845. Eichenlaubträger Paul-Albert "Peter" Kausch
SS-Obersturmbannführer, Panzertruppe

Paul-Albert Kausch wurde am 03.03.1911 in Jädersdorf/Pommern, als Sohn des Gutsbesitzers Friedrich Kausch, geboren. Nach Besuch der staatlichen Bildungsanstalt in Potsdam von April 1923 bis März 1932, absolvierte er als Gasthörer die Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Spandau.
Im Alter von 22 Jahren trat Kausch 1933 der Leibstandarte SS in Berlin-Lichterfelde bei.
Seine militärische Ausbildung erhielt er mit der Unterstützung des Infanterie-Regiments 9 auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog und wurde von April 1935 bis Januar 1936 an die SS-Junkerschule Braunschweig kommandiert und erhielt am 20.04.1936 die Beförderung zum SS-Untersturmführer.
Bis ins Jahr 1939 wurde er in verschiedenen Einheiten des Heeres und der SS-Verfügungstruppe eingesetzt. So war er unter anderem Führer der 8. Kompanie des Infanterie-Regiments 11, der 14. Infanteriedivision, weiterhin Zugführer in der Totenkopfstandarte 3 und Chef der 8. (MG) Kompanie der Totenkopfstandarte 1 "Oberbayern".
Nach Absolvierung eines Kompanie- und Bataillonsführer-Lehrgangs an der Infanterieschule in Döberitz wird Kausch am 20.04.1939 zum SS-Haupotsturmführer befördert und erhielt im November 1939 den Posten des Chefs der 5. Batterie des SS-Artillerie-Regiments 3 der SS-Totenkopfdivision. Im Februar 1940 nimmt er an einem Abteilungsführer-Lehrgang an der Artillerieschule des Heeres in Jüterbog teil und nimmt mit seiner Batterie am Westfeldzug teil. Dort wird er mit den Eisernen Kreuzen I. und II. Klasse ausgezeichnet.
Im November 1940 wird er zur SS-Division "Wiking" versetzt und übernimmt dort den Posten des Divisionsadjutanten.
Mit Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion, wird die Division im Südabschnitt der Ostfront eingesetzt.
Bereits im August übernimmt Kausch das Kommando über die I. Abteilung des SS-Artillerie-Regiments 5 "Wiking". Mit dieser nimmt er unter anderem an den Kämpfen im Terekgebiet teil.
Nach seiner Beförderung zum SS-Sturmbannführer, am 20.04.1942, nimmt er gegen Ende des Jahres Abschied von seiner Abteilung und wird zum Panzerabteilungsführer-Lehrgang an der Schule für Schnellen Truppen in Paris kommandiert.
Mit Ende des Lehrganges erhält er am 01.03.1943 das Kommando über die SS-Panzerabteilung 11 "Hermann von Salza", der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland". Zunächst nach Kroatien verlegt, kommt die Division gegen Ende des Jahres 1943 in den Nordabschnitt der Ostfront. Dort kommt die SS-Panzerabteilung im Oranienbaumer Kessel zum Einsatz. Er führt seine Abteilung zurück in den Brückenkopf Narwa. Viele seiner Panzerbesatzungen kommen dabei infanteristisch zum Einsatz. Zwischen Hungerburg und Riigi werden zahlreiche Angriffe des Gegners abgewehrt. Nach 5 Monaten Kampf im Raum Narwa, wird Kausch zum SS-Obersturmbannführer befördert.
Im Juli 1944 wird Kausch Kampfgruppenkommandant aus Truppen seiner Panzerabteilung und dem Divisions-Pionier-Bataillon. Die Einheiten werden in einem Sumpfgebiet an der Lipsiusstrasse eingesetzt. Der Gegner griff an und bricht durch die Reihen der Pioniere und gelangt bis an die Gefechtsstand des Kampfgruppenführers. Kausch, bewaffnet mit Handgranaten und einem Sturmgewehr, griff sofort in den Kampf ein. Ohne Uniformjacke und Kopfbedeckung kam es zum Nahkampf. Kausch ersucht um einen VB der Artillerie und befiehlt das Feuer auf seine Position. Kurze Zeit später wird er durch einen SPW der mittlerweile eingetroffenen Reserve aufgenommen. Für diese Tat wird Paul-Albert Kausch am 23.08.1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Wenig später wird er Panzerführer während der schweren Kämpfe auf der Grenadier- und Kinderheimhöhe. In diesen Kämpfen wird Kausch verwundet und ins Lazarett nach Reval gebracht, doch schon kurze Zeit später kehrt er zu seinen Truppen zurück.
Nach Rückzug der Division aus Kurland heim ins Reich, wird Kausch Kommandeur des SS-Panzerregiments 11, bestehend aus der SS-Panzerabteilung 11 und der schweren SS-Panzerabteilung 503, die im Raum Hammerstein zusammengestellt wurde. Es folgten Kämpfe in Pommern und in der Mark Brandenburg.
Gegen Mitte April 1945 führt Kausch eine der letzten Gegenoffensiven im Raum östlich Strausbergs und wird schließlich in die letzten Kämpfe der Reichshauptstadt gezogen. Für die Kämpfe seines Regiments und den Abschuss von 487 sowjetischen Panzern in und um Berlin erhält Kausch am 23.04.1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Die Nachricht über die Verleihung wird ihm vom Divisionskommandeur Joachim Ziegler mitgeteilt.
2 Tage später wird er in die Reichkanzlei bestellt und erhält dort die Ernennung zum Panzerführer des "Innenringes" der Hauptstadt. Bei der Absetzung Zieglers als Kommandeur soll auch Kausch zugegen gewesen sein.
Am 25.04.1945 wurde Kausch verwundet. Bei einem darauf folgenden Ausbruchsversuch, bei dem Kausch auf einem SPW liegend durchbrechen wollte, wurde er erneut, diesmal jedoch schwer, verwundet und geriet am 02.05.1945 in sowjetischen Gefangenschaft. Nach Aufenthalten in den Lagern Tscherepowez, Minsk, Stalingrad und Swerdlowsk trat Kausch am 16.01.1956 im Lager Friedland auf deutschem Boden ein.
Paul-Albert Kausch verstarb am 27.10.2001 in Ingelheim.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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