Karl Brommann wurde am 20.07.1920 in Neumünster geboren und trat nach seiner
schulischen Ausbildung am 15.06.1937 dem 2. SS-Totenkopf-Regiment "Brandenburg"
in Oranienburg bei Berlin bei. Von Oranienburg wechselte er dann am 12.06.1938
zur 3. SS-Totenkopf-Standarte "Thüringen" nach Weimar und anschließend am
01.09.1939 zum SS-Artillerie-Regiment "Totenkopf" nach München-Freimann.
Am 01.12.1939 zum I. Bataillon des 1. SS-Totenkopf-Rekruten-Regiments nach
Klagenfurt versetzt, wechselt Brommann am 01.04.1940 als Zugführer in die 7.
Kompanie des SS-Infanterie-Regiments (mot.) 6 in den Verband der 6.
SS-Gebirgs-Division "Nord" in den hohen Norden der Ostfront. Bei den
Kämpfen wird er zweimal schwer verwundet. So erlitt er am 15.09.1941 eine
Granatsplitterverletzung an beiden Beinen und Händen, sowie am 06.11.1941 einen
rechten Lungen- und Leberdurchschuß.
In ein Lazarett verlegt, wird er dort mehr als ein Jahr behandelt und
gesundheitlich wiederhergestellt und dann am 03.10.1942 zum SS-Ersatz-Bataillon
"Nord" nach Trautenau bzw. Hallein zurückversetzt.
Am 05.05.1943 meldet sich Brommann freiwillig zu der in Aufstellung befindlichen
II. Abteilung des SS-Panzer-Regiments 11 nach Grafenwöhr bzw. Agram. Kurze Zeit
später zum SS-Oberscharführer befördert, kommt er im Oktober 1943 zur neuen
SS-Panzer-Abteilung 103, aus der im September 1944 die Schwere
SS-Panzer-Abteilung 503 gebildet wurde. Dieser Abteilung sollte er als einer der
erfolgreichsten Soldaten bis zum 27.03.1945 angehören. Die Abteilung nahm unter
der Nummer 103 praktisch nie an aktiven Kampfhandlungen teil. Zunächst unter dem
Kommando des unbeliebten SS-Obersturmbannführers Leiner, Schwiegersohn Theodor
Eickes, stehend, wird dieser acht Tage vor dem ersten Kampfeinsatz, am
19.01.1945, vom erfahrenen SS-Sturmbannführer Fritz Herzig abgelöst. Im Zuge der
Ablösung Leiners müssen auch die zwei Kompaniechefs ihren Posten verlassen und
werden versetzt.
Am 27.01.1945 verlegt die Abteilung an die Ostfront, wobei die im Zuge des
Transportes in zwei Teile getrennt wird. Die 1. Gruppe kommt nach Arnswalde und
die 2. in den Raum Küstrin.
Bromman gehörte zur 1. Gruppe in Pommern, wo er u.a. am 31.01.1945 am Angriff
auf Regenthin, zusammen mit Fallschirmjägern aus Dramburg, teilnimmt. Allerdings
bleibt sein Tiger nach mehreren Pak-Treffern liegen. Am 04.02.1945 trifft die
Gruppe in Arnswalde ein und verhindert mit ihrem Eintreffen bei
Hohenwalde einen
Panzer-Einbruch des Gegners. Bromman bleibt nach Abschuss mehrerer Panzer durch
einen Paktreffer an einem Laufrad liegen und wird in der Nacht abgeschleppt.
Nach Ende der Kämpfe im Raum Arnswalde zieht sich die Gruppe in den Raum
Gotenhafen zurück, wobei Brommann die Führung der 1. Kompanie übernommen hatte.
In der Zeit vom 02.02.1945 bis zum 18.03.1945 hatte er trotz mehrfacher
Verwundung 66 Panzer, 44 Pak und 15 Lkw vernichtet. Ab Mitte März folgen nun
Kämpfe im Raum Danzig, zum Teil fahren dabei die Vorgeschobenen Beobachter des
Schweren Kreuzers "PRINZ EUGEN" auf den Kampfwagen mit. Brommann und der
Nachrichtenführer der Abteilung SS-Obersturmführer König klären dort gegen das
feindbesetzte Zoppot auf und wehren dort am 26.03.1945 mehrere gegnerische
Panzerangriffe, unter Abschuss von mindestens sechs Josef-Stalin-Panzern, ab.
Bromman wird auch hier schwer verwundet. Er erleidet dabei am 02.03.1945
Verbrennungen am Kopf und an den Händen, wird am 25.03.1954 durch einen
Granatsplitter am Kopf und am rechten Ohr verletzt und erhält einen Splitter im
rechten Auge. Er wird daraufhin von der Kriegsmarine zunächst nach Hela und dann
über die Ostsee nach Swinemünde gebracht. Während seiner Verlegung nach
Flensburg kapituliert das deutsche Reich.
Im einem Lazarett liegend gerät er am 21.05.1945 in britische Gefangenschaft,
aus der er erst im November 1947 entlassen wurde.
Für seine außerordentlichen Erfolge in der Bekämpfung gegnerischer Panzer und
Pak wird er am 29.04.1945, als SS-Untersturmführer mit der SS-Nummer
316.479
und Führer der 1. Kompanie der Schweren SS-Panzer-Abteilung 503, mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte am 29.04.1945 in der Berliner
Reichskanzlei, allerdings lag Brommann zu diesem Zeitpunkt schwer verwundet in
einem Danziger Lazarett. Der Kommandeur der Abteilung SS-Sturmbannführer
Friedrich Herzig übernahm daher das Vorläufige Besitzzeugnis. Nach dem krieg
bestätigte Herzig die Verleihung des Ritterkreuzes an seinen Kameraden Brommann.
Herzig allerdings nennt in seiner eidesstattlichen Erklärung von Februar 1948
eine Verwendung Brommanns als Führer der 2. Kompanie und nicht wie in der
einschlägigen Literatur bekannt der 1. Kompanie. Zumindest bestätigte er eine
Aushändigung des Besitzzeugnisses durch die Kampfgruppe Mohnke. Infolge des
Kriegsendes vernichtete Herzig das Zeugnis am 18.05.1945.
Zur Besatzung Brommanns gehörten ferner der Ladeschütze SS-Sturmmann Sepp
Teitsch, der Fahrer SS-Oberscharführer Hoffmann, der Funker SS-Unterscharführer
Bier und der Richtschütze SS-Unterscharführer Reichel. Als ein weiterer Fahrer
findet sich ein gewisser Menke.