
Ritterkreuzträger Derk-Elsko Bruins
SS-Oberscharführer, Sturmgeschütztruppe






Derk-Elsko Bruins wurde am 20.März 1923 in
Vlagtwedde in der Provinz Groningen in Holland geboren und trat 1941 der
Waffen-SS bei.
Zunächst gehörte er zur SS-Freiwilligen-Standarte "Nederland", dann zur
4. SS-Freiwilligen-Grenadier-Brigade "Nederland" und schließlich zur
23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nederland".
Bruins erhielt am 23.08.1944 das Ritterkreuz als SS-Rottenführer und
Geschützführer in der 1. Kompanie der SS-Panzerjäger-Abteilung 54 "Nederland",
für den Abschuss von 12 gegnerischen Panzern im Raum Narwa-Hungerburg im
Bereich der Heeresgruppe Nord.
"Mir ist am 27. Juli 1944 vormittags
befohlen worden, mit drei Sturmgeschützen auf der Rollbahn zurückzustoßen und
dem angeblich nach zehn km abgeschnittenen Pz.Gren.Rgt. 48 den Weg nach Westen
zu öffnen. Das Rgt. verfügte über zwei starke, im Kampf bewährte Bataillone,
hatte zwei schwere Kompanien, die mit schwerer Pak ausgerüstet absolut in der
Lage waren, sich mit Erfolg gegen Sowjetpanzer zur Wehr zu setzen und sich
nach Westen durchzuschießen.
Ich war mit dem Befehl meines Chefs nicht einverstanden und habe es ihm
gemeldet. Keines der drei Sturmgeschütze war einwandfrei einsatzbereit und sie
bedurften der Instandsetzung. Ich bin trotzdem sorglos abgerollt, um meine
Pflicht zu erfüllen. Während der ganzen Nacht waren die Verbände der
SS-Frw.Pz.Gren.Div. "Nordland" und "Nederland" und estnische Verbände über die
gesicherte Rollbahn nach Westen in ihre neuen Stellungen gefahren, und ich
konnte mir nicht vorstellen, daß eines unser besten Regimenter, das sich in
allen schweren Kämpfen des letzten halben Jahres immer wieder behauptet hatte,
abgeschnitten sein sollte. Zu meiner großen Verblüffung prallte ich nach
wenigen Kilometern auf der Rollbahn mit einer sowjetischen Panzerspitze
zusammen, die in westlicher Richtung fuhr. Nach Verlust von zwei
Sturmgeschützen schoß ich mit meinem Geschütz, das durch Bremsschaden keinen
vollwertigen Gefechtswert besaß, zwei Feindpanzer ab. Danach erkundete ich
eine vorteilhafte Stellung für mein Geschütz, in der ich auf das Rgt. 48
warten wollte. Kurz darauf rollte ein sowjetisches Panzerrudel heran. Ich ließ
es ganz nahe auffahren und schoß in wenigen Minuten aus kürzester Entfernung
fünf Panzer vom Typ T 34 ab und einen weiteren bewegungsunfähig. Weitere
Russenpanzer sah ich nicht auf der Rollbahn. Nachdem ich nur über einen
geringen Munitionsbestand verfügte, bin ich gleich verduftet und zu eigenen
Linien zurückgefahren. Unsere Aufgabe konnten wir nicht lösen, weil keine Spur
vom Rgt. 48 zu finden war.
Der Gegner hat auf der Rollbahn mit Sicherheit nicht mehr als zehn Panzer
eingesetzt, die er vermutlich aus seinem Brückenkopf Auwere herangeführt hat.
Die Sowjets begannen nämlich erst einen Tag später mit dem Übersetzen ihrer
Panzerverbände und schweren Waffen über die Narwa."
Bei Kriegsende wurde er durch eine
kanadische Einheit gefangen genommen und in ein holländisches Gefängnis
gebracht, aus dem er kurze Zeit später ausbrach und nach Deutschland flüchtete.
Dort heiratete er und nahm 1950 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Dadurch
machte er es holländischen Behörden unmöglich ihn weiter zu verfolgen. Diese
gaben 1955 offiziell auf.
Fortan führte Bruins ein besinnliches Leben als erfolgreicher Geschäftsmann
und hielt auch weiterhin regen Kontakt mit seinen ehemaligen Kameraden.
Derk-Elsko Bruins verstarb am 05.02.1986 in einem Hospital in
Gerolstein/Deutschland.