Ritterkreuzträger Erich Eberhardt
Obersturmbannführer, Generalstabsoffizier

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Erich Eberhard wurde am 1.10.1913 in Wiesbaden geboren.
Seine soldatische Laufbahn begann im Alter von 18 Jahren mit dem Eintritt in die Hamburger Landespolizei. Im Jahre 1934 war er, als SS Mann (SS-Nummer: 272 747, NSDAP-Nummer: 4 178 022) , Gruppen- und Zugführer in der 8.Kompanie der Standarte Germania.
Nach erfolgter friedensmäßiger Absolvierung der Junkerschule Braunschweig (Lehrgang B 36 ), diente er als Untersturmführer weiter dort.
Mit Beginn des Krieges, nun schon Hauptsturmführer, war er Kompaniechef der 12.Kompanie des Regiments 9 der Division Wiking, danach Chef der 12.Kompanie des Regiments 10 ebenfalls der Division Wiking. Im Russlandfeldzug konnte er sich bereits in den ersten Monaten beide Eiserne Kreuze verdienen ( EK II: 13.07.1941; EK I: 11.09.1941). Weiterhin war er Träger des SS-Ehrendegens und des SS-Totenkopfringes.
Erich Eberhardt wurde ab 1.3.1942 bis zu Juni 1943 bei der 7. SS Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen als Generalstabsoffizier eingesetzt, bevor er ab 22.10.1943 als Ia zur 3. SS Panzerdivision Totenkopf abkommandiert wurde. Seine Leistungen als erster Generalstabsoffizier haben viele erfolgreiche Einsätze dieser Division geprägt. Am 20.4.44 wurde er zum Obersturmbannführer befördert.Ein Auszug aus der Divisionsgeschichte der SS Panzerdivision Totenkopf:
[...] Feldmarschall Model forderte die SS Totenkopfdivision an, die am 25.6.44 im Eisenbahnmarsch nach Norden verlegt wurde. Am 07.07.44 wurden die letzten Teile im Raum von Grodno ausgeladen. Eine deutsche Frontlinie gab es nicht mehr, nur zurückflutende, zum Teil führerlose Verbände.
Ostubaf. Eberhard führte als Ia die Marschbewegung und den späteren Einsatz der Division allein, da der Divisions-Kommandeur noch nicht eingetroffen war. Die nacheinander eintreffenden Verbände wollte man sich höheren Ortes unterstellen. Eberhardt gelang es seine Einheiten diesem Versuchen zu entziehen und behielt die Division geschlossen in der Hand. Model bestimmte die Division als Eingreifreserve.
Eigene Aufklärung ergab, daß sich starke russische Verbände, ein Panzerkorps und Kavallerie im Vormarsch in Richtung Lyk befinden. In Grodno versuchte der Gegner über den Njemen zu setzen. Der Eckpfeiler Grodno drohte einzustürzen. Die Front südlich war in Gefahr aufgerissen zu werden. Die russischen Durchbruchsspitzen hatten bereits Kampfberührung mit dem in Igelstellung gegangenen Armeestab.
Trotz Meldung dieser Feindlage erhielt die Division keinen Einsatzbefehl. Eberhardt entschloss sich selbstständig zu handeln. In den Morgenstunden griff er mit der SS Totenkopfdivision von Süd nach Nord an. Der in den Westteil von Grodno eingedrungen Feind wurde über den Njemen zurückgeworfen und der Hauptstoß in die Flanke des Feindes geführt, während Teile nach Westen abdrehten und eine Abwehrfront aufbaute. Der Flankenstoß bewirkte ein Zurückdrehen der nach Westen vorgeschobenen und nun abgeschnittenen Panzer- und Kavallerieverbänden.
Diese wurden vom verstärkten Panzerregiment abgefangen und zerschlagen. Bis zum Abend war die Lücke nördlich Grodno bis auf wenige Kilometer geschlossen. Die Verbindung mit der angreifenden 5. Panzerdivision war allerdings noch nicht hergestellt. Die Heeresgruppe befahl nun allerdings den Vorstoß nach Nord um die Lücke entgültig zu schließen.
Noch in der Nacht trat Stubaf. Pitschellis mit der verstärkten Panzerjägerabteilung zum Angriff an. Er durchstieß die feindlichen Kräfte und stellte Verbindung zum nördlichen Nachbarn her. Fünf feindliche Divisionen wurden dadurch am entweichen gehindert und die Abwehrfront stabilisiert.
Eberhard und Pitschellis wurden dafür am 23.August 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.[...]Die Division befand sich bis zu den letzten Kriegstagen im Einsatz, mit einem Regiment gegen die Amerikaner und einen Regiment gegen die Sowjets kämpfend.
Am 09.Mai 1945 fanden die Übergabeverhandlungen der Division Totenkopf in Pregarten statt. Eberhardt gab die allgemeine Weisung „Bewegungsfreiheit nach Westen„ und wollte den Angehörigen der Division die russische Gefangenschaft ersparen, welches sich später als Trugschluss herausstellte.
Eberhardt konnte nach einer waghalsigen, abenteuerlichen Flucht aus russischer Gefangenschaft ausbrechen.
Erich Eberhardt war ein pflichtbewusster, persönlich tapferer und vorbildlicher Soldat. Seine Stärken waren die klare Sachlichkeit, das kühle Abwägen, die nüchterne Beurteilung der Lage und die Entschlossenheit.
Nach dem Krieg war er mehr als ein Jahrzehnt 1. Landessprecher des HIAG Verbandes Rheinland Pfalz und wurde am 27.April 1963 einstimmig zum 1. Bundessprecher des Verbandes der Soldaten der ehemaligen Waffen SS, als Nachfolger von Kurt "Panzermeyer" Meyer, gewählt.
In den Morgenstunden des 1.Juli 1965 verstarb er nach schwerer Krankheit in Lohrheim an Herzversagen.
Seine Kameraden begleiteten ihn zur letzten Ruhestätte und sprachen die Bitte aus:Erich Eberhardt – Bleib auch im ewigen Leben mein guter Kamerad!
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE