Ritterkreuzträger Karl-Heinz Ertel
SS-Hauptsturmführer der Reserve

07.01.1943 für den Einsatz bei Chasnidon19.10.194215.12.194207.05.194310.09.1942August 1944

Karl-Heinz Ertel wurde am 26.11.1919 in Brambauer/Kreis Dortmund-Land geboren und absolvierte vom 05.04.1938 bis zum 24.10.1938 seinen Arbeitsdienst in der RAD-Abteilung 8/205 in Ergste in Westfalen. Daraufhin meldete er sich am 01.11.1938 als Freiwilliger zum 1. Sturm der SS-Standarte "Germania" und zieht mit dieser in Polen ein, wo er unter anderem als Melder verwendet wird.
In die Heimat zurückgekehrt wird er am 01.11.1939 an die SS-Junkerschule Bad Tölz kommandiert, wo er am 01.12.1939 zum SS-Unterscharführer der Reserve befördert wird.
Mit Ende der dortigen Ausbildung kommt er im März 1940 zum Ersatz-Bataillon "Germania" nach Hamburg-Langenhorn. Von dort erfolgte im April 1940 die Versetzung zur 3. Kompanie des SS-Infanterie-Regiments "Germania", wo er im Mai 1940 zum 2. Ordonnanz-Offizier im I. Bataillon ernannt wurde und am Frankreich-Feldzug teilnahm.
Nach Rückkehr von den Kämpfen gehörte er weiterhin dem Regiment "Germania" an und wurde unter anderem Zugführer in der 10. Kompanie. Hier wird er am 01.12.1940 zum SS-Oberscharführer der Reserve und am 13.06.1941 zum SS-Untersturmführer der Reserve ernannt.
Am 15.06.1941 erfolgte die Versetzung zur 2. Kompanie des SS-Freiwilligen-Bataillons "Nordost", wo er Zugführer des 1. Zuges wird. Dieses Bataillon bildet am 13.09.1941 das Finnische-Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS, wo Ertel nach wie vor zur 2. Kompanie gehört.
Anfang Januar 1942 verlegt das Bataillon an den Mius und steht somit im Verband der 5-SS-Division "Wiking".
Nachdem am 27.03.1942 der bisherige Kommandeur der 2. Kompanie SS-Obersturmführer Ladau durch einen feindlichen Artillerieüberfahl verwundet wurde, übernimmt Ertel auf Befehl des Bataillons die Kompanie, muss diese jedoch noch am gleichen Tag aufgrund einer Lungenentzündung abgeben.
Während des Vormarsches im Kaukasus wird Ertel 1. Ordonnanz-Offizier  des Bataillons. Während der schweren Kämpfe um die Grusinische Heerstrasse im Raum Wosnessensskaja, wird der Kompanieführer der 9. Kompanie, SS-Obersturmführer Pallesche, schwer verwundet. Der Bataillonskommandeur Sturmbannführer Collani ernennt daraufhin Ertel am 17.10.1942 zum Führer der Kompanie. Pallesche stirbt auf dem Weg zum Verbandsplatz. Ertel besteht hier schwerste Kämpfe und macht sich unter seinen finnischen Waffenbrüdern einen Namen. So erhält er am 21.10.1942 beim Besuch des finnischen Generalleutnants Talvela das finnische Freiheitskreuz IV. Klasse als Führer der 9. Kompanie.
Im Verlauf der Rückzugsbewegungen aus dem Kaukasus übernimmt die 9. Kompanie Ertels viel schwere Rückzugsgefechte, wird abgeschnitten und kehrt dennoch immer wieder zum Bataillon zurück. Während dieser Kämpfe wird Ertel am 30.01.1943 zum SS-Obersturmführer der Reserve befördert.
Im April 1943 wird das Bataillon aus den Reihen der "Wiking" entlassen und kehrt über Deutschland nach Finnland zurück, wo es am 01.06.1943 eintrifft. Am 11.07.1^943 gibt Ertel das Kommando über die 9. Kompanie ab.
Im August 1943 wird er bei der Neuaufstellung des SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Brigade "Nederland" und dem SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Regiment 49 (ab 30.11.1943 mit dem Zusatz "De Ruyter" als Regiments-Adjutant eingesetzt. Er wird im Oranienbaumer Kessel eingesetzt, im Narwa-Brückenkopf und in der Abwehrschlacht westlich der Narwa, wo er zeitweise Führer des II. Bataillons war.
Nach der Beförderung zum SS-Hauptsturmführer der Reserve am 20.04.1944, wird er am 29.07.1944 für 2 Tage Führer des SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Regiments 49.
Am 07.08.1944 wird er durch den Kommandeur der SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Brigade "Nederland" SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Wagner zum Ritterkreuz vorgeschlagen, was vom Kommandierenden General Felix Steiner befürwortet wurde.
Als Begründung dafür wurden die schweren Rückzugsgefechte auf die Tannenberg-Stellung zwischen Kinderheim und dem Finnischen Meerbusen am 25. und 26.07.1944 genannt, welche das Regiment "De Ruyter" zu halten hatte. Nach schweren Angriffen des Gegners fiel der Kommandeur des Regiments Collani, worauf sein Adjutant Ertel die Führung des Regiments übernahm. Im in vorderster Linie hielt er, trotz zweier Verwundungen, aus und hielt die Stellungen seines Regiments, womit er einen Vorstoß des Gegners auf Reval entscheidend verhinderte.
Karl-Heinz Ertel erhielt somit am 23.08.1944 als SS-Hauptsturmführer der Reserve und Regiments-Adjutant des SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Regiments 49 "De Ruyter" das Ritterkreuz.
Im Februar 1945 zum 1. Ordonnanz-Offizier des III. (germ.) Panzerkorps ernannt, kommt er am 06.05.1945 im Raum Lippstadt zuerst in britische und später in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Sommer 1946 wird er als Entlastungszeuge der Waffen-SS im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess verwendet und am 20.04.1947 an Jugoslawien ausgeliefert.
Am 20.10.1950 kehrte er aus jugoslawischer Gefangenschaft zurück.
Karl-Heinz Ertel starb am 25.01.1993 in Lippstadt/Kreis Soest.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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