Hans-Georg von Charpentier wurde am 16.07.1902 in
Straßburg geboren. Über seinen Werdegang vor Kriegsbeginn liegen nur wenige
Informationen vor. So soll er u.a. Stallmeister im Hippodrom Frankfurt
gewesen sein, bis er von 1932 bis 1935 in Saarbrücken Reiterveranstaltungen
durchführte. Ab dem 01.05.1935 übernimmt er den den Tattersall in Hagen, den
er bis zum Kriegsausbruch führte. Bereits am 20.08.1933 trat er unter der
Mitgliedsnummer 1.375.222 der NSDAP und am 01.03.1935 unter der Nummer
258.019 der SS bei.
Am 07.11.1939 trat er dem 1. SS-Totenkopf-Reiter-Regiment bei und übernahm
ab dem 05.12.1939 den Posten eines Zugführers, bzw. Spähtrupp-Führers in der
3. Schwadron des SS-Kavallerie-Regiments 1 und dem Schwadronchef
SS-Hauptsturmführer Johannes Schmid.
Während des Ostfeldzuges wird er am 15.08.1941 zum Adjutanten des
SS-Kavallerie-Regiments 1 ernannt und am 15.12.1941 mit der Führung einer
Schwadron im SS-Reiter-Regiment 1 der SS-Kavallerie-Division betraut. Im
November 1942 übernimmt er den Posten des Chefs der 3.
/SS-Kavallerie-Regiment 1 und wechselt am 10.12.1943 zum
SS-Kavallerie-Regiment der 8. SS-Kavallerie-Division "Florian Geyer".
Als Schwadronchef im SS-Reiter-Regiment 1 zeichnet er sich bei den Kämpfen
bei Medwedowo besonders aus und wird dafür am 11.12.1942 durch
SS-Brigadeführer Bittrich zum Ritterkreuz eingereicht, welches ihm am
29.12.1942 als SS-Hauptsturmführer der Reserve und Chef der 3. Schwadron im
SS-Reiter-Regiment 1 verliehen wird. Von Charpentier war zu diesem Zeitpunkt
im Rahmen der SS-Kavallerie-Division im Frontbogen von Rshew eingesetzt. Bei
den Kämpfen im Kessel von Belyi (nordwestlich Wjasma) zeichnete er sich
besonders aus. Mit seiner Schwadron lag von Charpentier in der Ortschaft
Medwedowo und war im Rahmen des Regiments einem sowjetischen Angriff in die
Flanke gestoßen. Damit gelang es zunächst den Aufmarsch der eigenen Division
sicherzustellen und den Kesselrand abzuriegeln. Der Ortschaft medwedowo fiel
dabei eine Schlüsselposition, entscheidend für beide Seiten, zu. Nach
mehreren Angriffen gelang es dem Gegner die Reiter zu umgehen und diese nun
selbst von den hinteren Linien abzuschneiden. Dennoch bleib von Charpentier
mit seiner Schwadron im Ort und nahm die Verteidigung auf. Der
Regimentskommandeur Gustav Lombard ließ daraufhin die Versorgungsstraßen aus
eigenem Entschluss wieder freikämpfen um den wichtigen Knotenpunkt zwischen
Zizina nach Wolynowa zu halten. Im Zusammenspiel mit Panzern der 19.
Panzer-Division gelang es den Gegner zurückzuschlagen und die Kesselbildung
ostwärts Toropez abzuschließen. Das Halten der
Schwadron Charpentiers, trotz mehrmaligem Einbruch des Gegners in die eigene
Stellung, trotz des Abgeschnittenwerdens ermöglichte es der
SS-Kavallerie-Division, ihren Anteil an der Einkesselung der
durchgebrochenen gegnerischen Kräfte beizutragen.
Im Zuge der weiteren Einsätze, wird von Charpentier im Januar 1945 mit dem
Kommando über das SS-Kavallerie-Regiments 18 beauftragt. Nach der
Einkesselung der Division in Budapest, fällt Hans-Georg von Charpentier am
11.02.1945 bei Budapest.