Schule
Berlin-Spandau. Zugleich übernimmt er ab Oktober 1939 das Kommando des
Polizei-Regiments "Warschau", bis er am 12.03.1940 zur Übernahme des
stellvertretenden Kommandos über das Artillerie-Regiment zur "Totenkopf"-Division
kommandiert wird. Nachdem der Kommandeur Fritz Allihn am 04.05.1940 wieder
zurückkehrt. Anschließend übernimmt er das Kommando des Artillerie-Regiments der
Polizei-Division. Dabei wird er Anfang November 1941 zum Befehlshaber der
Waffen-SS "Nordwest" ernannt und wechselt als Inspekteur der
Ordnungspolizei nach Salzburg. Brenner wird dann am 01.07.1942 zum Aufbau des
SS-Generalkommandos verwendet, wo ab dem 07.10.1942 den Posten des ArKo
übernimmt. Als solcher übernimmt er im Dezember 1942 die Führung einer der vier
Kampfgruppen bei der Übernahme des frz. Hafens Toulon. Bereits im
September 1941 hatte Brenner das Verwundetenabzeichen in Gold erhalten, nachdem
er im Einsatz das linke Auge verloren hatte.
Ab dem 01.02.1943 kommt Brenner als Büroleiter in das Hauptamt der
Ordnungspolizei nach Berlin und kehrt dann als Befehlshaber der Ordnungspolizei
nach Salzburg zurück, um dort Anti-Partisanen-Einsätze unter dem Höheren SS und
Polizei-Führer "Alpenland" Erwin Rösener durchzuführen. Im gleichen Jahr
heiratet Brenner zum 2. mal. Aus dieser und der ersten Ehe gehen insgesamt drei
Töchter hervor.
Ab Mitte Dezember 1943 wechselt Brenner als Befehlshaber der Ordnungspolizei in
die Ukraine. Als solcher wird er mit dem deutschen kreuz in Gold ausgezeichnet.
Im Vorschlag zur Verleihung heißt es:
"Am 02.03.1944 stiess SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei
Brenner mit einer kleinen Kolonne von Mannschaftswagen in die eingeschlossene
Ortschaft Borki vor. Er führte persönlich die Abwehrkämpfe, durch die Borki noch
drei Tage gehalten werden konnte.
Am 15.03.1944 stieß der Gegner in den nördlichen teil Kremianez vor;
SS-Gruppenführer Brenner führte persönlich die letzten Reserven im Gegenangriff
und warf den überlegenen Gegner aus diesem Teil der Ortschaft heraus.
Am 21.03.1944 wurden unsere Linien in der Nähe von Dytkoviecki bei einem
überraschenden, russischen Panzer-Angriff überrannt. SS-Gruppenführer Brenner
bestach durch seine persönliche Tapferkeit, stoppte unsere zurückgehenden
Truppen und baute eine neue Hauptkampflinie auf.
Am 27.03.1944 brachen russische Panzer in der Nähe des Gefechtsstands der
Kampfgruppe bei Suchovola ein. SS-Gruppenführer Brenner versammelte die
Stabsangehörigen und die Pferde und ging dann nach Eintreffen von Reserven zum
Gegenangriff über.
Am 02.04.1944 wurde unsere Hauptkampflinie südlich Brody durch einen überlegenen
Gegner überrannt. Unter der Führung des SS-Gruppenführers Brenner wurden die
zerstreuten Truppen und der Stab der Kampfgruppe zusammengefasst und zum
Gegenangriff angesetzt. Dadurch wurde das Vorgehen des Gegners gestoppt.
Am 5./6.04.1944 wurde die Höhe 261, südwestlich Brody, vom Gegner eingenommen.
Mehrere eigene Gegenangriff bleiben erfolglos. Neuerliche Angriffe unter der
Führung Brenners, resultierten in der Eroberung der dortigen für den Nachschub
wichtigen Strasse.
Am 13. und 14. April 1944, zog sich die Kampfgruppe befehlsgemäss aus dem Raum
Stanislavzik zwischen Brody und Hutniki zurück. Dabei wurde die Kampfgruppe vom
nachstossenden Gegner bedroht. SS-Gruppenführer Brenner positionierte persönlich
die Reservetruppen und schlug den überlegenen Gegner zurück. Die Abwehrkämpfe
konnten danach wie geplant durchgeführt werden."
Später wurde Brenner als militärischer Berater in der Kampfgruppe des Höheren
SS- und Polizei-Führers Adolf Prützmann verwendet. Ab dem 23.07.1944 übernimmt
er das Kommando der nach Curt von Gottberg benannten Kampfgruppe. Ebenfalls im
Juli 1944 dient er
Erich von dem Bach als Führer von Anti-Partisanen-Einsätzen und ersetzt dann
am 01.09.1944 Gustav Lombard als Kommandeur der 6. SS-Gebirgs-Division "Nord".
Für die Einsätze der Division unter seinem Kommando schlug der Kommandierende
General des XVIII. Gebirgs-Korps Friedrich Hochbaum, Brenner, wie folgt zum
Ritterkreuz vor:
"Im Verlauf der Abwehrkämpfe des XVIII. Gebirgs-Korps in Karelien, erhielt
die 6. SS-Gebirgs-Division "Nord" den Auftrag einen Durchbruch des Gegners von
Kistinki auf Kuusamo zu verhindern und gleichzeitig den Nachschub zu sichern.
Am 19.09.1944 griff ein Regiment des Gegners eigene Reserve-Truppen, bestehend
aus zwei angeschlagenen Jäger-Bataillonen und einer Artillerie-Abteilung frontal
an. Die erfolgreiche Abwehr sicherte dabei den Rückzugsweg entlang der
russisch-finnischen Grenze, dennoch wurden die Truppen eingeschlossen.
Während eines Aufklärungseinsatzes fiel der Ia der Division am 19.09.1944. Nach
diesen Kämpfen fand sich die Division 70 Kilometer westlich und in Vorbereitung
zum Erreichen der Abwehrstellung bei Kuusamo. Dank der Einsicht und der Energie
des SS-Gruppenführers Brenner, gab es keine Konflikte in der Führung der
Division durch den Verlust des Ia, obwohl Brenner die Division erst 14 Tage
zuvor übernommen hatte.
Dank Brenners, der sofort nach vorn ging, um die eingeschlossenen Truppen zu
befreien."
Brenner erhielt dafür am 27.12.1944 das Ritterkreuz als SS-Gruppenführer und
Generalleutnant der Waffen-SS und Kommandeur der 6. SS-Gebirgs-Division "Nord".
Brenner gerät am 02.04.1945 in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner
Freilassung verstirbt Karl Brenner am 14.02.1954 in Karlsruhe.