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Ritterkreuzträger Zanis Butkus
Waffen-Hauptsturmführer, Grenadiere

12.08.194103.06.1940

Zanis Butkus wurde 27.07.1906 in der Gemeinde Augstkalne in Lettland geboren und besucht zunächst die Mittelschule. Als sein Vater schwer erkrankt, übernimmt Zanis die Bestellung des elterlichen Hofes. Mit 18 Jahren ist er begeisterter Fußballspieler, boxt, ringt und schießt.
Von 1927 bis 1928 leistet er seinen militärischen Wehrdienst beim lettischen Infanterie-Regiment 3 in Mitau ab und absolviert dabei einen Unterführer-Lehrgang. Für sein Regiment gewinnt er zahlreiche Wettkämpfe und Pokale und wird unter seinen Kameraden schnell berühmt. Butkus plant nach der Ablegung des Abiturs an einer Abendschule den Weg des Offiziers einzuschlagen, doch die Aufforderung seines Stiefvaters auf den Hof zurückzukehren, durchkreuzt seine Pläne.
Wieder auf dem Hof in Tervete, arbeitet Butkus fortan als Landwirt und heiratet 1932 Frau Milda Jaungerkens. Im Jahre 1930 hatte er beim Infanterie-Regiment 3 zuvor einen Lehrgang der Heimatschutzorganisation "Aizsargi" beendet, der er seit 1924 angehört hatte. Im Anschluss findet er als Zugführer eine Verwendung in Tervete. Im gleichen Jahr wird er Sieger im Schießwettkampf des Heimwehr-Regiments 16. Weiterhin erzielt er bei den Meisterschaften der Baltischen Länder im Jahre 1937 im Kleinkaliberschießen den 1. Platz. Auch bei den Weltmeisterschaften in Finnland, gelingt es ihm den 2. Platz zu erreichen. Zwei Jahre später bei den Meisterschaften in der Schweiz, wird er Dritter. Zwischen 1933 und 1936 werden Milda und Zanis zwei Töchter, Marga und Mirdza, geboren. Butkus bestellt seinen Hof und führt ab 1937 die Heimwehr-Abteilung seiner Gemeinde. Doch er ahnt die schwere Zukunft die drohte und legt vorsichtshalber Munitions- und Waffenvorräte an.
Nachdem sowjetische Truppen am 17.06.1940 in Lettland einmarschierten und das Land schließlich in die Sowjetunion einverleibt wird, wird auch der Hof Butkus mehrfach durchsucht und schließlich enteignet. Butkus selbst wird im Januar 1941 verhaftet. Butkus wird dann im Polizeidienst im Bezirk Mitau eingesetzt, flieht jedoch nach drei Tagen, versteckt sich zunächst bei Freunden in Riga und hält sich dann im Wald bei Tervete auf.
Als sich in der Nacht zum 14.06.1941 eine Massenverhaftungswelle anbahnt, wird Butkus gewarnt und will seine Töchter, sowie seine Frau in den Wäldern in Sicherheit bringen. Da die Kinder jedoch schlafen, verspricht seine Frau rechtzeitig zum Treffpunkt im Wald zu kommen. Dies gelingt jedoch nicht und die beiden Töchter, sowie seine Frau werden vom NKWD verhaftet und deportiert. Zanis Butkus wird nie wieder etwas über seine Familie erfahren.
Noch bevor deutsche Truppen die Sowjetunion angreifen, sammelt Butkus 12 lettische Kämpfe und bricht am 20.06.1941 in die örtliche Traktorstation ein. Dabei erbeuten sie drei Gewehre, drei Pistolen. zwei Jagdgewehre und je einen Lkw und Pkw. Am 23.06.1941 lieferte sich Butkus in der Gemeindekanzlei Tervete eine Schießerei mit sowjetischen Milizen. In der Nacht bricht er erneut in die Trakltorstation ein und entwendet sechs Traktoren mit Anhänger. Im Zuge des Rückzuges der sowjetischen Truppen, greift Butkus, mittlerweile mit 30 Mann, die zurückgehenden Truppen an. Dabei werden mindestens 147 Rotarmisten getötet und mindestens 512 gefangen genommen. Als Tervete schließlich von der deutsche Wehrmacht befreit wurde, so empfanden dies die lettischen Einwohner, bildete sich ein Sicherheitsdienst, dessen Leitung Butkus übernahm. Schwer unter dem Verlust seiner Familie leidend und um die Zukunft seines Landes besorgt, trat Butkus am 18.03.1942 freiwillig dem Tukkumer Schutzmannschafts-Bataillon 26 bei, wo er als Gruppenführer und später als Stabsscharführer eingesetzt wurde.
Am 16.06.1942 wird das Bataillon an die Ostfront verlegt und unternimmt einige Stoßtruppunternehmen gegen Partisanen in den Sümpfen im Raum Pinsk. Von dort verlegt es im Herbst 1942 an den Ilmensee und wird dort zusammen mit dem Schutzmannschafts-Bataillon 16 eingesetzt. Am 13.12.1942 zum Zugführer ernannt, unternimmt er zusammen mit Oberfeldwebel Miervaldis Adamsons eine tollkühne Erkundung im Hinterland des Gegners, wofür beide am 27.03.1943 mit dem Eisernen kreuz II. Klasse ausgezeichnet werden.
Im April 1943 wird das Schutzmannschafts-Bataillon 26 zum III. Bataillon des 2. lettischen SS-Freiwilligen-Regiments, unter Führung des SS-Obersturmbannführers Kärlis Löbe, umbenannt.
Am 02.04.1943 wird Butkus dann als SS-Hauptscharführer in die Lettische SS-Brigade übernommen. Als Zugführer in der 10. Kompanie des 2. Lettischen SS-Freiwilligen-Regiments, das bald darauf die Nummer 40 und kurze Zeit später die Nummer 43 erhält, vernichtet Butkus einen gegnerischen Bunker und wird dafür mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Vom 01.01. bis 14.02.1944 führt Butkus das Jagdkommando des Regiments und wird danach zum Führer der 10. Kompanie ernannt. Im März 1944 erfolgte aufgrund seiner Tapferkeit die Beförderung zum Legions-Untersturmführer. In etwa zum gleichen Zeitpunkt erfolgte die Umorganisation der 2. lettischen SS-Brigade zur 19. Waffen-Grenadier-Division der SS.
Im Verleihungsvorschlag zum Deutschen kreuz in Gold am 07.04.1944 heisst es u.a. wie folgt.

Am 11.08.1943 führt Butkus ein Stoßtruppunternehmen mit 20 Mann an der Wolchowfront bei Teremez Kurjlanski. Dabei gelingt es dem Trupp vier gegnerische Bunker, nebst Besatzung, zu vernichten und zwei Gefangene einzubringen.

Am 04.01.1944 erhält Butkus als Führer des Jagdkommandos der Brigade vom Bereichskommandanten Oredesch den Befehl, ein Partisanenlager, ca. 14 Kilometer südlich oredesch, auszuheben. Das Unternehmen gelingt vollständig.

Mm 11.01.1944 nimmt er mit weiteren Jagdkommandos an Partisanenaktionen teil und hat dabei Anteil an der Vernichtung zahlreicher Partisanen-Unterschlüpfe.

Am 30.10.1944 beteiligt sich Butkus mit seinem Jagdkommando am Angriff auf das Dorf Kl. Walotscheno. Der Gegner verschanzt sich und hindert die deutschen Truppen am Vorgehen. Butkus umgeht den Gegner und schlägt ihn schließlich in die Flucht

Am 03.02.1944 greift Butkus, zusammen mit deutschen Truppen, das Dorf Podgorja an, in dem sich durchgesickerte reguläre sowjetische Truppen festgesetzt hatten, an. Auch hier umgeht butkus das Dorf, greift an und schlägt den Gegner in die Flucht.

Am 07.02.1944 wird die Bahnstation Paradolskaja angegriffen und besetzt. Butkus geht mit weiteren deutschen Einheiten zum Angriff vor, bleibt jedoch im Vorfeld der Station liegen. Als der Gegner zum Gegenangriff übergeht, bleibt Butkus mit fünf weiteren Kameraden in der Stellung und sichert den Abtransport der Verwundeten. Selbst durch eine Granate verschüttet hält er die Stellung bis zum Eintreffen weiterer Verstärkungen.

Am 24.02.1944 setzt sich die Division ab, wobei Butkus als Kompanieführer eingesetzt wird. Als solcher wehr er beim Dorf Podubje einen starken gegnerischen Angriff ab. Trotz Unterlegenheit geht er zum Gegenangriff über und fügt dem Gegner schwerste Verluste zu.

Am 26.02.1944 durchkämmt Butkus eines Waldgebietes an der bereits durch den Gegner besetzten Rollbahn, beobachtet er die Gefangennahme eines deutschen Leutnants durch fünf sowjetische Soldaten. Allein nimmt er die Verfolgung auf und kann drei Gegner ausschalten, sowie den Leutnant befreien.

Am 26.06.1944 wird Butkus im Raum Opotschka mit der Führung eines Scharfschützen-Lehrganges beim SS-Feld-Ersatz-Bataillon 19 beauftragt. Die Teilnehmer werden anschließend in das SS-Füsilier-Bataillon 19 versetzt, welches aus Kontingenten des Feld-Ersatz-Bataillons aufgestellt wurde. Für seine Erfolge erhält er als erster Lette die Nahkampfspange in Silber und als zweiter Lette das Deutsche Kreuz in Gold.
Im weiteren verlauf der Kämpfe wird er als Kompanieführer zum Feld-Ersatz-Bataillon versetzt und nimmt dabei u.a. an den Kämpfen beim Hof Lejasbultas zwischen Lubahn und Cesvaine im August 1944 teil. Er bewährt sich dabei derartig, dass ihn der Divisionskommandeur am 19.08.1944 zum Ritterkreuz vorschlug. Zusammen mit Teilen des Feld-Ersatz-Bataillons und des Kampfgruppen-Bataillons des SS-Grenadier-Regiments 43 wurde Butkus hinter der Front der an der Aiviekste-Stellung liegenden 19. Waffen-Grenadier-Division der SS an den rechten Flügel der Division geworfen. Dort sollten die Einheiten den tief eingebrochenen gegner aufhalten und einen Durchbruch in den Rücken der Division verhindern. Butkus und seine 50-Mann-starke Kompanie erhielten einen ca. drei Kilometer langen Waldrand als Stellung und sollte das heraustreten gegnerischer Infanterie an dieser Stelle verhindern. Einsatzraum war Dalgi, nordostwärts Madon. Butkus musste sich bereits seine Stellung im Kampf erobern und hatte anschließend mehr als 20 Stunden lang die gegnerischen Angriffe abzuwehren. Durch Stoßtrupps über das Vorgehen des Gegners informiert, gelang ihm die Abwehr dieser Angriffe. Selbst griff er zweimal die Ausgangsstellungen des Gegners an. Dabei wurden mindestens zwei sowjetische Kompanien vernichtet, vier Pak und zwei schwere Infanteriegeschütze erbeutet. Nachdem links und rechts die eigenen Stellungen durchbrochen wurden, hielt Butkus seine Stellung noch weitere sechs Stunden und ermöglichte es so den eigenen Truppen weiter hinten eine neuer Stellung aufzubauen. Selbst eingeschlossen, schlug er sich mit den Resten seiner Kompanie zu den eigenen Linien durch. Selbst mehrfach verwundet, bleib er bei seinen Männern und erreiche die rückwärtige Stellung seines Bataillons mit nur noch acht Mann. Unter Einsatz seines Lebens gelang es ihm den Gegner entscheidend aufzuhalten, damit es der Division gelang eine neue starke Abwehrlinie aufzubauen.
Butkus wird zunächst in ein Lazarett nach Liezere und später nach Laupiere verlegt. Der Kommandierende General des VI. SS-Freiwilligen-Armeekorps beantragt per Fernschreiben an Himmler am 22.08.1944 die sofortige Beförderung zum Waffen-Hauptsturmführer, unter Überspringung des Dienstgrades eines Waffen-Obersturmführers. Himmler gibt diesem Ansuchen am 24.08.1944 nach. Weiterhin wird Butkus, als Waffen-Hauptsturmführer und Kompanie-Führer im SS-Feld-Ersatz-Bataillon 19, am 21.09.1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Sein Kommandeur Bruno Streckenbach überreicht es ihm in Dzerbane.
Am 01.10.1944 erfolgte die formelle Versetzung in das SS-Grenadier-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon 15 und im November 1944 die Verlegung zur Ausheulung nach Deutschland.
Da seine Beinverwundung nicht gut verheilte, konnte seinem Anliegen zu seiner Einheit nach Kurland zurückzukehren, nicht nachgegeben werden. Stattdessen kommt er im Frühjahr 1945 wieder zum SS-Ersatz-Bataillon 15. Dieses war vor den sowjetischen Truppen von Gotenhafen nach Swinemünde verlegt worden und vor dort mit dem Schiff nach Korsor in Dänemark gelangt. Dem Bataillon gehören 68 Führer, 604 Unterführer und Mannschaften, sowie eine 100 aus Führern bestehende Reserve, an.
Für sein 59 nachgewiesenen Nahkampftage erhielt er allerdings keine Nahkampfspange in Gold, obwohl diese seit dem 22.08.1944 mehrfach bei Himmler erbeten wurde. Bis zur Kapitulation bleibt Butkus in Dänemark und wird dann in das Gefangenenlager Zedelgem verlegt. Dort gründete r mit anderen Kameraden des lettischen Fürsorgeverband "Daugavas Vanagi".
Nach seiner Entlassung lebt Butkus zunächst in Augsburg, heiratet dort eine aus Tervene stammende Krankenschwester des Kurhauses und erlernt den beruf eines Goldschmiedes. Am 07.08.1956 wandert er dann mit seiner Familie in die USA aus, wo er lange Zeit in Milwaukee lebt und dort u.a. die Schießabteilung der "Daugavas Vanagi" leitet und den Posten des Ehrengerichtsvorsitzenden übernimmt. Nachdem seine Tochter nach Alaska zog, folgen ihr Butkus und seine Frau. So verstarb Zanis Butkus am 15.05.1999 in Palmer in Alaska.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Unteroffizier 00.09.1927 Eisernes Kreuz II. Klasse 26.03.1943
Feldwebel 21.01.1943 Eisernes Kreuz I. Klasse 08.08.1943
Legions-Untersturmführer 30.01.1944 Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Waffen-Hauptsturmführer 24.08.1944 Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 12.09.1943
Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Nahkampfspange in Bronze ???
Verwundetenabzeichen in Gold 28.04.1944
Nahkampfspange in Silber 16.06.1944
Deutsches Kreuz in Gold 28.06.1944
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 21.09.1944

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