Ritterkreuzträger Fritz Knöchlein
SS-Obersturmbannführer, Panzergrenadiere

15.11.194215.06.194031.05.1940

Fritz Knöchlein wurde am 27.05.1911 in München geboren.
Nach Besuch der Volksschule und weiteren 8 Jahren an der Höheren Schule wird der Vater arbeitslos. Von 1928 bis 1933 verdingt er sich als Botenjunge, Privatlehrer, Versicherungsvertreter und Schriftführer.
Im Jahre 1934 trat er der SS-Verfügungstruppe in Ellwangen bei und kommt im  April 1935 an die SS-Junkerschule nach Braunschweig. Seine SS-Nummer war 87881 und seine NSDAP-Nummer 157016.
Nach seiner Rückkehr zu seiner Einheit, wird er dort bis 1939 als Zugführer eingesetzt.
Mit Beginn des Feldzuges gegen Polen kommt er als Kompaniechef nach Dachau zur SS-Totenkopf-Standarte "Oberbayern", wo er die 3. Kompanie des 2. SS-Totenkopf-Regiments (mot.) übernimmt.
Auch während des Feldzuges im Westen ist er als SS-Obersturmführer Chef der Kompanie und wird mit seinen Soldaten des II. Bataillons  am 26.05. am La Bassee-Kanal eingesetzt. Das Bataillon erhielt den Auftrag den Kanal in Richtung Bailleul zu überqueren, wurde aber nördlich des Kanals durch Einheiten des britischen Norfolk Bataillons und der Royal Scots zum Stehen gebracht. Die Briten hatten die Dörfer Riez du Vinage, Le Cornet Malo und Le Paradis besetzt, wobei sich der Bataillonsgefechtsstand der Norfolks in Le Paradis befand. In der Nacht zum 27.05. greift das Totenkopf-Regiment an, überquert den Kanal, nimmt Riez du Vinage, wobei durch den Widerstand der Briten schwere Verluste entstehen. Am Morgen des 27. beginnt der deutsche Angriff auf Le Cornet Malo mit der 3. Kompanie in der Mitte, die 2. rechts und die 1. Kompanie links in Reserve. Die 3. Kompanie hatte bei diesem Angriff die schwersten Verluste. In der Folge wird auch Le Paradis angegriffen. Teile der Norfolks ergeben sich dem II. SS-Bataillon. Die Briten, ca. 100 Mann, werden in eine Umzäunung in le Paradis gesperrt, wobei es erste Auseinandersetzungen zwischen den deutschen und britischen Soldaten gab. Der Bataillonskommandeur ging weiter im Angriff vor, als 2 MG der 4. MG-Kompanie nach vorne gebracht wurden. Fritz Knöchlein, auch stellvertretender Bataillonskommandeur, gab nun den Befehl zum Erschießen der britischen Gefangenen. Nach der Erschießung begab sich Knöchlein zu den Getöteten um nach noch Lebenden zu suchen. Französischen Zivilisten die in der Nähe waren, wurden bedroht. Diese sahen auch das noch lebende Briten mit Karabinern erschossen wurden.
Die Toten wurden in ein Massengrab geworfen und 1942 durch französische Zivilisten auf den örtlichen Friedhof umgebettet. Von den über 90 Toten konnten nur etwa 50 identifiziert werden.
Es gab nur zwei Überlebende des Massakers Private Albert Pooley (II./Norfolk) und Private William O'Callaghan. Beide versteckten sich verwundet 3 Tage lang in einem Schweinestall und wurden dann von der Französin
Madame Duquenne-Creton und ihrem Sohn Victor entdeckt, die die beiden Briten an an eine andere dt. Einheit übergab, ohne das diese wussten das diese beiden Überlebende des Massakers von le Paradis waren. Pooley wurde 1943 ausgetauscht und O'Callaghan kehrte nach der Befreiung seines Gefangenenlagers 1945, in die Heimat zurück. Dort wollte man zunächst die Geschichte der beiden nicht glauben. Doch bereits Mitte 1946 begann man mit Untersuchungen vor Ort. Im Zuge der Nachforschungen konnte Knöchlein gefunden und befragt werden.
Nach dem Einsatz in Frankreich übernimmt Knöchlein den Posten des Kompaniechefs der 5. Kompanie.
Nach der Auflösung des Regiments im Jahre 1941, übernimmt er eine Batterie der SS-Flak-Abteilung 3 und kämpft mit dieser in Russland.
Im Sommer 1942 wird er Bataillonskommandeur des I. Bataillons des SS-Totenkopf-Infanterie-Regiment 3. Im neu formierten SS-Panzergrenadier-Regiment 36, der 16. SS-Panzergrenadier-Division "RFSS" übernimmt er Ende 1943 das Kommando über das II. Bataillon. Später verstärkt, wird das Bataillon als "Kampfgruppe Knöchlein" im Landekopf Anzio-Nettuno in Italien eingesetzt.
Im April 1944 übernimmt Knöchlein das Kommando über das SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 23 "Norge" an der Ostfront. Hier wird er als Kommandeur und Obersturmbannführer am 16.11.1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, nachdem er am 08.03.1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert wurde.
Am 10.02.1945 erhält er das Kommando über das  SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 49.
Am 11.10.1948 begann am 5. Senat des Hamburgischen Curiohauses in Altona der Prozess gegen Knöchlein. Er selbst sah sich als nicht schuldig. Knöchlein verteidigte sich mit der Aussage, das die Briten Dum-Dum-Geschosse verwendet haben sollen, sowie eine Aufgabeaufforderung der Deutschen mit der Erschießung der Parlamentäre beantwortet haben sollen. Falls die Briten wirklich diese Geschosse eingesetzt haben sollten, so war Knöchlein dennoch nicht befugt diese Erschießungen vorzunehmen.
Am 25.10.1948 gegen 11.30 Uhr wird Knöchlein, verheiratet und Vater von 4 Kindern, schuldig gesprochen. Das Strafmass wurde gegen 15.00 Uhr gesprochen - Tod durch den Strang.
Am 21.01.1949 wird Knöchlein in Hameln gehängt.

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