Ritterkreuzträger Vinzenz "Zenz" Kaiser
SS-Obersturmbannführer, Grenadiere
Vinzenz Kaiser wurde am 28.02.1904 in Waltersdorf bei Judenburg in der Steiermark, als Sohn eines Gastwirtes, geboren.
Nach dem besuch der Volks- und Bürgerschule in Judenburg war er Angestellter in einer Eisenwarenhandlung. Bestimmt durch den Wunsch der Einheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich, gründete er 1927 einen SA-Sturm und wurde 4 Jahre später zum Sturmführer der Schutzstaffel ernannt.
Nachdem der Putsch vom Juli 1934 in Österreich scheiterte floh er nach Bayern, wo er Angehöriger der Österreichischen Legion wurde und sich schließlich zur SS-Verfügungstruppe meldete, wo er nach dem Besuch der Kriegsschule zum SS-Untersturmführer befördert wurde.
Zunächst leistete er seinen Dienst in der Stammabteilung der Junkerschule Bad Tölz und wurde daraufhin nach Berlin zur Leibstandarte versetzt.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 kehrte er als Kompanieführer der neu aufzustellenden SS-Standarte "Der Führer" in seine Heimat zurück.
Nach Umwandlung in ein Regiment gehörte er somit der Division "Das Reich" an und nahm an allen Kämpfen der Division teil. Während des Feldzuges gegen Russland zeigte er seine besonderen Eigenschaften im Jelnja-Bogen, bei Kiev und in der Borodino-Stellung bei Mozhaisk vor Moskau.
Während der Abwehrkämpfe der Division im Raum Waluki - Donez war Kaiser Führer einer selbstständig operierenden Kampfgruppe und hielt den Gegner so lange auf, bis sich hinter Kaisers Soldaten eine kampfkräftige Sicherung aufbauen konnte. Kurz danach übernahm er das Schützenpanzer-Bataillon des Regiments "Der Führer" und führte es bei der Gegenoffensive zwischen Donez und Dnjepr an. So waren seine Männer an der Eroberung des gegnerischen Eckpfeilers Losowaja beteiligt, kämpften um Nowo Nowolago und waren bei der Eroberung Charkovs dabei. Während dieser Kämpfe vernichtete er im Nahkampf 4 feindliche Panzer. Er war damit der einzige Regimentskommandeur der Waffen-SS mit Panzervernichtungsabzeichen.
Für seine Erfolge erhielt er, als SS-Hauptsturmführer und Führer des III. (gepanzerten) Bataillons des SS-Panzergrenadier-Regiments 4, am 06.04.1943 das Ritterkreuz, welches ihm am 20.04. bei Charkov überreicht wurde.
Im Jahr 1944 übernimmt er als SS-Obersturmbannführer das SS-Panzergrenadier-Lehr-Regiment (aus der SS-Panzer-Grenadier-Schule Prosetschnitz = Kienschlag), mit dem er am 12.03.1944 der 16. SS-Panzer-Grenadierdivision "RFSS" unterstellt wird. Diese Einheiten werden für die Besetzung Ungarns, dem Unternehmen "Margarethe" eingesetzt. Dabei hat das Regiment ab dem 26.03. das westliche Stadtgebiet Budapests gegen unbefugtes Betreten durch Wehrmachtsangehörige zu sperren. Mit Ende der Operationen standen die Verbände des Regiments im Raum Ostungarn.
Mitte Mai 1944 erfolgte die Verlegung des Regiments an die Ligurische Küste nach Italien. Hier soll man feindliche Anlandungen im Raum Piombino, Cecina und Livorno verhindern. Ausserdem sollte man notfalls für Einsätze nördlich Roms bereithalten. Am 16.06.1944 erfolgte die Eingliederung des Regiments in die 16. SS-Panzer-Grenadier-Division "RFSS".
Kaiser wechselte zur Division "Götz von Berlichingen" und nahm an deren Kämpfen im Wetsen teil. So gelangte er an den Westwall, schlug sich durch das Pfälzer Bergland, setzte über den Rhein bei Germersheim und kam bis in den Raum Nürnberg, wo er am 19.04.1945 seitens der Obersten Parteileitung für das Eichenlaub eingereicht wurde. Allerdings fehlt dazu eine offizielle Bestätigung seitens des OKH.
Bei den Kämpfen um Nürnberg übergab Kaiser seinem Adjutanten SS-Hauptsturmführer Kukula das Kommando über das I. Bataillons des SS-Panzergrenadier-Regiments 38 (Chef Kaiser). Seitdem fehlte jede Spur der beiden Soldaten. Erst 1965 fand man das Grab Kukulas, das Grab Kaisers bleib auch weiterhin verschollen.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE