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Ritterkreuzträger Hermann Buchner
SS-Sturmbannführer, Panzergrenadiere

31.10.194115.09.1939

Hermann Buchner wurde am 16.01.1917 in Nürnberg als Sohn eines Werkmeisters geboren, nahm nach der schulischen Ausbildung eine Drogistenlehre auf, absolvierte vom 21.08.1934 bis zum 3.105.1936 den Reichsarbeitsdienst und wurde dabei als Truppführer entlassen.
Am 01.10.1936 trat Buchner mit der SS-Nummer 286.779 der 12. Kompanie des SS-Regiments "Deutschland" in München bei, besuchte vom 01.04.1938 bis zum 30.01.1939 einen Junker-Lehrgang der SS-Junkerschule Braunschweig und direkt anschließend bis zum 31.01.1939 einen Zugführer-Lehrgang in Dachau. Den Lehrgang in Braunschweig hatte Buchner allerdings zunächst nicht bestanden. Vor allem schwach in Theorie fiel er durch die Endabnahme. Erst der zweite Anlauf, wenn auch mehr schlecht als recht, brachte den erwünschten Erfolg.
Vom 20.04. bis zum 01.05.1939 Führer an der SS-Junkerschule Braunschweig, kommt Buchner in die 11. Kompanie der SS-Totenkopf-Standarte "Oberbayern". Am 07.09.1939 übernimmt er den Posten des Adjutanten des V. Bataillons der Standarte und wird am 11.10.1939 zur SS-Totenkopf-Division kommandiert und dort als Ordonnanz-Offizier im III. Bataillon des SS-Totenkopf-Infanterie-Regiments 1 eingesetzt. Nach einem Gasschutz-Lehrgang  an der Heeresgasschutzschule in Celle vom 01.01. bis zum 10.01.1940, nimmt Buchner am Westfeldzug teil und wird am 30.05.1940 zum Adjutanten des III. Bataillons seines Regiments ernannt. Buchner hatte während der Kämpfe im Westen u.a. an den Kämpfen bei Cambrai, Dünkirchen, Peronne und Lyon teilgenommen und dafür das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten.
Diesen Posten behält er auch für die nächsten Einsätze, u.a. in Russland., bis er am 17.01.1942 die Führung einer gemischten Kampf-Kompanie in seinem III. Bataillon übernimmt. Ob er zu diesem Zeitpunkt bereits Chef der einer Kompanie war, ist unbekannt. Zumindest wird er im Vorschlag zur Verleihung der Nahkampfspange in Gold bereits für Dezember 1941 als Kompaniechef ausgewiesen. Der Januar 1942 brachte die Einkesselung des II. Armeekorps im Raum Demjansk. Damit waren auch die Soldaten der Division "Totenkopf" eingeschlossen. Die nächsten Monate brachten schwere Kämpfe und härteste Entbehrungen.
Nachweisbar übernimmt er laut Meldung vom 24.04.1942 die Führung der 9. Kompanie und wird am 21.05.1942 als solcher durch den Splitter einer Artilleriegranate verwundet. Wann er wieder zu seiner Kompanie zurückkehrte ist unbekannt. Im Lazarett erhielt er jedoch am 21.06.1942 die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer, womit er trotz seiner damaligen schlechten Noten an der SS-Junkerschule innerhalb von nur zwei Jahren zweimal befördert wurde. Ein Nachweis seiner besonderen soldatischen Tugenden.
Ab dem 02.07.1941 bis zum 16.10.1943 hatte Buchner an bisher 50 Nahkampftagen teilgenommen und erhielt dafür als einer der ersten Soldaten der Waffen-SS die Nahkampfspange in Gold. Buchner war damit einer der wenigen die fast sämtliche Tapferkeitsauszeichnungen erhielten. In der Aufstellung der Nahkampftage fehlen allerdings die noch folgenden Kampftage, die keine Listung mehr erfuhren. Es ist davon auszugehen, daß Buchner noch weitaus mehr Nahkampftage zu verzeichnen hatte. Allein in den Monaten Juli und August 1943 verbuchte er 20 Nahkampftage. Mit der Verleihung der Spange an Buchner war er der 8. Träger dieser nicht hoch genug einzuschätzenden Auszeichnung innerhalb der Wehrmacht. In den Reihen der Waffen-SS, war er der 4. Träger dieser Spange.
Nach einem Tapferkeitsurlaub im Zusammenhang mit der Verleihung der Nahkampfspange in Gold, erhält Buchner eine Kommandierung zu einem Bataillons-Führer-Lehrgang an die Infanterieschule Paris und kehrt dann jedoch wieder zu seinem Bataillon zurück.
Am 09.11.1943 wird er zum Kommandeur des III. Bataillons im SS-Panzergrenadier-Regiment 5 "Totenkopf" ernannt. Nach schweren Rückzugskämpfen südlich Balga erreichte das Bataillon am Morgen des 31.03.1944 gegen 06.00 Uhr im ermüdeten Zugang, die Ortschaft Starowo. Dort erhielt Buchner den Befehl direkt zum Angriff auf die Höhe 234,5 vorzugehen und dort eine Frontlücke zu schließen. Eine von Buchner angesetzte Aufklärung, erkannte jedoch, daß der Gegner bereits über Nowosselowka in den Ostteil von Ssofjewka eingedrungen war. Buchner entschloss sich, ohne die Unterstützung schwerer Waffen, oder Artillerie zum sofortigen Angriff. Da durch den gegnerischen Vorstoß die Bahnlinie Sslobodka-Odessa bedroht war. Zunächst gelang es dem Bataillon Buchner die im Ost- und Nordostteil stehenden gegnerischen Einheiten zu vernichten und ging dann selbst an der Spitze seiner übermüdeten Kameraden zum Angriff auf die Ortschaft Nowosselowka über. Es gelang dem Bataillon den Gegner zu zerschlagen und weit hinter die Ortschaft zurückzudrängen. Buchner verhinderte damit die Unterbrechung dieser wichtigen Bahnlinie und einen sowjetischen Vorstoß auf die Hauptrollbahn in Richtung Starowo. Dabei verlor der Gegner mindestens 74 gefallene Soldaten und ließ drei Pak, 24 MG, zwei Granatwerfer, eine Feldküche und zahlreiches Kriegsgerät auf dem Schlachtfeld zurück. Weiterhin wurden 42 Gefangene eingebracht und mehr als 100 Pferde erbeutet. Für diesen Erfolg wird Buchner durch den Divisionskommandeur SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Prieß zum Ritterkreuz vorgeschlagen. Dieses erhielt er als SS-Hauptsturmführer und Kommandeur des III. Bataillons im SS-Panzergrenadier-Regiment 5 der 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf", am 16.06.1944. Zusammen mit seinem Kommandeur erhielt auch der SS-Unterscharführer Josef Röllecke als Meldestaffelführer des Bataillons das Ritterkreuz.
Doch Buchner, niemals Mitglied der NSDAP, sollte nur für kurze Zeit diese hohe Auszeichnung tragen. Hermann Buchner wurde am 17.11.1944 im Kampfraum Modlin bei Warschau durch Granatsplitter in den Rücken schwer verwundet und erlag noch am gleichen Tag im Feld-Lazarett der Division "Totenkopf" seinen schweren Verwundungen. Er ruht heute auf dem Soldatenfriedhof in Modlin. Buchner war entgegen dem Befehl Hitlers, sämtliche Nahkampfspangenträger in Gold aus der Front zu ziehen bei seinem Bataillon verblieben. Bis zu seinem Tod erhielt er zwischen 60 und 70 offizielle anerkannte Nahkampftage zugesprochen. Eine beachtliche Zahl und Nachweis für achtenswerte Tapferkeit und Mut.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

SS-Sturmmann 20.12.1937 Eisernes Kreuz II. Klasse 22.06.1940
SS-Junker 01.04.1938 Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 19.07.1941
SS-Standartenjunker 11.09.1938 Eisernes Kreuz I. Klasse 28.07.1941
SS-Scharführer 21.12.1938 Medaille Winterschlacht im Osten 17.07.1942
SS-Hauptscharführer (SS-Standarten-Oberjunker) 01.02.1939 Demjansk-Schild ???
SS-Untersturmführer 20.04.1939 Verwundetenabzeichen in Silber ???
SS-Obersturmführer 20.04.1941 Deutsches Kreuz in Gold 20.11.1942
SS-Hauptsturmführer 21.06.1942 (RDA v. 21.06.1941) Nahkampfspange in Bronze 24.09.1943
SS-Sturmbannführer 29.07.1944 1 Panzervernichter-Ärmelstreifen 28.09.1943
Nahkampfspange in Silber 10.10.1943
Nahkampfspange in Gold 17.10.1943
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 16.06.1944

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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