814. Eichenlaubträger Walter Girg
SS-Hauptsturmführer der Reserve, Jagdverbände

11.09.194424.12.1941

Walter Girg wurde am 13.08.1919 in Harburg/Hannover geboren und trat am 01.05.1938 der SS mit der Mitgliedsnummer 475.383 bei.
Als SS-Unterscharführer gehörte er im Dezember 1941 zur 13. Kompanie des SS-Panzer-Grenadier-Bataillons 4 und später, als SS-Oberscharführer, zur 2. Kompanie des SS-Panzer-Regiments 2.
Am 01.03.1944 zum SS-Untersturmführer der Reserve befördert, kommt Girg im Sommer 1944 zur 1. Kompanie des SS-Jäger-Bataillons 502, das aus dem ehemaligen SS-Sonderverband Friedenthal gebildet wurde. Dort zum Zugführer ernannt, erhält er für einen Sondereinsatz hinter der sowjetischen Front in Rumänien, am 04.10.1944 das Ritterkreuz. Die in drei Kommandos aufgeteilten Soldaten unter der Führung Girgs, mit Unterstützung des V. SS-Gebirgskorps und dem Armeekorps Phleps, gelangten bis zu den wichtigsten Karpatenpässen von Kronstadt, Hermannstadt und Karlstadt. Diese hielten sie kurze Zeit um die Strassen bzw. Übergänge zu zerstören. Durch seinen Einsatz gelang es, ein Korps der Heeresgruppe F der drohenden Einschließung zu entziehen. Auf seinem Rückzug zu den deutschen Linien, das Kommando nahm, getarnt als rumänische Soldaten, am sowjetischen Einmarsch in Kronstadt teil,  wurde das Kommando Girg entdeckt und gefangengenommen. Als Girg erschossen werden sollte, konnte dieser trotz Schusses in den Fuß fliehen und sich verstecken. In der Nacht überquerte er bei Morosvasachely die Front (Einsatzangaben O. Skorzeny).
Drei Tage später wird er zum SS-Obersturmführer der Reserve befördert. Als solcher trat er zum SS-Jagdverband Mitte über, das aus dem SS-Jäger-Bataillon 502 am 24.11.1944 gebildet wurde und wird zusammen mit 55 Soldaten, nebst zwei russischen Hilfswilligen, am 31.01.1945 durch die Linien des AOK 11, südlich von Danzig, geschleust. Durch Überfälle versorgten sich Girg und seine Männer mit Pferden bzw. Kraftfahrzeugen, bis sie schließlich voll motorisiert war.
In zahlreichen Zusammenstössen mit NKWD-Truppen, polnischen Milizen und Rotarmisten, fügte Girg dem Gegner schwere Verluste zu und trug so zur Unruhe des Gegners erheblich bei.
Nach 6 Wochen Aufenthalt und 700 km Marsch, selbst bis in den Raum südlich Thorn und Bromberg, erreichten die Männer die Festung Kolberg und stießen durch den Einschließungsring. Abgesehen von den Kampferfolgen, brachten die Soldaten wertvolle Aufklärungsergebnisse mit. Girg soll mit seinen Männern in der Festung zunächst zum Tode verurteilt worden sein, da der Kommandierende General in Kolberg annahm, das es sich bei den Soldaten um Spione des Nationalkomitees Freies Deutschland handele. Nach Aufklärung, wurden Girgs Männer im Kampf um die Festung eingesetzt und schließlich zusammen mit der Besatzung durch die Marine abgeholt. Für diesen Einsatz wurde der am 01.03.1945 zum SS-Hauptsturmführer der Reserve Walter Girg, am 01.04.1945, mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

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