Startseite - Kontakt - Forum - Gästebuch - Buchhinweis - Geschichte des EK


__________________________
Die Biographien unterliegen dem Urheberrecht.
Jegliche Weiterverbreitung ohne Zustimmung des Autors ist untersagt

 

Ritterkreuzträger Dr. Oskar Dirlewanger
SS-Oberführer der Reserve

05.12.1943

Oskar Dirlewanger wurde am 26.09.1895 in Würzburg/Bayern als Sohn eines Kaufmannes geboren und legte 1913 standesgemäß sein Abitur ab. Als Deutschnationaler tritt er am 01.10.1913 als Einjährig Freiwilliger der MG-Kompanie des Grenadier-Regiments 123 bei. Mit dieser Einheit nimmt er am Einmarsch in Belgien und Frankreich im Jahre 1914 teil. Dort wird er 1915 als Zugführer am Fuß und an der linken Hand verwundet und dadurch als zu 40% kriegsbeschädigt eingestuft. Mittlerweile zum Leutnant befördert findet er ab dem 01.11.1916 Verwendung als Ausbilder bei MG-Kursen. Wenig später meldete er sich trotz seiner Behinderung freiwillig an die Front und übernimmt dort eine Sturm- bzw. MG-Kompanie. Dirlewanger erhielt als junger Offizier die Eisernen Kreuze beider Klassen.
Bei Kriegsende an der Ostfront eingesetzt, schlägt sich die 2. MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 121 unter Dirlewangers Führung über Rumänien nach Deutschland zurück. Im Jahre 1919 nach Deutschland zurückgekehrt nimmt er im gleichen Jahr ein Studium an der Handelshochschule in Mannheim auf. Ins zivile Leben kehrte er dennoch nicht völlig zurück so nahm er an der Niederschlagung der revolutionären Arbeiterbewegungen in den Jahren 1919 und 1920 teil. Dabei kommandierte er einen Panzerzug, bestehend aus Studenten, den er im Rahmen der württembergischen "Verkehrswehr" aufgestellt hatte. In den Anfängen befanden sich im Übrigen zahlreiche Angehörige seiner MG-Kompanie, die er bei Kriegsende anführte. So bekämpft er Panzerzug Dirlewanger die Aufständischen im Ruhrgebiet im Jahre 1920. Nachdem dort der Kapp-Putsch niedergeschlagen wurde beherrschte die "Roten Ruhrarmee" weite Teile des Ruhrgebietes. Zur Bekämpfung dieser Armee wurde die Reichswehr-Brigade 13 unter General Haas und die Freiwilligen-Abteilung Sprösser entsandt. Arbeiter von Daimler-Benz in Untertürkheim versuchten den Bahntransport der Einheiten zu verhindern. Dirlewangers Panzerzug griff ein und sicherte so den Transport der Reichswehr-Einheiten. Weitere Einsatzorte waren Dortmund, Iserlohn und Essen. Beim "weißen Terror" der Reichswehr kam es in Pelkum zu einem Massaker durch die Reichswehr-Schützen-Brigade 21 (ehemals Freikorps Epp) und des Reichswehr-Schützen-Regiments 41. Beteiligt an diesen Kämpfen war auch der Panzerzug IV "Dirlewanger". Im März 1921 rückte der Panzerzug auf Sangershausen vor, das im Zuge der revolutionären Auseinandersetzungen durch Max Hoelz mit seinen Arbeitern besetzt war. Ein Angriff Dirlewangers schlägt fehl. Außerdem gelingt es den Aufständischen den Panzerzug zu isolieren. Nachdem für diesem in der Nacht Verstärkung eintrifft, ziehen sich die Arbeiter aus der Stadt zurück. Die Besatzung des Panzerzuges übte daraufhin Rache an den verbliebenen Arbeitern und misshandelte viele. Bei diesem Einsatz wurde Dirlewanger durch einen Streifschuss am Kopf verwundet Nach der Machtübertragung auf die NSDAP wird Dirlewanger als "Befreier" der Stadt vom roten Terror geehrt. Ein Platz erhielt seinen Namen. Schon hier zeigte sich die eindeutige Ruhmsucht Dirlewangers. Er versuchte auch sein Draufgängertum immer an gebührender Stelle herauszustellen.
Kurze Zeit nach dem Kampf um Sangershausen wird er für 2 Wochen wegen Beiseiteschaffens von Waffen inhaftiert und meldet sich nach seiner Freilassung sofort beim Freikorps Holz, mit der er im Juni 1921 bei den deutsch-polnischen Auseinandersetzungen in Oberschlesien noch zum Einsatz kommt. Im gleichen Jahr konnte er sein Studium als Diplomvolkswirt abschließen. Jedoch hatte er zuvor von der Handelshochschule Mannheim einen Verweis wegen "antisemitischer Hetze" erhalten. Ein Jahr später promovierte er 1922 in Frankfurt/Main zum Dr. rer. pol.
Zunächst arbeitete Dirlewanger als Volontär bei Banken in Osterburken und Stuttgart und erhielt dann 1925 eine Anstellung bei der schwäbischen Treuhand AG in Stuttgart. Danach wechselte er als Geschäftsführer der Firma Kornicker nach Erfurt, wo er am 31.12.1931 ausschied um bis Juli 1933 als selbstständiger Steuerberater zu arbeiten. Sein Ausstieg aus dem Bankengeschäft war aufgrund verschiedenster Vergehen unumgänglich und auch in der jüdischen Firma Kornicker fiel er durch Unterschlagung von mehreren tausend Mark auf. Dirlewanger hatte bspw. Gehaltskürzungen der Angestellten auf sein privates Konto transferiert. Das man sich unter der Hand gütlich einigte und Dirlewanger die Summe zurückzahlte verhinderte ein Gerichtsverfahren.
Dirlewanger war bereits am 01.10.1922 der NSDAP beigetreten, wurde aber aufgrund eines Vergehens gegen das Entwaffnungsgesetz ausgeschlossen, trat aber 1926 erneut der Partei bei. Während Hitlers Putschversuch 1923 versuchte Dirlewanger mit den Straßenpanzern der Polizeiwehr Stuttgart nach München zu kommen, was ihm jedoch misslingt. In den Dreißiger Jahren unterstützt er den späteren SS-Brigadeführer Gottlob Berger bei der Bewaffnung der SA und SS in Württemberg, Baden und der Pfalz. Weiterhin hält er den Kontakt zu "seinem" Panzerzug aufrecht und versichert Himmler seine Unterstützung. Himmler trägt Dirlewanger dann die Aufgabe zu die Standort der restlichen 11 Panzerzüge des Bahnschutzes im Reich herauszufinden und die politische Einstellung der Besatzung in Erfahrung zu bringen.
Dirlewanger war ebenfalls SA-Mann im SA-Sturmbann 1/122, mit dem er unter anderem das Esslinger Gewerkschaftshaus überfällt, weswegen er im Dezember 1932 wegen Landfriedensbruch vor Gericht steht.
Nach Machtantritt der NSDAP erhielt Dirlewanger als "alter Kämpfer" sofort eine lukrative Anstellung beim Heilbronner Arbeitsamt, wo er zunächst Abteilungsleiter und später stellvertretender Direktor wurde. Als erstes Arbeitsamt Deutschlands konnte Dirlewanger melden, daß die SA- und Frontkameraden restlos in Arbeit und Brot standen. Trotz dieser "Erfolge" versinkt er in Intrigen und Korruption. Sexuelle Kontakte und Alkoholismus führen schließlich zu einem SA-Disziplinarverfahren am 05.05.1934 wegen abfälliger Bemerkungen zu Mitgliedern des Brigadestabes der SA-Brigade 155. Selbst in der rüden SA gilt Dirlewanger als "Stänkerer und Schwätzer [...] als böser Geist in Heilbronn [...].". Dirlewanger hatte anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Sangershausen, mit seinen Kollegen des Arbeitsamtes ein Saufgelage veranstaltet und anschließend mit seinen zwei Dienstwagen zwei Unfälle verursacht, bei denen Personen zu Schaden kamen. Weiterhin wurde ein verbrechen wegen Unzucht an einem dreizehnjährigen BDM-Mädchen bekannt. Trotz seiner "Verdienste" als Soldat, Freikorpskämpfer und SA-Mann kam man nicht umhin Dirlewanger zu einer zweijährigen Zuchthausstrafe zu verurteilen. Hinzu kam noch ein Monat Zuchthaus für die nun doch anhängig gewordenen fortgesetzten Unterschlagungen in der Firma Kornicker. Mit dieser Verurteilung verlor Dirlewanger seinen Doktortitel, seine militärischen Ehren, seine Ehrenbürgerschaft, seine Parteimitgliedschaft und seine Anstellung beim Arbeitsamt.
Während seines Aufenthaltes im Zuchthaus Ludwigsburg versuchte er eine Wiederaufnahme des Verfahrens wegen des Sittlichkeitsverbrechen am BDM-Mädchen, da ihn diese angeblich über ihr Alter getäuscht habe. Dirlewanger vermutete eine Verschwörung hoher NSDAP-Funktionäre um den NSDAP-Kreisleiter Drauz und dem Gauleiter Murr. Als offensichtlich unbegründet wurde die Revision am 08.01.1935 vom Reichsgericht zurückgewiesen. Dirlewanger beschwerte sich in der Führungskanzlei und bei Himmler. Anscheinend hatte ihn Murr deswegen in das Schutzhaftlager Welzheim verbracht, weil er fürchtete das Dirlewanger Angaben zu Murrs Verfehlungen machen könnte. Am 10.03.1937 wird er dann jedoch wieder entlassen. Diese Entlassung geht auf den Intimfeind Murrs, Gottlieb Berger, zurück,  der mit Dirlewanger im 1. Weltkrieg im gleichen Regiment diente.
Auf Anraten Bergers meldet sich Dirlewanger zur spanischen Fremdenlegion und tritt in Spanien der "Legion Condor" bei. Zugute kam ihm dabei, das sich der ehemalige Bataillonskommandeur Dirlewangers in der Legion befand. Von April 1937 bis Mai 1939 ist er Soldat in der Panzer-Einheit "Imker" und  in den Ausbildungslagern meist als Kompanie-Führer tätig. Ein stets tadelloses Verhalten soll ihm der Kommandeur der Panzertruppen Oberst Ritter von Thoma bestätigt haben. Im November 1937 wurde er jedoch in Toledo festgenommen und unter Begleitung eines Gestapoangehörigen in die Heimat gebracht. Dort bedauerte General Willberg, im RLM, Dirlewangers Ausscheiden aus der Legion. Dirlewanger wiederum setzte sich erneut mit der Kanzlei des Führers in Kontakt und bat um sofortige Aufklärung. Auf Betreiben von Thomas und des SS-Standarteführers Brack vom Sonderstab W wurde Dirlewanger jedoch wieder zur "Legion Condor" versetzt und wurde wieder im Kampf verwendet.
Mit dem Spanienkreuz ausgezeichnet gelingt es ihm, nun sicherlich mit Unterstützung interessierter Stellen, eine Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Landgericht Stuttgart. Im Zuge der Neuverhandlung wird er, trotz "nach wie vor nicht unerheblicher Verdachtsgründe" aus Mangel an beweisen am 30.04.1940 freigesprochen. Das ursprüngliche Urteil wird aufgehoben. Das Urteil erschien so wenig überzeugend, daß sich die Universität Frankfurt/Main zunächst weigerte ihm die Doktorwürde anzuerkennen. Auf Betreiben des Reichsministers für Wissenschaft und Kultur erhält er seinen Doktortitel zurück, ebenso wie seine Mitgliedschaft in der Partei.
Aufgrund des zu befürchtenden Kriegsbeginns, hatte Dirlewanger zunächst das Problem aufgrund der "Wehrunwürdigkeit" nicht an den Kampfhandlungen teilzunehmen, da die Revision noch nicht vollzogen war. Er intervenierte bei Himmler und bat dennoch um Erlaubnis in den Dienst der Waffen-SS treten zu können. Jedoch verging die Zeit bis zum 17.05.1940 bis ein "Justizirrtum" eingestanden wurde. Er solle schnellstmöglich zur Waffen-SS eingezogen und schnellstens einer Frontverwendung zugeführt werden.
Gottlob Berger empfahl für Dirlewanger die Verwendung als Ausbilder für die der Wilddieberei Angeklagten, um diese zum Fronteinsatz kommen zu lassen.
Dem von ihm aufgestellten Verband gehörten zunächst aufgrund der Wilddieberei Angeklagte an, bzw. aufgrund kleinerer Delikte verurteilte Angehörige der Waffen-SS, die sich in dieser 2. SS-Sturmbrigade "Dirlewanger" (früher "Wilddieb-Kommando "Oranienburg", oder "SS-Sonderformation Dirlewanger") rehabilitieren konnten.
Später kamen Bewährungssoldaten der Wehrmacht hinzu. Allein Dirlewanger und die aus SS-Verbänden stammenden SS-Soldaten waren Soldaten der Waffen-SS, die anderen Soldaten Angehörige ihrer jeweiligen Waffengattung.
Nach zweimonatiger Ausbildung kam das Kommando in den Verwaltungsbezirk Lublin. Als Führer- und Unterführerstellenbesetzung versuchte man straf- oder diziplinarrechtlich aufgefallene SS-Leute zur Bewährung einzustellen.  Die anfängliche Stärke des Kommandos lag bei  80 Mann. Sie sollten vornehmlich zur Bekämpfung von Banden und ausgebrochenen Sträflingen aus dem Gefängnis Warschau eingesetzt werden. Schnell wurde das Kommando berüchtigt für seine Methoden im Raum Dzikow-Stary Dirlewanger, von seinen Leuten auch "Ghandi" genannt, selbst verhörte Festgenommene (ohne schriftliche Unterlagen), klärte die Sachlage und überführte sie nach Zamosz. Dirlewanger unterhielt dabei zusammen mit anderen Wildschützen den Tatbestand der Wilddieberei, des Schwarzhandels und der Plünderung. So inhaftierte Dirlewanger Juden in einem eigens von ihm errichteten Gefängnis und liess diese gegen Zahlung von Lösegeld wieder frei. Das Geld wanderte freilich in seine eigenen Taschen. Diese Vorwürfe wurden von einem SS-Hauptscharführer bestätigt, der sich in einem anonymen Brief über diese Machenschaften beschwerte. Mit Rücksicht auf seine Frau und seine Kinder wolle er seine Identität erst lüften, wenn er genügend außer Schussweite Dirlewangers und seiner Unterführer sei, da es ihm zu leicht erschiene ihn verschwinden zu lassen. Die Folge war eine Untersuchung durch das zuständige SS-Gericht VI des Höheren SS- und Polizeiführers Krakau, mit dem dort ansässigen SS-Richter Konrad Morgen. Doch kaum hatte dieser seine Ermittlungen begonnen, zog das SS-Hauptamt die Ermittlungen an sich. Der neue Gerichtsführer handelte im Auftrag von Gottlob Berger und war sichtlich bemüht Dirlewanger zu entlasten wo er nur konnte. Morgen sagte in einer eidesstattlichen Erklärung im Jahre 1947 aus, das Dirlewanger unerhörte Grausamkeiten im Lubliner-Bezirk vornahm. Plünderungen, Mord, Erpressung und Vergewaltigung. Selbst der dort ansässige Chef der Gestapo betrachtete die Grausamkeiten mit Argwohn.
Dirlewanger gab weiterhin in einem Brief zu 57 Juden vergiften zu lassen (in angeblicher Absprache mit zuständigen Brigadeführer Globocnik), um deren Bekleidung für andere Zwangsarbeiter zu sichern. Weiterhin wurden auf seinen Befehl hin, sämtliche Goldzähne herauszubrechen, um den SS-Männern ordentlichen Zahnersatz zu bieten. Globocnik wollte davon, anlässlich einer SD-Untersuchung, nichts mehr wissen. In dem Brief führt er weiterhin den Gegensatz aus das er einerseits angeblich mit Jüdinnen sexuelle Beziehungen haben soll, auf der anderen Seite aber Juden ermorden liess.
Dirlewanger brachte seine Soldaten dazu Verbrechen zu vollführen und versuchte auf der anderen Seite durch drakonische Maßnahmen Zucht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Diese Maßnahmen sollten aber wohl eher den Vorgesetzten zeigen, das Dirlewanger bestrebt war militärische Ordnung vorherrschen zu lassen. In Wirklichkeit sah es anders aus. Dirlewanger übergab erneut strafrechtlich aufgefallene Männer nicht wie vorgeschrieben einem SS-Gericht überstellte, sondern selbst zum Gerichtsherr wurde, daß er dabei nach Gutdünken handelte dürfte klar sein. Er nutze dabei des Öfteren das Standrecht. Das Vorgehen wurde stellenweise auch durch vorgesetzte Stellen legitimiert. Waren die meisten Soldaten des Kommandos doch Straftäter, die den "normalen" Weg eher als Schwäche auslegen würden. Andere Quellen berichten gar von einem im jahre 1940 durch Adolf Hitler zugesprochenen Recht, der eigenen Gerichtsbarkeit über seine Männer.
Das Sonderkommando erhielt also im Spätsommer und Herbst 1940 den Auftrag jüdische Zwangsarbeiter im Raum im Raum Belzec bei Festungs- und Entwässerungsaufgaben zu bewachen. Außerdem wurde ihm das im Grenzgebiet zur Sowjetunion liegende Lager Dzikow unterstellt. Mit dieser Aufgabe augenscheinlich unterfordert, stellte das Kommando immer wieder Leute für andere Bewachungsaufgaben ab.
Mit Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion übernahm das Sonderkommando außerdem Einsätze gegen Schmuggel- und Schwarzmarktaktivitäten und zog sich laut eines Befehls vom 21.01.1942 in Lublin zusammen, um neue Aufgaben zu übernehmen. Die Verlegung des Kommandos war sicherlich eine Reaktion auf den schlechten Ruf der Truppe und stellte auch eine Reaktion auf die zahlreichen Anschuldigen dar. Der Höheres SS- und Polizeiführer des Generalgouvernement hatte kurz zuvor von Gottlob Berger gefordert, daß "diese Verbrecherhaufen binnen 8 Tage aus dem Generalgouvernement verschwinden müsste.". Weitere Konsequenzen, zumindest vom ehem. Regimentskameraden Gottlob Berger, hatte Dirlewanger nicht zu befürchten, erhielt Berger doch durchaus regelmäßig Lebensmittel und Plünderungsgut.
Am 22.01.1942 erfolgte die "Verabschiedung" Dirlewangers durch den SS- und Polizeiführer Globocnik mit den Worten:

"Ich danke SS-Sturmbannführer Dirlewanger und seinen Männern für die bei mir geleistete Arbeit unter oft schwierigsten Bedingungen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch feststellen, daß alle wie auch immer gearteten Anschuldigungen der letzten zeit gegen SS-Sturmbannführer Dirlewanger jeder Grundlage entbehrten und SS-Sturmbannführer Dirlewanger als der gleiche von uns scheidet, als der er vor 1 1/2 Jahren in Dzikow-Stary seinen bestimmt nicht leichten Dienst mit seinen Männern angetreten hat.
"

Das Sonderkommando verlegte im Februar 1942 zunächst ins östliche Belorussland und wurde dort zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Das Kommando unterstand somit dem Höheren SS- und Polizeiführer Russland-Mitte Bach-Zelewski. Die ersten Unternehmen fanden bereits im März 1942 im Raum Mogilew statt. Weiterhin nahm man Ende Juli am Unternehmen "Adler" teil. Schon Ende März erntete Dirlewanger für seinen Einsatz Lob von höchster Stelle, so meldete Bach-Zelewski an Himmler, daß sich die Wildschützen bestens bewährten. Weiteres Lob nach dem Unternehmen "Adler" kamen u.a. vom Kommandeur des Polizei-Regiments 2 und vom Kommandeur der 286. Sicherungs-Division.
Dirlewangers Kommando behielt dabei jedoch die "gelernten" Methoden bei und zeigten auch in Belorussland ihre "Fähigkeiten". So suchten Sie bspw. im Juni 1942 die Ortschaft Borki heim, in der bei einem Partisanenüberfall zuvor 18 Polizisten getötet worden waren. Laut eines eigenen Berichts, umstellte das Kommando die Ortschaft und drang dann ein. Wer flüchtete wurde erschossen. Drei Personen mit Gewehren wurden liquidiert und einige Waffen erbeutet. Die Bilanz des Unternehmens ließt sich allerdings anders:

erschossene Einwohner 1112
vom SD erschossen 633
auf der Flucht erschossen 282
  2027

Die Ortschaft Borki wurde anschließend angezündet und abgebrannt. Die Polizisten und deren Familien wurden augenscheinlich durch Dirlewanger verantwortlich gemacht und allesamt in der Schule bei lebendigem Leib verbrannt.
Bis Anfang Oktober stellte Dirlewanger die so genannte "Russen-Kompanie" und den "Ukrainer-Zug" auf, die aus Kollaborateuren zusammengesetzt waren. Auch verwendete er Einheimische zum "Räumen" von verminten Strassen, er liess die Menschen einfach darüber hinweggehen.
In der Zeit zwischen März 1942 und Anfang August vernichtete das Kommando mehr als 15.000 "Partisanen" und erbeutete 20 Geschütze, 8 Pak, 2 Panzer, 62 sMG, 112 lMG, 70 automatische Gewehre, mehrere Funkstationen, Fallschirme, sowie große Mengen an Munition und Sprengstoff. Dabei verlor das Kommando 92 Gefallene, 218 Verwundete und 8 Vermisste.
Während der Einsätze in Belorussland wurde Dirlewanger im Juli 1942 durch einen Armdurchschuss, am 01.08.1943 beim Unternehmen "Hermann" durch einen Streifschuss in die Brust, sowie einem Schuss durch den Rückärmel, verwundet.
Für seine "außerordentlichen Verdienste" erhielt er am 05.12.1943 das Deutsche Kreuz in Gold.
Wie auch schon in Polen griff Dirlewanger auch in Weißrussland auch bei seinen eigenen Männern hart durch. So erschoss er einen Soldaten der sich an einem dreijährigen Kind verging. Doch alle Zivilisten die von der Tat erfahren hatten, wurden später in einem Haus zusammengetrieben und dort verbrannt, damit die Tat nicht bekannt wurde.
Anfang 1943 erhielt das Kommando die Ortschaft Lahoysk als Standort, als zur gleichen Zeit ein Transport von 321 Häftlingen aus dem KZ Sachsenhausen nach Minsk abfuhr. Die Zusammenstellung des Transport erfolgte durch den SS-Brigadeführer Dr. Glücks, der Amtsgruppe D des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, wohl aber nicht ohne Billigung Himmlers. Dieser erwartete von Dirlewanger, daß er aus den "Berufsverbrechern" und "Asozialen" des Transports, ebenso wie aus den Wildschützen, gute Kämpfe für das 3. Reich machen würde. Kurz nach der Ankunft in Lahoysk mussten sich die Häftlinge in einem Karree aufstellen und wohnten anschließend einer Hinrichtung des Häftlings Fritz B. bei. Mit der Begründung so würde es jedem ergehen der meuterte wurde er erschossen. B. hatte sich während des Transportes dahingehend geäußert dem SS-Hauptsturmführer Stöweno nicht das Ritterkreuz zu verdienen.
Dirlewanger lässt sich leicht als "Vater" dieser Maßnahmen feststellen. Auch förderte er innerhalb der Truppe das Klima der gegenseitigen Denunziation und bei den Einheimischen die Angst. Eigene Soldaten wurden wegen kleinster Vergehen hart bestraft, insbesondere für gut gemeinte Handlungen gegenüber der Zivilbevölkerung. Dirlewanger sandte kurze Zeit später einige der Häftlinge nach Sachsenhausen zurück, mit der Begründung Kastrierte, Zigeuner und Vergewaltiger nicht gebrauchen zu können. Die verbliebenen 250 Mann bildeten dann die 2. und 3. Kompanie seines Bataillons. Diese beiden Kompanie erhielten rote Schulterklappen, die 1. Kompanie, der Stamm der alten Wildschützen, trugen weiße. Die 4. und 5. Kompanie, allesamt Fremdvölkische, erhielten keine. Lediglich das deutsche Rahmenpersonal erhielt das Recht zum Tragen von wohl weißen Schulterklappen. Letztlich gelang es Dirlewanger auch diese in die Gemeinschaft zu integrieren. Fast alle Überlebenden des Krieges äußersten sich positiv über die Person Dirlewangers. So soll er seine Untergebenen stets geduzt haben, womit diese, fast ausschließlich Zuchthaus-Karrieren, eine Verbundenheit aufbauten.
Am 20.07.1943 erhielt Dirlewanger ein Fernschreiben, das besagte Arbeitskräfte zu erfassen, Bandenverdächtige und Gefangene nicht sonderzubehandeln sondern zum Arbeitseinsatz zu bringen. Damit erhielt das Bataillon nun auch den Auftrag Arbeitskräfte für das Reich zusammenzutreiben.
Dirlewanger trieb so bspw. 12.000 Arbeiter für die Werlin-Werke des Daimler-Benz-Konzerns zusammen. Damit schloss sich ein Kreis, denn bereits 1920 hatte Dirlewanger gegen die Arbeiter des Konzerns militärische Mittel eingesetzt. Auch höhere SS-Dienststellen verlangten nach Arbeitskräften, die nun von Dirlewanger "eingefangen" und zum "Versand" vorbereitet wurden. Dirlewanger traf sich oft mit Gottlob Berger, der öfters mit anderen SS-Offizieren die Dirlewanger-Truppe besuchte. Diese Besuche endeten oft in einem Alkohol- und Gewaltrausch. Gegenüber SS-Offizieren anderer Dienststellen benahm sich Dirlewanger hingegen oft herablassend. So musste Bach-Zelewski eine Schlägerei zwischen Dirlewanger und dem Gebietskommissar Dr. Kaiser schlichten. Er beschimpfte einen SS-Hauptsturmführer vom Ostministerium als Lump und Drückeberger. Doch immer stellte sich Berger hinter Dirlewanger, der ihn für die Sicherung des Raumes anscheinend dringend benötigte.
Im November 1943 gelang den sowjetischen Truppen bei Newel ein Durchbruch durch die deutschen Linien und die dort befindlichen Polizei- und Sicherungseinheiten mussten nun an der Front eingesetzt werden. Auch das Bataillon Dirlewanger kam zum Einsatz und zwar bei Dretun und Newel. Für die Zeit zwischen dem 08.11. und dem 02.12.1943 fielen 41 Mann der Sonderformation. Der Grossteil stammte aus dem erst im August 1943 eingegliederten KZ-Häftlingen.
Im Januar 1944 wurde die Truppe aus dem Fronteinsatz gezogen und in das neue Quartier nach Usda südlich von Minsk verlegt. Mit Ende des Fronteinsatzes war die Kampfstärke von 710 auf 460 Mann gesunken. Diese wurden dann wieder wie ursprünglich in der Partisanenbekämpfung eingesetzt. Daneben erfolgte auch die Weiderauffrischung der Truppe mit ehemaligen Häftlingen. Verschiedenen berichten zufolge, soll Dirlewanger zumindest in den lagern Neuengamme, Buchenwald und Sachsenhausen die Auswahl der neuen "Rekruten" persönlich vorgenommen haben. Ca. 700 Häftlinge trafen daraufhin Anfang Juni 1944 in Usda ein. Ein Teil von ihnen wurde sofort in das benachbarte Sabolotje verlegt, wo diese zur Aufstellung des II. Bataillons der Sonderformationen verwendet wurden. Weiterhin wurde in Minsk extra eine eigene Ersatz-Kompanie aufgestellt.
Bereits vorher hatte Dirlewanger versucht seine Einheit weiter auszubauen. So richtete er am 14.03.1944 einen Brief an Berger, mit der Bitte um Weiterleitung an Himmler. Darin heißt es:

"Die befohlene Auffüllung der Einheit durch 800 Männer aus den KL bedeutet mindestens für die nächsten 3 bis 4 Monate keine Erhöhung der Schlagkraft, weil diese Männer zunächst ausgebildet und sodann längere Zeit noch schärfstens überwacht werden müssen. Der laufend benötigte Ersatz ist jedoch mit einzelnen nach hier zur Bewährung versetzten Männern nicht gegeben.
Es wird daher gebeten, befehlen zu wollen, die nach Verbüßung ihrer Strafe bzw. Teilstrafe aus dem Strafvollzugslager der SS und Polizei zur Bewährungsabteilung nach Prag entlassenen Männern nach kurzfristiger vierwöchiger Ausbildung von dort zur Bewährung nur nach hier zu versetzen. Desgleichen wird  gebeten, die Arbeitsabteilung der Waffen-SS in Bobruisk aufzulösen und die Männer - ausgenommen die unbestraften SS-Angehörigen - mit Waffen und Ausrüstung zwecks Bewährung vor dem Feinde nach hier zu überstellen."

Damit rechnete Dirlewanger seine Einheit um bis zu 2.000 Mann zu verstärken. Doch zunächst benötigte er durch die Inmarschsetzung der 700 Häftlinge einsetzbares Stammpersonal. Das er aus den Bewährungs-Abteilungen Prag bzw. Matzkau bekam. Weiterhin erhielt er endlich einen Bataillons-Arzt der sich ebenfalls bewähren musste, sowie zwei Zahnärzte die zum einen "vergeblich zur Abtreibung anstifteten" bzw. wegen "Volltrunkenheit" in Misskredit gefallen waren. Aufgrund der Funksicherheit stießen im Frühjahr 19044 noch 16 Angehörige des Postschutzes zur Einheit, womit Dirlewangers Truppe in etwa zwischen 100 und 200 aktive SS-Männer als Stammpersonal im Einsatz hatte. Darunter befand sich bspw. der SS-Hauptsturmführer Kurt Weiße. Er war wegen Untergebenenmißhandlung mit Todesfolge zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt worden, wobei ihm selbst das SS-Gericht eine "Verrohung ohnegleichen" attestierte. Das Gerichte bezeichnete ihn als "Sadisten" dem ein "anvertrautes Lebewesen nichts wert" sei. Beim Bataillon Dirlewanger machte Weiße hingegen eine steile Karriere. Zunächst als Kompanie-Führer eingesetzt, übernimmt er später das Kommando eines Bataillons und kommt nur ein Jahr später als Ia- und IIa-Offizier in den Stab des Regiments Dirlewanger.
Mit Beginn der Großoffensive der Roten Armee gegen die Heeresgruppe Mitte, geriet auch das SS-Sonder-Regiment Dirlewanger in den Sog des Rückzuges. So besetzte Dirlewanger am 07.07.1944 nach eigenem Entschluss mit Teilen seines Regiments südostwärts Lida eine Riegelstellung. Damit gelang es ihm zunächst den Gegner aufzuhalten. Damit konnten die eigenen und andere Trosse auf der Rollbahn Lida-Grodno nahezu unbehelligt durchgeschleust werden. Nach einer Einschätzung durch den SS-Gruppenführer Reinefarth, kämpfte Dirlewanger "mit der Waffe in der Hand stets an vorderster Position". Aufgrund des Feinddrucks setzte er sich ab und verhinderte damit die Vernichtung der Regimentsteile. Während dieser Zeit ging man weiterhin dazu über Delinquenten vor der angetretenen Einheit aufzuhängen.
Das man in der Einheit insbesondere nach der schweren Niederlage im Sommer 1944 darauf überging die Prügelstrafe einzuführen, hängt auch eng mit der zunehmenden Labilität der Offiziere zusammen, wie aber auch mit Dirlewanger selbst. In der deutschen Militärgeschichte dürfte dessen Machtfülle wohl einzigartig sein.
Mit Ende dieses Rückzuges gelangte die Direlwanger-Truppe zurück nach Lomscha und kurz darauf auf den ostpreußischen Truppenübungsplatz Arys. Während dieser Verlegung traf der Befehl ein, sofort nach Warschau abzudrehen, nachdem dort am 01.08.1944 der Aufstand ausgebrochen war. Dort wird die der Kampfbrigade Reinefarth unterstellt der es "gelang" vom 05. bis zum 06.08.1944 ca. 50.000 Menschen zu töten. Das I. Bataillon war am 05.08.1944 als Kampfgruppe Meyer angetreten, um den durch Warschau durchgehenden Hauptstrassenzug freizukämpfen. Daran beteiligte sich auch der von Weiße geführte Stab des Regiments. Das II. Bataillon, bezeichnet als Kampfgruppe Steinhauer, griff erst am Abend des 07.08. in die Kämpfe ein. Ein belgischer Augenzeuge, Soldat im Pionier-Bataillon 46, berichtete von den Kämpfen der Dirlewanger-Einheit. So trieben diese Zivilisten um eigene Panzer, um die Verteidiger zu zwingen auf eigene Leute zu schießen. Doch das Regiment musste bei den Kämpfen auch schwere Verluste hinnehmen.
In den 60èr Jahren wurden einige der Dirlewanger-Soldaten vernommen, auch im Zusammenhang mit einer Verhandlung gegen Reinefarth. Dabei kam der Richter zum Schluss:

"Wer am Morgen des 05.08.1944 mit 356 Mann antritt, von denen am Abend des 07.08.1944 nach Überwindung von nur etwa 5 km Straßenlänge nur noch etwa 40 Mann vorhanden sind, kämpft um sein nacktes Leben; er dürfte kaum zeit und Gelegenheit gehabt haben, außerhalb des Kampfgeschehens Massenerschiessungen vorzunehmen."

In der militärischen Forschung kommt man zu dem Schluss, das die Dirlewanger-Einheiten im erheblichen Umfang an den Erschießungen beteiligt waren, daß jedoch deutsche SD- und Polizei-Formationen mehrheitlich die polnischen Opfer auf dem Gewissen haben. Mit Beginn der Kämpfe in Warschau verfügte das Regiment über eine Stärke von 860 Mann. Während der Kämpfe erhielt es Personalersatz in Höhe von ca. 2500 Mann. Bei Ende der Kämpfe bestand das Regiment jedoch lediglich aus 648 Mann.
Beim Warschauer Aufstand kämpfte die Brigade Dirlewanger auf die gleiche Art und Weise wie im Partisanengebiet und trug dadurch zur Kapitulation der Aufständischen im erheblichen Masse bei. Für die brutale Niederschlagung des Warschauer Aufstandes erhielt Oskar Dirlewanger, als SS-Oberführer der Reserve und Kommandeur des SS-Sonder-Regiments "Dirlewanger" am 30. September 1944 das Ritterkreuz.
Nach Ende der Kämpfe sollte das Regiment in Radom aufgefrischt wurden, doch Mitte Oktober musste es bereits in die Slowakei abrücken, um den dort Ende August 1944 ausgebrochenen Aufstand niederzuschlagen. Als die Einheiten schließlich am 17. und 10.1944 eingriffen, war der Aufstand bereits im Endstadium niedergeschlagen. Auch hier erleidet die Formation im Gegensatz zu anderen eingesetzten Einheiten, schwere Verluste, was auf die rücksichtslose und unzulängliche Führung Dirlewangers zurückzuführen ist.
Ein gegen Jahresende eingesetzter SS-Richter beurteilte die Truppe nach dem Krieg niederschlagend. So herrschte lediglich die Prügel- und Todesstrafe und Dirlewanger oblag jede Entscheidung.
Am 07.10.1944 richtete Dirlewanger an Hitler den Vorschlag ein Bataillon mit ehemaligen jetzt aber zur Bewegung stehenden KL-Häftlingen, aufzustellen. Die eigentliche Idee geht auf den damaligen KZ-Kommandanten von Flossenbürg Zill zurück und wurde schließlich von Himmler genehmigt. Kurz vor dem ersten Kampfeinsatz äußerte sich Dirlewanger jedoch vorsichtiger und forderte bei der Heeresgruppe Süd von anderen Straf-Bataillonen kampfgeeignete Männer an, denn er wolle den "Sowjets" nicht mit "Kommunisten" begegnen. Letztlich stellte dieser Versuch regimeanlehnende Gegner für "die Zeit des Krieges" zu rekrutieren. Dies bedeutet nichts anderes als ein Ausdruck der aussichtslosen Kriegslage und der Mangel an Menschen, insbesondere Soldaten. Das SS-Führungshauptamt weigerte sich auch später beharrlich die Häftlinge als "ordentliche" SS-Soldaten anzuerkennen und unterließ es bspw. entsprechendes Rahmenpersonal zur Aufstellung der Kompanien zu entsenden.
Ab dem 07.11.1944 trafen die ersten Kontingente bei der Ersatzeinheit Dirlewangers in Krakau ein und wurden kurze Zeit später nach Diviaky verlegt. Dort sollte der Aufbau der Sturmbrigade Dirlewanger erfolgen. Die politischen Häftlinge wurden fast allesamt dem III. Bataillons des neu aufzustellenden SS-Regiments 2 Sturmbrigade Dirlewanger zugeteilt. Zum Teil wurden auch einige Angehörige des SS-Straflagers Dachau, Waffen-SS-Mitglieder, in das Bataillon versetzt. Einzelne Politische Häftlinge wurden daneben auf das II. Bataillon verteilt.
Gegen Ende November 1944 erfolgte dann die Verlegung des II. und III. Bataillons in den Raum Novaky/Slowakei. Ziel war es dabei die Partisanen der Oberen Nitra mehr oder weniger zusammenzutreiben. Das III. Bataillon wurde per Bahn verlegt, wohingegen das II. Bataillon marschieren musste. Wer zurückblieb wurde von den SS-Männern erschossen. Daran lässt sich eine unterschiedliche Behandlung erkennen. Denn im III. Bataillon blieben die Häftlinge eher unter sich und sprechen gar von einer halbwegs guten Behandlung. Durch die Verrohung innerhalb des II. Bataillons sank auch das Ansehen der Truppe in der slowakischen Bevölkerung. Resultat waren im Dezember 1944 exemplarische Exekutionen an Bataillonsangehörige.
Mit der Eingliederung der Häftlinge bestand die Brigade Dirlewanger nun aus zwei Regimentern mit jeweils drei Bataillonen, einer Artillerie-Abteilung aus zwei schwachen Polizei-Batterien, einer Füsilier, Pionier- und Nachrichten-Kompanie, sowie dem Brigadestab. Insgesamt ca. 6.500 Mann. Die ehemaligen Wilddiebe - das Stammpersonal - waren mitunter zu höchsten Unterführerstellen aufgerückt. Etwa 15% waren bestrafte ehemalige SS- und Polizei-Angehörige. Rund 30% waren KL-Häftlinge und etwa 50% waren bestrafte Angehörige der drei Wehrmachtsteile. In den Polizei-Batterien dienten wohl auch nur wenige wirklich unbestrafte Personen. Einheitlich uniformiert waren die Einheiten kaum. Vielmehr trugen die Soldaten ihre alten Uniformen, womit die Einheiten einen eher unhomogenen Eindruck hinterließen.
Am 13.12.1944 kommen beide Bataillone in Ipolysag in Ungran zum Einsatz und erhalten die Aufgabe eine wichtige Ortschaft zu halten. Die übrigen Einheiten verbleiben in der Slowakei. Dirlewanger selbst übernahm aufgrund seines zu kleinen Führungsapparates, nicht das Kommando über die nun einzusetzenden Truppenteile. Wie der Einsatz erfolgte, der Brigadestab sollte zumindest lt. Heeresgruppe Süd, eng mit den Truppenteilen zusammenarbeiten, wenn auch nur nachrichtentechnisch, war dem Stab selbst jedoch völlig unbekannt. Als der Oberbefehlshaber der HG Süd am 12.12.1944 den Stab aufsuchte, fand er Dirlewanger mit einem Affen auf der Schulter an einem Schreibtisch sitzend vor. Eine Information über die Lage seiner Einheiten konnte er nicht abgeben. Die Organisation der Verteidigung, der Unterstellung und der Führung war völlig konfus und letztendlich nicht von Erfolg gekrönt. Außerdem desertierten viele der Häftlinge.
Im Zuge des Durchbruches des Gegners an der Weichsel, zog Himmler sämtliche Truppenteile an die Ostfront. Darunter auch die Sonderformation Dirlewanger, die vorher in Prividza lag und Ende Januar 1945 nach Deutschland in Marsch gesetzt wurde., wo sie am 12.02.1945 in Guben eintraf. Das Regiment 1 wurde bei der Heeresgruppe Weichsel eingesetzt und kam bei Frankfurt/Oder und im Oderbruch zum Einsatz. Die restlichen Einheiten kamen ab dem 14.02.1945 zur Heeresgruppe Mitte in den Bober-Abschnitt.
Im März 1945 erfolgte die "Aufstockung" der Brigade zur 36. SS-Waffen-Grenadier-Division. Dirlewanger wurde abgelöst und durch Fritz Schmedes ersetzt. Die Division selbst bestand jedoch nur rein formal und umfasste nicht die annähernde Größe eines solchen Verbandes.
Mitte März begibt sich Dirlewanger aufgrund eines Brustschusses auf Genesungsurlaub nach Esslingen ins Haus seiner Eltern. Zuvor traf er mglw. in Berlin letztmalig mit Gottlob Berger zusammen, der ihm wohl den Rat gab sich ins Allgäu durchzuschlagen und dort im Jagdrevier des Industriellen Robert Bosch seine Flucht vorzubereiten. Dort legte er dann wohl auch seine Uniform ab und bekleidete sich zivil.
Oskar Dirlewanger wurde nach Kriegsende im französisch besetzten oberschwäbischen Altshausen Kreis Saulgau/Württemberg verhaftet und in den Ortsarrest eingeliefert. Mglw. hatte ihn ein ehemaliger KZ-Häftling auf der Strasse erkannt und gemeldet. Die Wachmannschaft bestand aus Polen. In der Nacht vom 04.06. auf den 05.06.1945 wurde Dirlewanger aus seiner Zelle geholt und geschlagen. Mglw. wurde er dabei durch Gewehrkolbenschläge auf den Kopf derart schwer verletzt, dass er kurz darauf verstarb. Das Standesamt Altshausen datierte seinen Tod auf den 07.06.1945. Seit dem hielten sich jedoch Gerüchte Dirlewanger sei noch am Leben. So soll er 1948 arabische Truppen im Kampf gegen Israel ausgebildet haben, oder aber im Rahmen der Fremdenlegion in Vietnam im Einsatz gestanden haben. Um diesen Gerüchten Herr zu werden wurden die Leichte Dirlewangers am 12.11.1960, die in Altshausen am 19.06.1945 beigesetzt wurde, durch die Staatsanwaltschaft Ravensburg exhumiert. Dabei wurden die menschlichen Überreste zweifelsfrei als die des Oskar Dirlewangers identifiziert.
Selbst in den Reihen der Waffen-SS war Oskar Dirlewanger, ob seiner Brutalität und seines Rufes, ungern gesehen und wurde gemieden.

An dieser Stelle einige persönliche Anmerkungen. Es obliegt uns hier nicht über die Person Dirlewanger zu urteilen. Angesichts der Taten dieses "Mannes" ist es schwer genug Worte zu finden.
Dirlewanger erhielt jedoch das Ritterkreuz und von daher muss er in dieser Liste erwähnt werden. Eine Weglassung würde die Unvollständigkeit der Liste bedeuten. Seine Nennung soll keine Verehrung bedeuten, sondern zeigen, zu was Menschen fähig sind. In den Reihen der Ritterkreuzträger befinden sich zum größten Teil Soldaten die tadellos ihre Pflicht erfüllten. Das es aber auch Personen wie Dirlewanger gab, bedeutet letztlich, dass die Ritterkreuzträger an sich, keine große einheitlich orientierte Masse darstellen, sondern ebenfalls ein Abbild der Gesellschaft darstellen. Es ist also nicht akzeptabel die Ritterkreuzträgerschaft vollständig als Täter, Mörder oder dergleichen zu beschimpfen.

Siehe zum Sonderverband "Dirlewanger"

Beförderungen

 

Auszeichnungen

SS-Obersturmführer 01.07.1940   Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 28.08.1914
SS-Hauptsturmführer 01.08.1940   Goldene Württembergische Tapferkeitsmedaille 04.10.1915
SS-Sturmbannführer 09.11.1941   Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 13.07.1916
SS-Obersturmbannführer 12.05.1943   Verwundetenabzeichen in Schwarz - 1. WK ???
SS-Standartenführer 19.03.1944   Ehrenkreuz für Frontkämpfer ???
SS-Oberführer 12.08.1944   Spanienkreuz in Silber mit Schwertern ???
      Eisernes Kreuz II. Klasse 24.05.1942
      Infanterie-Sturmabzeichen in Silber ???
      Eisernes Kreuz I. Klasse 16.09.1942
      Deutsches Kreuz in Gold 05.12.1943
      Nahkampfspange in Bronze ???
      Verwundetenabzeichen in Gold ???
      Tapferkeitsauszeichnung für Angehörige der Ostvölker 1. Klasse in Silber ???
      Ritterkreuz 30.09.1944

Buchhinweise:

                   

Free counter and web stats