83. Schwerterträger Hermann Fegelein
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS

01.11.1943

Hermann Fegelein wurde am 30.10.1906 in Ansbach, als ältester Sohn des katholischen Oberleutnants a.D. Hans Fegelein, geboren.
Von seinem Vater erhielt Hermann Fegelein die Liebe zu Pferden in die Wiege gelegt und so zog im Jahre 1912 die Familie nach München, wo der Vater eine Anstellung an einer Militär-Reitschule erhielt.
Nach Schule und zwei Semester an der Münchner Universität,  kam er 1925/26 zum Reiterregiment 17 der Reichswehr, wo er eine sechsmonatige Ausbildung erhielt. Die einzige militärische Ausbildung die er erhielt. Möglicherweise war er für zwei Jahre auch Mitglied eines Freikorps, was jedoch nicht amtlich belegt ist, da Mitte der Zwanziger Jahre, die Ära der Freikorps vorbei war.
Fegelein trat dann am 20.04.1927 der bayerischen Landespolizei, die ihren Sitz in der Max-II-Kaserne in München hatte, bei. Zunächst Polizeiunteroffizier, wird er später Offiziersanwärter. Als eben solcher verlässt er die Polizei am 16.08.1929 und lebt zunächst mit seiner Familie in München, wo er sich in der väterlichen Reitschule in der Albrechtstrasse seinem Reitinteresse hingibt.
Am 15.05.1933 tritt er der Allgemeinen SS bei und erhielt hier, am 12.06.1933 zunächst den Dienstrang eines SS-Untersturmführers. Seine erste Dienststellung übernimmt er als Adjutant des Reiterführers der SS-Gruppe Süd, dem späteren SS-Oberabschnitt Süd. Bis Juli 1934 bleibt er in dieser Position und übernimmt gleichzeitig die Aufgaben eines Sonderführers.
Am 15.07.1934 wird er, als SS-Obersturmführer (seit 20.04.1934), Führer der SS-Reiterstandarte 15 in München, die er jedoch im September wieder abgibt, um am 01.04.1935 den übergeordneten Reiterabschnitt V zu übernehmen. Bereits im Mai 1934 war er Reiterführer im SS-Oberabschnitt Süd und erhielt am 09.11.1934 die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer und am 30.01.1936 die zum SS-Sturmbannführer. Fegelein war damit der am schnellsten aufsteigende, junge Kavallerie-Offizier der  Allgemeinen SS.
Am 16.06.1936 wurde Fegelein durch Himmler als Kommandeur der SS-Hauptreitschule in München eingesetzt, die es aufzubauen galt. Schnell entwickelte sich die SS-Hauptreitschule zum Anziehungspunkt für die Besuche hoher SS-Offiziere. Somit wurde Fegelein auch der bekannteste SS-Offizier innerhalb der Allgemeinen-SS.
Nachdem er zahlreiche Turniersiege errang und auch während der Olympiade 1936 in Berlin einige Reiterveranstaltungen durchführte, wurde Fegelein am 30.01.1937 zum SS-Obersturmbannführer und am 29.07.1937 zum SS-Standartenführer befördert.
Nach Kriegsbeginn wird er Kommandeur der SS-Totenkopf-Reiterstandarte und erhält im März 1940 den Rang eines SS-Obersturmbannführer der Waffen-SS, erhält aber die Erlaubnis zum Tragen der höherrangigen Allgemeinen-SS Insignien. Im Polenfeldzug wird Fegeleins Einheit zum Kampf gegen banden und Partisanen eingesetzt. Am 01.02.1942 wird er zum SS-Standartenführer der Waffen-SS befördert, nachdem er am 15.12.1940 das Eiserne Kreuz II. Klasse und am 28.06.1941 das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt.
Die SS-Totenkopf-Reiterstandarte wurde kurze Zeit später, am 01.09.1941, auf eine SS-Kavalleriebrigade mit 2 Reiterregimentern und den entsprechenden Unterstützungswaffen erweitert.
Die SS-Kavalleriebrigade wurde an der Ostfront 1941 - 1942 im Mittelabschnitt eingesetzt. Man kämmte die Pripjet-Sümpfe nach Partisanen und Banden durch und tötete dabei tausende Menschen  So nahm man an der Winterschlacht um Rshew erfolgreich teil und konnte schlachtentscheidende Wirkung erzielen. In Würdigung der SS-Kavalleristen erhielt deren Kommandeur Hermann Fegelein als Standartenführer am 02.03.1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. In der Begründung heißt es:

"Seit dem 25.01.1942 befand sich die SS-Kavallerie-Brigade an der südöstlichen Front des XXIII. Armeekorps im Raum nördlich Nikulino-Polowinino-Saizewo-Dmitrowo-Sokolomo. Die Brigade erhielt den Auftrag durchgebrochene starke Feindtruppen westlich von Rshew, mit Richtung Süd gegen die Reihen der 206. Infanteriedivision, abzufangen und zu vernichten.
Die Brigade erfüllte alle Erwartungen und fügte dem Gegner hohe Verluste bei. So vereitelte die Brigade nicht nur die feindliche Offensive, sondern führte auch den deutschen Gegenangriff an. So führte man die Einkreisung des Gegners an und hielt die Linien für die weiteren Tage.
In den Tagen der Defensive und der Offensive zeigte die Brigade Standhaftigkeit, Mut und Tapferkeit, wobei auch der Brigadekommandeur immer Vorbild für seine Männer war.
Am 05.02.1942 griff die Brigade, durch persönliche Entscheidung des Brigadekommandeurs,  eine starke gegnerische Truppenkonzentration nordwestlich von Tschertolino an. Trotz äußerst starker Gegenwehr und ausgebauter Verteidigungsstellungen gelang die Einkreisung und die Sicherung der Hauptstrasse, sowie des örtlichen Bahnhofs. Mit der Einnahme des Dorfes Jersowo am 14.02.1942 entschied sich das Schicksal gegen die gegnerischen Truppen.
Durch die persönliche Tapferkeit des Kommandeurs, sowie dessen Mut und Führungskraft konnte der Raum südwestlich von Rshew gesichert und gesäubert werden.
"

Als man daran überging die SS-Kavallerie-Brigade in eine Kavalleriedivision umzuwandeln, verließ Fegelein seine Brigade im Frühling 1942 und übernahm ab Mai 1942 eine Stellung im SS-Führungsamt als Inspekteur des Reit- und Fahrwesens (Inspektion 3). Am 01.12.1942 erhielt er hier die Beförderung zum SS-Oberführer.
Am 01.Dezember 1942 kam Fegelein mit der nach ihm benannten Kampfgruppe "Fegelein" an die Donfront, der Heeresgruppe B zum Einsatz. Im Verband dieser Kampfgruppe stand unter anderem das II. Bataillon des SS-Polizei-Schützenregimentes 3 der SS-Polizei-Division. Dieses Bataillon wurde bei Kupjansk ausgeladen und nach 30km Marsch in schwere Abwehrkämpfe verwickelt.
Am 20. Dezember konnte Fegelein zusammen mit einem Oberscharführer und zwei Sturmgeschützen auf einem Erkundungsvorstoß einen russischen Korpsstab ausheben und den Kommandierenden General, den Chef des Stabes und den Personalchef gefangen nehmen. Weitaus wichtiger waren allerdings die Kartenunterlagen die Aufschluss über die operativen Absichten des Feindes gaben und sofort ins Führerhauptquartier geflogen wurden.
Am 21. und 22. 12.1942 wurde er zweimal von Scharfschützen verwundet und kam aufgrund hohen Blutverlustes in ein Lazarett. Die Führung der Kampfgruppe übernahm daraufhin der SS-Hauptsturmführer Karl Liecke. Sie verfügte zu diesem Zeitpunkt über das II./SS-Pol.-Schützen-Regiment 3 (mot.), einer schweren Feldhaubitzen-Batterie mit frz. Geschützen, einer leichten Feldhaubitzen-Abteilung des Heeres, einer Heeres-Flak-Abteilung mit 8,8-cm- und 2-cm-Geschützen und aus dem nicht kampffähigen Resten des SS-Polizei-Regiments 15. Nach schweren aber erfolgreichen Abwehrkämpfen im Januar 1943 im Raum südlich von Nowaja Kalitwa bei Krassnui Molot wurde das II. Bataillon der Polizei-Division aus dem Kampfgruppenverband herausgezogen und zurück nach Debica verlegt. Von den ursprünglich 1000 Mann verfügte das Bataillon jetzt nur noch über 200 Kämpfer.
Für die Erfolge seiner Kampfgruppe erhielt er am 22.12.1942 als Oberführer das 157. Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 23.12.1942 wurde Fegelein verwundet und kehrte nach seiner Genesung am 20.04.1943 als Kommandeur der SS-Kavalleriedivision "Florian Geyer" an die Ostfront zurück und wurde am 01.05.1943 zum SS-Brigadeführer befördert.
Am 09. und 13.09.1943 erneut verwundet gab er das Kommando an Bruno Streckenbach ab und wurde nach seiner Genesung Verbindungsoffizier zwischen Himmler und Hitler im Führerhauptquartier. Am 21.06.1944 wird Fegelein zum SS-Gruppenführer befördert.
Im Juni 1944 heiratete Fegelein Gretl Braun, die Schwester Eva Brauns.
Am 30.07.1944 erhält er die Schwerter zum Ritterkreuz als Kommandeur der 8. SS-Kavalleriedivision "Florian Geyer".
Das Leben Fegeleins endete tragisch. So verließ er am 27.04.1945 die Reichskanzlei und verließ, in der Nähe des Kurfürstendammes, seine Begleiter zu Fuss gehend. Sein Adjutant sagte aus, das Fegelein Zivilkleider anzog um augenscheinlich Treubruch zu begehen.
Kurz nach Mitternacht wurde man im Kohlebunker der Reichskanzlei auf einen Zivilisten aufmerksam der später Brigadegeneral Mohnke zugeführt wurde, der ihn dann dem Kriminaldirektor Högl zur Vernehmung überließ. Im lauf der Vernehmung stellte sich heraus, das dieser Zivilist, Hermann Fegelein, aus Berlin zu desertieren versuchte um sich zum Reichsführer SS Heinrich Himmler durchzuschlagen.
Auf Befehl Hitlers wurde ein Standgericht zusammengestellt, das Fegelein zum Tod verurteilte. Hitler unterzeichnete das Todesurteil für seinen Schwager ohne zögern, worauf Hermann Fegelein am 29.04.1945 im Garten des Auswärtigen Amtes von einem Kommando der Waffen-SS erschossen wurde.
Unter Hermann Fegeleins Kommando wurden mehr als 20.000 Menschen erschossen bzw. hingerichtet.

Nedstat Basic - Free web site statistics