Ritterkreuzträger Wilhelm Mohnke
SS-Brigadeführer
Wilhelm Mohnke wurde am 15.03.1911 als Sohn des Möbelhandwerkers Wilhelm Mohnke in Lübeck geboren.
Nachdem sein Vater starb, verließ er die Schule und erhielt eine Ausbildung an einer staatlichen Bankschule. Er arbeitete dann in einer Firma für Glas- und Porzellanherstellung. Möglicherweise führte er eine Zweigstelle der Firma, bis er aufgrund der Wirtschaftskrise im März 1932 entlassen wurde.
Am 01.09.1931 trat Mohnke der NSDAP und der Allgemeinen-SS als Kandidat zwei Monate später, bei. Als Mitglied im Lübeck Trupp, als Part der 4. SS-Standarte, wurde er im November 1931 SS-Mann und verblieb hier, bis er im Januar 1932 zum I./22. SS-Standarte nach Schwerin wechselte. Am 05.03.1932 zum SS-Scharführer und am 09.03.1933 zum SS-Truppführer befördert, blieb er bis Mitte März 1933 in Schwerin. Zwischendurch arbeitete er für einem Monat bei der Hilfspolizei in Lübeck.
Am 17.03.1933 wurde Mohnke einer von den ersten SS-Männern in Hitlers Stabswache unter Sepp Dietrich, aus der später die Leibstandarte SS "Adolf Hitler" entstehen sollte. Mohnke diente hier in der Kanzlergarde bis Anfang August 1933, übernahm dann das Kommando über den 2. Sturm des SS-Sonderkommandos Berlin und wurde am 28.06.1933 zum SS-Sturmführer befördert.
Nachdem er am 01.10.1933 zum SS-Sturmhauptführer befördert wurde, wurde er am 07.10.1933 der erste Chef 3./II./Adolf-Hitler-Standarte. Den 2. Sturm übernahm der spätere Deutsche Kreuz in Gold Träger Walter Plöw.
Mitte Oktober 1934 übernimmt Mohnke den 5. Sturm, der später in eine Kompanie umgewandelt wurde. Das Kommando behielt er bis zum 28.04.1940, als er die Führung des II. Bataillons erhielt, nachdem der bisherige Kommandeur Ernst Schützeck verwundet wurde.
Für seine Bewährung im Polenfeldzug erhielt Mohnke beide Eisernen Kreuze und wurde am 01.09.1940 zum SS-Sturmbannführer befördert.
Am 05.04.1941 erhielt er das Kommando über eine Angriffsgruppe im Feldzug gegen Jugoslawien, wurde aber am nächsten Tag, durch einen Luftangriff, schwer verwundet. Die Mediziner wollten sein Bein amputieren, was Mohnke jedoch verhinderte und so verlor er lediglich seinen Fuß. Nach Deutschland zurückgekehrt, quälte sich Mohnke mit heftigen Schmerzen, was eine immer höhere Morphium-Dosis zur Folge hatte. Während er sich erholte erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold. Nach seiner Genesung verfiel er dem Alkohol. Die Verwundung sollte Mohnke den ganzen krieg und in der Nachkriegszeit schwer zu schaffen machen.
Anfang Februar 1942 kehrte er an die Front zurück und übernahm dort das Kommando über die neue Panzerabteilung der Leibstandarte, die er jedoch schon bald an Georg Schönberger abgab. Er selbst wurde Kommandeur des Ersatz-Bataillons der Leibstandarte ab März 1942 bis Mitte September 1943.
Nachdem er am 21.06.1943 zum SS-Obersturmbannführer befördert wurde, erhielt er, am 15.09.1943, als erster den Posten des Kommandeurs des SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2, dem späteren SS-Panzer-Grenadier-Regiment 26, der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend". Das Kommando behielt er bis zum 19.08.1944 und wurde in dieser Zeit am 21.06.1944 zum SS-Standartenführer befördert. Bevor er von Bernhard Krause abgelöst wurde, erhielt Mohnke am 11.07.1944 das Ritterkreuz. Mohnke hatte zusammen mit seinem Regiment, dem unterstellten SS-Panzer-Pionier-Bataillon 12 und der SS-Panzer-Aufklärungsabteilung 12, am 07.06.1944, den Befehl erhalten den Sektor Rots-St. Manvieu-Le Mesnil-Patry-Christot, 8 Kilometer nordwestlich Caen, zu verteidigen. Der Gegner, unterstützt durch starke Infanterie- und Panzerkräfte, sowie Marinestreitkräfte, versuchte nach einem Artillerieüberfall die Linien des Regiments "Mohnke" zu überrennen und es zu vernichten. Damit wäre die Verbindung zwischen der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" und der Panzer-Lehr-Division unterbrochen und der Gegner hätte eine sehr gute Position gehabt nach Caen durchzustoßen.
Am 08.06.1944 gegen 16.00 Uhr griffen starke Panzereinheiten an, wurden aber durch das II. Bataillon zurückgeschlagen. Am nächsten Tag griffen Panzer von Fouzy kommend in Richtung Tilly an. Gegen 17.00 Uhr wurde die linke Flanke des Regiments bedroht und brach schließlich vor den deutschen Linien zusammen. Drei Panzer gingen verloren. Auch am 10.06. griffe der Gegner an, diesmal in Richtung Brouay nach Le Mesnil-Patry. Doch auch hier erwies sich das Regiment als überlegen.
Am 11.06.1944 griffen über 35 Panzer mit aufgesessener Infanterie das II. und III. Bataillon, sowie das SS-Panzer-Pionier-Bataillon 12, gegen 15.55 Uhr an. Unter persönlicher Führung Mohnkes, zusammen mit Teilen des SS-Panzer-Grenadier-Regiments 12 unter dem Kommando des SS-Sturmbannführers Karl-Heinz Prinz, gingen die Grenadiere zum Gegenangriff über. Der Angriff des Gegners, der auf die Strasse Tilly-Caen zielte, wurde unter dem Verlust von 34 Panzern abgeschlagen. In den nächsten tagen blieb der Feind zwischen dem 12. und 17.06.1944 ruhig, abgesehen von Artillerieüberfällen.
Am 17.06.1944 griff der Feind nach starker Artillerievorbereitung erneut die linke Flanke des SS-Panzer-Grenadier-Regiments 26 an. Auch hier stieß Mohnke zusammen mit seinen Soldaten in zwei Gegenangriffen gegen den Feind und vertrieb eingebrochene Gegner aus den eigenen Linien. Nach zwei harten Kampftagen musste er allerdings die Front um zwei Kilometer nach Norden zurücknehmen.
Der Kommandeur der 12. SS-Panzerdivision, Kurt Meyer, schrieb diese Abwehrerfolge in erster Linie dem Regimentskommandeur Wilhelm Mohnke zu, der "seinen Männern immer ein physisches Vorbild war". Nachdem der Chef des II. Bataillons und drei weitere Kompaniechefs ausfielen, führte er in eigener Regie die Gegenangriffe. Dafür schlug ihn Meyer zum Ritterkreuz vor, das er am 11.07.1944, aus den Händen Sepp Dietrichs, erhielt. Bei den Kämpfen im Raum Falaise wurde Mohnke zum 2. mal schwer verwundet.
Vom 19.08. bis zum 28.08.1944 führte Mohnke eine Kampfgruppe im Kampf um die Seine-Übergänge und übernahm am 20.08.1944 bis zum 06.02.1945 das Kommando über die 1. SS-Panzerdivision "Leibstandarte". Diese führte er durch die Ardennenoffensive. Mohnke wurde zuvor am 04.11.1944 zum SS-Oberführer und am 30.01.1945 zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Mohnke gab das Kommando an Otto Kumm weiter, da er durch einen Luftangriff am Ohr verletzt wurde.
Nach seiner Genesung baute er in der Kaserne der Leibstandarte in Berlin-Lichterfelde die Kampfgruppe "Mohnke" auf, die bei der Verteidigung Berlin Verwendung finden sollte. Mitte April bestand seine Kampfgruppe aus dem Wach-bataillon Hitlers, dem Ersatz-und-Ausbildungs-Bataillon "Leibstandarte", zwei Bataillonen aus Spreenhagen, die Begleitkompanien Hitlers und Himmlers, sowie Teilen der Division "Charlemagne", zusammen etwa 2.000 Freiwillige. Am 22.04.1945 ernannte ihn Hitler zum Kommandanten des Regierungsviertels und zum Kampfkommandaten der Reichskanzlei. Seinen Gefechtsstand baute er in der Reichskanzlei auf.
Nachdem er mit 9 Bataillonen in den Kampf ging, führte er nach Ende der Kämpfe einen kleine Gruppe Überlebender an, die aus Berlin ausbrechen wollten, wobei Mohnke in sowjetische Gefangenschaft geriet.
Mohnke wurde in den berüchtigten Gefängnissen Budkia und Lubljanka in Moskau bis 1949 in Einzelhaft eingesperrt und wurde dann in das Generalslager nach Woikowo gebracht, von wo aus er am 10.10.1955 in die Heimat zurückkehrte.
Von seinen Untergebenen wurde er nicht sehr gemocht und ältere Heereskommandeure bezeichneten ihn als brutal.
Mohnke wurde im Malmedy-Prozess nicht angeklagt und nicht angehört. Auch am Prozess zur Erschießung von britischen Soldaten im Jahre 1940 war er nicht beteiligt. Im Jahre 1980 kam es zu einem Gerichtsverfahren der britischen Justiz das jedoch mangels Beweise eingestellt wurde.
Wilhelm Mohnke starb am 06.08.2001.