872. Eichenlaubträger Hanns-Heinrich Lohmann
SS-Obersturmbannführer, Panzergrenadiere
Hanns-Heinrich Lohmann wurde am 24.04.1911 in Gütersloh, als Sohn eines Schneidermeisters, geboren.
Nach dem Besuch der Volksschule von Ostern 1917 bis Ostern 1921, kommt er bis Ostern 1929 an das evangelisch-stiftliche Gymnasium in Gütersloh, wo er mit der Primareife abschloss.
Am 01.04.1929 begann Lohmann seine Ausbildung bei der Städtischen Sparkasse Gütersloh und war dort nach seiner Ausbildung noch bis Januar 1935 als Angestellter tätig. Zwischenzeitlich nahm er an sportlichen Lehrgängen an den Sportschulen in Korbach und Essen teil und arbeitete kurzzeitig bei der Polizei in Münster.
Im Januar 1935 wurde er auf Anordnung des Reichsführers SS zum IV. Bataillon des SS-Regiments "Deutschland" nach Ellwangen/Jagst kommandiert. Dort wurde er im Mai 1935 zum SS-Untersturmführer befördert und als Zugführer in die SS-Verfügungstruppe übernommen.
Im November 1935 erlitt er aufgrund eines Unfalls einen doppelten linken Knöchelbruch und wurde von Prof. Dr. Gebhardt im Sport-Unfall-Sanatorium Hohenlychen behandelt. Nach seiner Genesung wurde er am 01.04.1936 zum SS-Obersturmführer befördert und als Aufsichtsoffizier an der SS-Junkerschule Bad Tölz eingesetzt. Dort nimmt er von 1936 bis 1937 als Hospitant an den theoretischen Fächern der Offiziersausbildung teil. Ab Februar 1937 wird er Adjutant des Kommandeurs der Junkerschule und wurde in der Folge in weiteren Dienstpositionen eingesetzt.
Nachdem er beim SS-Regiment "Deutschland" sich zum Kompanieführer qualifizierte, erhielt er am 09.11.1938 die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer. Danach wird er in weiteren Positionen der SS-VT verwendet und kurzzeitig von 1939 bis 1940 zum Heer abkommandiert. Ab März 1941 bis Juni 1941 ist er Lehrgangsleiter für einen dreimonatigen Kriegslehrgang für SS-Junker an der SS-Junkerschule Tölz.
Am 15.06.1941 übernahm Lohmann die 2. Kompanie des neu aufgestellten SS-Infanterie-Regiments (mot.) "Westland". Mit dieser marschiert er in Russland ein und wird im Rahmen der SS-Division "Wiking" im Südabschnitt der Ostfront eingesetzt. Während seines Einsatzes erkrankt schwer er im Frühjahr 1942 an Malaria und kehrt erst im Oktober 1942 zur Truppe zurück. Dort übernimmt er die Führung über das I. Bataillon des SS-Panzergrenadier-Regiments "Nordland", daß im Rahmen der SS-Division "Wiking" bis Weihnachten 1942 im Kaukasus kämpfte und am Heiligen Abend per Bahn in die Kalmückensteppe transportiert wurde. Dort stand des Regiment in schweren Abwehrkämpfen im Raum Kotjenikowo-Simowniki-Krasnoje-Snamja-Gigant-Jegorlitzkaja-Bataisk. Damit deckte das Regiment den Rückzug der Heeresgruppe A aus dem Kaukasus. Dafür erhielt Lohmann im Februar 1943 das Deutsche Kreuz in Gold und wurde mit Wirkung zum 30.01.1943 zum SS-Sturmbannführer befördert. In der Folge wird das Regiment bei der Abwehr des Durchbruches der Panzerarmee "Popow" im südrussischen Raum eingesetzt.
Im Mai 1943 wird das Regiment herausgezogen und auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr verlegt, wo die SS-Division "Nordland" aufgestellt wurde. Nach Aufbau der Division übernimmt Lohmann das Kommando über das III. Bataillon des Regiments "Norge". Aufgrund Materialmangels erhielt das Bataillon, nicht wie geplant die Ausstattung mit SPW und wurde im Zuge der Abspaltung Italiens, in Kroatien geformt. Ab August 1943 befand sich Lohmann währenddessen auf einem Abteilungsführerlehrgang für gepanzerte Truppen für Technik in Krampnitz, für Schiessen in Putlos und für Taktik in Paris. Nach seiner Rückkehr erfolgte die Verlegung der Division an die Oranienburger Front im Raum Leningrad. Dort wird das Bataillon an der Rollbahn Leningrad-Narwa eingesetzt, wo Lohmann am 02.02.1944 durch MP-Beschuss schwer verwundet wird.
Nach dem folgenden Lazaretthaufenhalt vom 05.02.1944 bis zum April 1944 in Rastenburg und der anschließenden ambulanten Behandlung im Lazarett Bad Tölz nimmt er im Sommer 1944 an einem Regimentsführer-Lehrgang auf dem Truppenübungsplatz Bergen teil und kommt danach für zwei Monate zum Wachbataillon der Leibstandarte SS "Adolf Hitler" nach Berlin. Für die Kämpfe seines Bataillons im Oranienburger Kessel und dem folgenden Rückzug nach Livland, erhält Lohmann am 12.03.1944, als Sturmbannführer und Kommandeur des III./SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiments "Norge", das Ritterkreuz.
Ende Oktober 1944 wird er wieder zum III. (germ.) SS-Panzerkorps versetzt, das zu dieser Zeit in Kurland kämpfte. Dort übernimmt er das Kommando über das SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 49 "De Ruyter" der 23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nederland" und nahm so an den Kämpfen des Regiments in Kurland bis zum 30.01.1945 teil.
Am 30.10.1945 zum SS-Obersturmbannführer befördert, begleitete er die Reste seines Regiments in den Raum Gollnow, wo es wiederaufgestellt wurde und bis zum Kriegsende an der Ostfront zum Einsatz kam.
Nach Vorschlag vom 26.02.1945 und Eingang beim OKH/PA/P5 am 25.03.1945 erhielt Lohmann, nach Befürwortung durch Generalleutnant Unrein (Kommandierender General III. (germ.) SS-Panzerkorps am 19.03.1945, am 09.05.1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Den Krieg und die Gefangenschaft überlebt, verstarb Hanns-Heinrich Lohmann am 25.05.1995 in Gütersloh.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE