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Ritterkreuzträger Siegfried Brosow
SS-Obersturmbannführer, Pioniere

Siegfried Theodor Brosow wurde am 10.12.1918 in Steinfelde in Ostpreußen als Sohn eines Lehrers geboren und trat am 01.09.1933 der Hitlerjugend bei, die er erst mit Eintritt in die SS-Verfügungstruppe am 01.11.1937, nach Abitur und Arbeitsdienst, verließ.
Seine Grundausbildung erhielt er in der Rekruten-Abteilung des Pionier-Sturmbannes in Dresden unter Rudolf Enseling und wurde dann in die 3. Kompanie versetzt und erhielt 1938 eine Spezial-Infanterie-Ausbildung in Radolfzell und München, sowie eine Spezial-Ausbildung an der Heeres-Pionierschule in Dessau-Roßlau.
Ab April 1939 bis Ende 1939 besuchte Brosow die SS-Junkerschule Braunschweig und kehrte dann in seine 3. Kompanie zurück. Dort wird er der Brücken-Kolonne als Zugführer zugeteilt, die er ab April 1941 führte. Nach seiner Beförderung zum Offizier gehörte er zum SS-Pionier-Bataillon 2, der SS-Division "Das Reich".
So nahm er am Westfeldzug teil, wo er das Eiserne Kreuz II. Klasse erwarb. Beim Vorstoß auf Moskau im Winter 1941 verdiente er sich das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde in die 2. Kompanie des Bataillons versetzt, wo er am 24.07.1941 verwundet wurde. Er verblieb bei der Kompanie, wurde aber im Februar 1942 erneut verwundet. Nach seiner Genesung kommt er vom 24.06. bis zum 20.11.1942 als Ausbilder an die SS-Junkerschule Bad Tölz und kehrt dann zur Division "Das Reich" zurück, wo er den Posten des Chefs der 1. Kompanie des Pionier-Bataillons übernimmt.
Als 1943 der Gegner im Raum Poltawa, bei der Höhe 188.3,  durch einen Einbruch die deutschen Stellungen, im Bereich der SS-Aufklärungs-Abteilung 2 und dem Armee-Grenadier-Regiment 334, bedrohte, griff Hauptsturmführer Brosow mit seinen Pionieren den Gegner in der Flanke an. Der Gegner war gegen Abend des 09.09.1943 im Bereich des II./GR 334 in die Gräben eingebrochen. Dabei griff er die Reihen der 1. Kompanie an, konnte jedoch abgeschlagen werden. Mit 45 Männern seiner 1. Kompanie schlug Brosow den Gegner zurück und vernichtete ihn. Nach 700 m wurde der Gegenangriff durch schwerstes Abwehrfeuer und starken Ausfällen gestoppt. In der Nacht konnte man dennoch den Rest der verlorenen Stellung zurückerobern, dabei den Gegner erneut vernichten und 2 bereitstehende Sowjetbataillone zerschlagen. Brosow vereitelte somit einen feindlichen Einbruch und verhinderte so die Aufspaltung der vorspringenden Stellungen der Division in 2 Teile. Bei diesen Angriffe, der nachts mit Flammen- und Granatwerfern geführt wurde, vernichtete Brosow fast 3 gegnerische Bataillone, tötete 50 Gegner, nahm 15 Gefangene und zerstörte 45 Panzer.
Für die hier geleistete Einsatzbereitschaft seiner Männer und von ihm selbst wurde ihm am 13.11.1943, als SS-Hauptsturmführer und Chef der 1. Kompanie des SS-Panzer-Pionier-Bataillons, das Ritterkreuz verliehen. In der Schilderung des Buches "Kameraden bis zum Ende" von Otto Weidinger liest man folgendes:

"Wieder ist es die Sturmgeschütz-Abteilung 2, deren Kanoniere in zäher Verbissenheit alle Feindangriffe aufhalten, bis das letzte Fahrzeug der Regiments-Kampfgruppe die Brücke passiert hat. Mit einer Handvoll Männer wehrt der Batteriechef der Sturmgeschütz-Abteilung 2 in hartem Nahkampf alle Versuche des Gegners ab, die Brücke in die Hand zu bekommen. Ostuf. Dr.Röder ermöglicht dadurch den Pionieren die Brücke zu sprengen. Für diese entscheidende Tat erhält Ostuf. Röder das Ritterkreuz. Buchstäblich in allerletzter Minute kann die Brücke von den Pionieren des Panzer-Pionier-Bataillons 2 gesprengt werden. Die Hauptvormarschstraße der russischen Verbände ist durch diese Sprengung vorerst blockiert. Außerordentlich tapfer kämpft hier die 2.Kompanie des Pionier-Bataillons unter Führung von Hstuf. Brosow. In einem schneidig geführtem Nachtangriff zerschlagen die Pioniere mit Hilfe von Flammenwerfern durchgebrochene Feindtruppen in Stärke von zwei Bataillonen. Dafür erhält Hstuf. Brosow zugleich für die Männer seiner Kompanie das Ritterkreuz."

Allerdings wird er hier als Chef der 2. Kompanie genannt. Der Vorschlag zum Deutschen Kreuz in Gold ist leider nicht erhalten, doch beweist der Vorschlag zum Ritterkreuz die persönliche Tapferkeit Brosows.
Ende Oktober 1943 gehen die Reste der 1. Kompanie in die 2. Kompanie auf, woraufhin Brosow als Ic in den Stab der Division wechselte. Im Verlauf der Auffrischung Anfang 1944 der Division, wird Brosow ab Februar 1944 als stellvertretender Kommandeur des Pionier-Bataillons eingesetzt, wobei er Ende Juni 1944 von Rudolf Enseling, seinem ehemaligen Ausbilder, das Kommando übernahm, da Enseling zum Führer der I. Abteilung des Panzer-Regiments der Division übernahm. In diesem Zeitraum heiratete er auch seine 1. Frau.
Brosow führte das Kommando des Bataillons bis Mitte Februar 1945 und wurde dann durch Willi Boden abgelöst. Brosow wird daraufhin Nachfolger des Kommandeurs der Lehrgruppe II Erwin Held, an der SS-Pionierschule "Hradischko" von März bis Mai 1945.
Bei Kriegsende geriet er in russische Kriegsgefangenschaft (Lager Swerdlowsk), aus der er erst am 09.10.1955 zurückkehrte.
In seiner Heimat arbeitete er zuletzt als Schuldirektor. Wer ihn kennen lernt, ist sofort von seinem Auftreten in den Bann gezogen. Das Kameradschaft für ihn nach wie vor wichtig ist, merkt man im Gespräch mit ihm. Auf Treffen seiner Kameraden ist er zuweilen der letzte Veteran am Tisch, der sich mit den jungen Freunden unterhält und dabei nie um einen Spruch verlegen ist.

Siegfried Brosow verstarb am 18.11.2008 in Oberkotzau. Zahlreiche Freunde und Kameraden erwiesen ihrem Siegfried die letzte Ehre. Gute Reise!

Beförderungen

 

Auszeichnungen

SS-Untersturmführer 2ß-ß4-1940   Eisernes Kreuz II. Klasse 03.06.1940
SS-Obersturmführer 30.01.1942   Eisernes Kreuz I. Klasse 05.12.1941
SS-Hauptsturmführer 21.06.1943   Verwundetenabzeichen in Schwarz 27.03.1942
SS-Sturmbannführer 30.01.1945   Medaille Winterschlacht im Osten 03.11.1942
SS-Obersturmbannführer ??? (nicht nachzuweisen)   Nahkampfspange in Bronze ???
      Infanterie-Sturmabzeichen 27.03.1943
      Verwundetenabzeichen in Silber 23.07.1943
      Nahkampfspange in Silber ???
      Deutsches Kreuz in Gold 08.09.1943
      Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 13.11.1943

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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